Donnerstag, Juli 26, 2012

BANKENRETTUNG BIS ZUM OFFENBARUNGSEID!

Zum Glück verfügt der Rauchzeichner ja über seinen eigenen ESM: den Ekel-Schutz-Mantel! Gelegentlich flüchtet er sich also unter diesen Rettungsschirm temporärer Informations-Askese! Doch kaum blickt er der Welt wieder ins brechende Auge, trommelfeuert die mediale Gebetsmühle auch schon auf ihn ein, dass er gerade wieder mal ein paar Dutzend Banken gerettet hat! Laut Presseberichten rettet jeder von uns Banken nun schon im Akkord, oft auch völlig obskure Geldhäuser, von deren Existenz wir zuvor noch nicht einmal gehört hatten! Bleibt also nur noch, sich ungläubig die Augen zu ribbeln über soviel zugeschriebene Helfersyndrom-Hyperaktivität, die eigentlich spurlos an einem vorübergegangen ist! Dieser unausgesetzte Bankenrettungs-Stuss bringt selbst die Abgeklärtesten noch um den Verstand! Und wie kommt man denn eigentlich dazu, ständig – und das auch noch hinter seinem eigenen Rücken – bankrotte Banken zu retten?! Und wo, submissest nachgefragt, bleiben eigentlich unsere Beteiligungen und Renditen?! Wo bleiben denn da die ehernen Gesetze des Marktes?! Oder wird man dieser Tage vom todgeweihten Kasino-Kapitalismus nur noch zum entmündigten Zwangs-Altruisten an der Plutokratie enteignet?! Was Wunder also, dass Ethos, Vernunft, Sozialsystem und Wirtschaft endgültig den Bach runtergegangen sind! Und die Milliarden-Strassenräuber sind natürlich auch längst stiften gegangenen! Nur der ausgeplünderte Kontinent blockiert sich auch noch selbst: Perpetuum-mobile-mäßig! Seit 2008 lähmt die causa prima jeden verbliebenen Funken Grips: Bank saving forever! Unser ganzer Globus, – nichts als ein einzige, devastierte Sparkassen-Wüstenei! Hilflos zur kollektiven Zwangsbewässerung ausgeschrieben! Nur noch Banken, Banken, Banken, - und sonst gar nichts…

Allerdings ist das nicht ganz neu: „Inzwischen werden sämtliche Lebensbereiche, die Arbeit und die Freizeit, die Kunst und das Savoir vivre, die Wissenschaft und der Sport, die Lust und die Liebe, die Kultur und die Kreativität, die Improvisation und das Impromptu, der Sex und das Sozialsystem, der Ernst und die Hetz einem singulären Götzen geopfert: 3 % Wachstum für die Konzerne der globalisierten Weltherrschaft. Wird dieser Wert nicht realisiert, bröckelt das Imperium und bricht schließlich zusammen“, hatte der Rauchzeichner bereits 2004 orakelt. Doch das obsolete Dogma der 3% plus in Diensten der unendlichen Aufwärts-Spirale ist längst Makulatur! Nach 30%, nein lieber gleich nach 300%, oder vielmehr gar 3000% gierten sie, die unersättlichen Bankster-Brigaden, - und ihre noch gierigeren Brötchengeber, die – Yoyos gleich - an nervösen Börsenkurven zappelnden Marionetten der metastasierenden Spekulations-Hybris! Längst drohte der zum Welt-Popanz aufgeplusterte ‚Einarmige Bandit‘ an der Reibungshitze seiner metallenen Raff-Raserei selbst zu verglühen!

Das schleichende Verebben des Mittelstands wurde vom Aufbrausen monströser Mammon-Wellenbrechern überrollt! Die trachteten einzig danach, direkt in die Profit-Stratosphäre zu schießen! Sich zu Gott aufzuwerfen! - Die ungeduldigen Aberbillionen in den schmutzigen Händen einer verschwindenden Minderheit brüllten immer fordernder nach immer absurderen Fantasie-Renditen! Überall böse Buben, Börsen-Bulls eben! Nur ja nicht ins lähmende Schnecken-Tempo des bleiernen Manchester-Kapitalismus, der stinkfaden ‚Realwirtschaft‘ also, zurückfallen! Die Abermilliarden wollten gleich containerweise und im Schweinsgalopp gescheffelt werden! Also kletterten die servilen Bank-Alchemisten in die finsteren Kasematten ihrer sterilen Tresore hinab und kreierten immer neue Rezepte für die hochkalorischen Lieblingsspeisen der verfetteten Pfeffer-Säcke: Derivate, Derivate, Derivate, CDSs und sonstige Seifenblasen. Derart schraubten die Geld-Dealer - fiebrigen Junkies gleich - die Dosis in immer lichtere Höhen und mixten nur noch schmutziges Garagen-Crack für den ultimativen Blitz-Trip vorm unausweichlichen Cold Turkey! Hinterhof-Hallizunogene zur Unterfütterung der ewigen Illusion alchemistischer Geldvermehrung! Und zumal auch Crack in Sekundenschnelle im Hirn explodiert, warfen die nun endgültig übergeschnappten Bankster-Alchemisten die Hyper-Droge HFT auf den nimmersatten Markt: den vollautomatisierten, algorithmischen Hochfrequenz-Handel! Der entpuppte sich bald schon als ultimativer Brandbeschleuniger für den finalen Weltenbrand! Time is money, stupid - ab sofort wird unser Millionen-Reibach in Nanosekunden lukriert! Und die Politik machte dem globalen Geldgangster-Gesindel die Mauer und staubte allenfalls als Almosen die Krümeln ab, die von den brillantbesetzten Goldtellern der neuen Superreichen kullerten… Eine ganz neue Sicht auf den alten Francis-Fukuyama-Schmonzes-Sager vom ‚Ende der Geschichte‘…

Über fast zwei Jahrzehnte hinweg hatte also eine sinistre Verschwörung aus Bankstern, Hedgefonds, Spekulanten und Rating-Agenturen Aberbillionen zusammengestohlen oder sich - wie im Dreiband-Billard - wechselseitig zugespielt! Freilich mit elitärer Effet an der real existierenden Menschheit vorbei! Ein von servilen Polit-Schranzen legalisiertes Gangstersyndikat legte seinen dauergeilen Queue gar nicht mehr aus der Hand und wichste sich wie besessen in den Olymp der Raubritter-Geschichte! Gemessen an dieser globalisierten Panzerknacker-Bande nahmen sich selbst Mafia, 'Ndrangheta, Cosa Nostra & Co wie kreuzbrave Mädchenpensionate in Wien Hietzing aus!

Doch nun, da die fragile Mikado-Mauschelei windiger Scheingeschäfte krachend in sich zusamengebrochen ist, reden die ‚Eliten‘ den – eh schon wie Austern ausgeschlürften - Völkern auch noch ein, sie selbst wären es gewesen, die über ihre Verhältnisse gelebt hätten! Und das angesichts seit Jahrzehnten permanent und eiskalt sinkender Löhne! Ständig fallender Lebensstandards! Schleichender Verelendung! - Im ‚Eliten‘-Zerrspiegel wäre also der Supermarkt-Schlawiner von einem Regalschlichter schließlich doch im unübersichtlichen Wust seiner griechischen Staatsanleihen erstickt! Und der stinkfaule Teilzeit-Taxler hätte sich an einem ausnahmsweise linksrum gestrickten, also völlig wertlosen, Derivate-Bündel verschluckt! Und die zuletzt schon fast hoffärtig zockende Raumpflegerin wäre eben über eine üble Giftmischung von Credit Default Swaps ihrer verwahrlosten Provinz-Sparkasse gestolpert! Ein Volk begnadet für das Schöne?! Jå åber, Schneck‘n: nix åls wia haltlose Spieler und Spekulanten, - de Proleten! – Die Obszönität dieses blasierten ‚Eliten‘-Zynismus ist nicht mehr ‚zu toppen‘!

Die Fakten sprechen freilich eine ganz andere Sprache: Während der europäische Mittelstand unter einem dämonischen Spar-Sadismus (danke, Agenda-2010-Scharlatan und Spiritus rector der Massenenteignung, Gerd Schröder, küß’d Hand, schwäbische Hausfrau, ‚Mutti Merkel‘) und unter dem Damoklesschwert schärfster Sozial-Skalpelle ächzt, haben die Vermögen der Millionäre seit Beginn der Krise um 17% (!) zugelegt! Aktuell sind sie so riesig wie nie zuvor! Unvorstellbare 42,7 Billionen Dollar halten sie in ihren schmutzigen Händen! Nur zum Vergleich: Die gesamte Menschheit, also alle derzeit rund sieben Milliarden, erarbeitet in einem Jahr etwa ein Vermögen von 55 Billionen Dollar! Dabei nimmt die ruinöse Konzentration in den Händen immer weniger Superreicher auch noch stetig zu: Inzwischen hat das eine Prozent der Millionärshaushalte 40%(!) des weltweiten Vermögens zusammengerafft! Damit nicht genug werden von diesen wahren Sozialschmarotzern auch noch – quasi so en passant – 230 Milliarden Euro an Steuern hinterzogen! – Die Regalschlichterin, der Taxler und die Putzfrau hingegen raufen sich schon um jeweils drei Scheiss-Jobs, um das eine lausige Leben überhaupt durchzustehen! Dabei bleibt es freilich auch noch an diesen Ärmsten der Armen picken, für die heimische Beteiligung am ESM zu haften! In unerbittlichen Zahlen: Für 2,2 Milliarden Euro in Cash, sowie weiteren 17,3 Milliarden an Garantien. A net g’råd a Bemmerl…

Und in den Überstunden ihres Viertberufs sollen sich unsere ausgebluteten Dauer-Wehs ‚da draußen‘ natürlich auch noch der zur Alltagsroutine verkommenen Bankenrettung widmen!

Kein Wunder also, dass – im Kontrast zum süß-säuselnden Polit-Personal der Kleptokratie - immer mehr Citoyens in alttestamentarischem Zorn donnern: Dieser verdammte Kasino-Kapitalismus ist doch längst mausetot. Tragt den Kretin endlich zu Grabe! Auf der Stell‘ und ohn‘ Verzug! Und auf dass seine hündischen Adlati, seine medialen Schönredner und subalternen Systemerhalter insgesamt einem nämlichen Schicksal entrinnen, sollten sie sich lieber schleunigst aus dem Staub machen, - solange sie die immer noch zaudernden Massen noch davonkommen lassen…

Gar nicht auszudenken, was passierte, wenn die mehrheitlich jungen Arbeitslosen Europas loszurennen begännen! Kein Ziegelstein exklusiver Luxusvillen bliebe mehr auf dem anderen, keine Protz-Yacht, die da nicht gekapert würde, keine Nobel-Hobel, vom Rolls Royce abwärts, der da nicht abgefackelt oder einfach requiriert würde! Kein Millionärskonto, welches nicht im Nu gehackt wäre! Die an die gesellschaftliche Peripherie gedrängten, zum absurden Absud ausgewrungenen, nur noch hasserfüllten ‚Störenfriede‘ im feschen Plutokraten-Paradies – wir reden von 15-24-jährigen, garantiert unfreiwilligen, Outcasts – bringen schon jetzt ein Multimillionen-Heer aufs absehbare Schlachtfeld: jeweils 52% der jungen Griechen und Spanier sind schon hack‘nstad, fast 40% der Slovaken, je knapp 37% der Portugiesen und Italiener, fast ein Drittel der Bulgaren, Iren und Letten und immerhin noch ein gutes Viertel der Ungarn, Polen, Schweden und Rumänen! Die übliche Eurostat-Schönfärberei noch gar nicht eingerechnet! – Nota bene, - wir reden hier nur von den ganz Jungen! – Doch auch die Generation 50plus vermag immer noch Fahnenstangen oder eventuell sogar noch Praktischeres im neuerwachenden Klassenkampf vor sich her zu tragen…

Eine hektisch tickende Zeitbombe! Von jugendlicher Ungeduld erst richtig scharf gemacht! Mehr noch: wie eine Blunzen der Nationen, prall gefüllt mit kochendem Blut und pulsierendem Testosteron, droht die menschliche Streubombe jede Sekunde in die Luft zu gehen! Wehe, wenn die auch noch als ‚verlorene Generation‘ Verhöhnten erst einmal kapieren, dass ihnen ein schmieriges Pack aus Pülchern, Schmierern, Schiebern, Strauchdieben und Hehlern ihr arrogantes Verdikt schon in die Geburtsurkunde gestempelt hat: Loser! Die Höchststrafe für sinnsuchende Jugendliche! Aus so brutal geplatzten Träumen kann sich rasch ein unkontrollierbar-explosives Gemisch zusammenbrauen: Das Amalgam zum Aufstand…

Der Rauchzeichner möchte nicht in der Haut derer stecken, die penetrant ewige Reichen-Rettung für ‚alternativlos‘ halten und sie taxfrei perpetuieren, die sich bis zur Selbst- und Realitäts-Verleugnung einem Sumpf-System unterwerfen, das längst abgesoffen ist, die unverdrossen - wie parasitäre Furunkel - am verfaulenden Leib des Kleptokraten-Kapitalismus kleben und die dem immer rasenderen Verfall unserer Zivilisation im Zeitlupentempo stupider Ahnungslosigkeit oder infamer Komplizenschaft hinterhertrotten!

Wehe denen, wenn die jungen Ausgestossenen dieser Welt erst einmal das endgültige Ende der ‚Spaßgesellschaft‘ überreissen und doch noch aufwachen…


P.S.: Quasi als i-Tüpferl auf dem eben verhandelten Global-Sumpf kommt soeben eine Nachricht des Hoamatls Minimundus-Bundesland über den Ticker: Knalleffekt im Birnbacher-Prozess um Schmiergelder beim einstigen Verscheppern der Kärntner Landesbank Hypo Alpe Adria an die Bayern! Birnbacher packt aus: Die Fantasie-Zahlung von erst 12, dann immerhin noch 6 Millionen Euro für sein ‚Gutachten‘ (ein Kaspapierl von 8 Seiten voll Kalendersprüchen und sonstigen Platitüden) sei von Anfang an eine abgekaretes Spiel gewesen! Verteilungsschlüssel des Provinz-Komplotts: ein Drittel für die Braunen, ein Drittel für die Schwarzen und ein Drittel für ‚Birni‘, den Rechnungsleger und Mitwisser! Eingefädelt wurde die Mega-Pülcherei vom verschiedenen Jörg Haider - seines Zeichens bekanntlich ja der Advokat der ‚Fleißigen, Anständigen und Tüchtigen‘…

Mittwoch, Mai 30, 2012

BAKU-RAGOUT AUF EISMEER-SPIEGEL!

Vor gerade einmal hundert Jahren steuerte die Titanic volle Kraft voraus auf ihr feucht-finsteres Grab zu. Um 2 Uhr 20 einer klirrenden Nordatlantik-Nacht. Ein sorglos vazierender Eisberg hatte 46.329 BRT Größenwahn aufgeschlitzt wie eine südsardische Sardinenbüchse! Während die in Todesangst schlotternde Bordkapelle als final-sentimentales SOS ‚Nearer My God to Thee‘ ins Ungewisse des Nachhimmels schmetterte, orderte die britische Upper-Class nonchalant noch einen letzten „Single-Malt-Whiskey for eternity, please! But without any more ice-cubes!“ Sodann schickte der soignierte Gentleman per flattriger maidservant noch rasch den Reserve-Frack zum Aufbügeln ins gottlob Achtern situierte laundry-service! „Well, just to be on the safe side, mylady“, ließ er seine Angetraute – groteskerweise staubtrocken - wissen…

Die bleierne Behäbigkeit bei der Wahrnehmung dräuender Katastrophen ähnelt ja stets der eines ‘crash stop maneuvers‘ (von ‚Volle Kraft voraus‘ zu ‚Volle Kraft zurück‘) eines Supertankers! Ein voll beladener solcher kommt nach etwa drei Kilometern, oder rund 15 Minuten, zum vollständigen Halt. Eine schiere Ewigkeit, wenn der absehbare Stahl-Sarg schon knapp bis zur Brücke vollgelaufen ist! In die „Rauchzeichen“-Zeitrechnung (inzwischen an die 3000 Seiten) transkribiert, dauerte es also knapp zehn Jahre bis das unbequeme Chronik-Menetekel in der vielstrapazierten ‚Mitte der Gesellschaft‘ angekommen war: Doch inzwischen nehmen selbst frisch aufpolierte Talk-Show-Systemerhalter, wie Maybritt Illner, Ingrid Thurnher, Günter Jauch oder Markus Lanz, die über Jahrzehnte hinweg pikiert geächteten Unworte, wie ‚Kapitalismus‘, ‚organisiertes Bankster-Unwesen‘ und sogar die unsägliche Gott-sei-bei-uns-Vokabel ‚Revolution‘ in den allerdings immer noch leicht nach unten gezogenen Mundwinkel! Höchste Zeit also für den „Rauchzeichner“, die spitzenkriminelle Halbwelt der Finanz-Spekulationen und Billionen-Betrügereien hinter sich zu lassen und den Styx direkt zum originären Hades noch tieferer Abgründe, der ordinären ‚Show-Biz-Hölle‘ nämlich, zu überqueren.

In unserer weithin wissensbefreiten Zeit, in welcher eine stets wachsende Anzahl der Mitbürger selbst bei Jux-Strassenbefragungen schon am Kleinen Einmaleins epochal scheitert und bei der Frage nach der Von-Bis-Lebenszeit des Nazareners gleich um ein paar Jahrhunderte danebenliegt, sorgt man sich schon um die saloppe scheinbare Verlosung des aktiven und passiven Wahlrechts!

Noch ein Amuse-Gueule aus der alltäglichen Deppen-Küche gefällig? Im immer noch tief katholischen Hoamatl fragte im verwichenen und entsprechend Punsch- und Weihrauch-benebelten Advent der einschlägig berüchtigte Radio-Reporter ein Passanten-Pärchen im kichernden Kleinkind-Duktus: „Wie hießen denn die Eltern von unserem Jesukindlein?“ Nach endlos umständlichem Rätseln einigten sich die ‚Leuchten der Liturgie‘ halbherzig auf ‚Maria und Josef‘? „Und wie hieß dann ihr Sohn?“, führte der Witzbold die Schwitzenden aufs Eis! Im Brustton der Überzeugung zuckte da der explosive Geistesblitz aus dem euphorisierten Manne: „Josef II.“! - Hart an der Grenze zum Nervenzusammenbruch ahnt der „Rauchzeichner“ auch schon unter Schaudern, wo derlei Unbedarfte ihre Kreuzerln hinmachen werden… Höchstwahrscheinlich eben bei ‚Jörgl II.‘, dem aktuellen Messias der ‚Fleißigen, Anständigen und Tüchtigen‘…

Auf kongenialem Substandard-Niveau einer bereits ganzen PISA-Generation wählten ‚die Österreicher‘ denn auch ihren Kandidaten für den Eurovision Song Contest 2012 in Baku, Aserbeidschan: Die ‚Helden von Gestern‘ und im Loser-Lackmus-Test gestählten Krampf-Kampf-Reime-Schmiede ‚Trackshittaz‘ mit ihrem Anal-Fetischismus-Rap ‚Woki Mit Deim Popo‘! Allerwertesten-Ikonisierung für die Nihilisten vom Vorstadt-Stammtisch. - Doch zumal die pandemische Volksverblödungs-Lawine die hintesten Winkel Vorderasiens doch noch nicht überrollt hatte, landete der körperverletzend-stupide Raptata-Umtata unter ferner liefen… Und selbst dort noch als Schlusslicht, - oanfach für’n Ǻrsch hålt, der Anti-Hådern aus Oberösterreich…

Man stelle sich bloß vor, Österreichs singulärer Sieger, nämlich der 1966 für Luxemburg gestartete Udo Jürgens, hätte statt:

„Merci, Merci, Merci für die Stunden
Chérie, Chérie, Chérie…“, etwa Rap-rauschig schwadroniert:

„Ich liebte sie, ich liebte sie, ich liebte sie,
bis zur Stund‘ ihrer Autopsie, Autopsie, Autopsie…“

Mid so oan Oasch-Orakel kimmt koa Popo nit in koa Finale eini…

Sonntag, April 22, 2012

NICHT MACHBAR!?

„…auf europäischer Ebene nicht machbar“, die Sache, hüstelte der deutsche Finanminister Wolfgang Schäuble jüngst verlegen.

„…auf europäischer Ebene nicht tragbar“, der Mann, wetterten da die Völker Europas empört!

Nun, die anmutige Leserin und der hellsichtige Leser (oder auch vice versa) werden es ja sofort erraten haben: Ersteres ist – ‚auf europäischer Ebene‘ - traurige Realität, zweiteres jedoch pure Illusion! Noch, jedenfalls!

Also: dieser Tage berichtete das HandelsBlatt: „Berlin. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Pläne für eine europäische Steuer auf Finanz-geschäfte endgültig aufgegeben. Auch eine geänderte Börsenumsatzsteuer … sei auf europäischer Ebene nicht machbar…“ Warum gibt der Mann so einfach auf? Und in wessen Namen tut er das?

Nicht machbar? Nicht durchsetzbar? Nicht exekutierbar? Wieso eigentlich? Und gegen wen denn nicht? Gegen den aalglatten Brit-Premier David Cameron etwa? Wieviel Strandsand darf denn so ein Einzel-Insulaner ins Getriebe einer gesamteuropäischen Entscheidung streuen, - ein einziger bloß, einer von fast 500 Millionen? Und zu allem Überdruss auch noch einer, der völlig ungeniert den Godfather der Londoner ‚City boys‘ gibt, diesem Krebsgeschwür der internationalen Finanzspekulation sogar zu Füßen liegt, und der berufsbedingt halt gerade mal spare-time-tenant at Number 10, Downing Street ist? Ein nadelgestreifter Spitzen-Reaktionär, der pointierterweise auch noch gelehriger Spross eines berufszockenden Börsenmaklers ist? Also quasi von Kindesflossen an: ein Baby-Hai unter Haien!

Nicht machbar? Wegen Carl Gustaf Folke Hubertus Bernadotte, eventuell? Wegen Carl XVI. Gustaf von Schweden also? Der soll ja selbst dann dagegen sein, wenn sein blaues Blut ausnahmsweise mal nördlich vom majestätischen Hosenlatz zirkuliert! Vielleicht könnte einer seiner Höflinge Seine Königliche Hoheit mal darüber aufklären, dass es sich bei der Finanztransaktionssteuer keineswegs um eine antiroyalistische Puff-Steuer handelt?! Sondern vielmehr um eine Steuer auf Finanztransaktionen eben, in der sowieso ridikülen Winzigkeit von 0,01 bis 0,1%!!!

Im Gegensatz dazu hat jeder x-beliebige Bürger im Hoamatl auf jedes talkerte Paarl Frankfurter beim Wirtn opulente 10% Umsatzsteuer abzudrücken! Und gleich 20% aufs Seidel dazu! Und auf jedes weitere freilich auch! Wann endlich – Himmelarschundzwirn - werden sich die ewig nur Über-den-(Stamm)Tisch-Gezogenen mal aufraffen, die ‚Demokratie‘ vom Kopf auf die Füße stellen, auf die Barrikaden steigen und mit der Macht der Masse postulieren: „Game over, ihr Wappler-‚Eliten‘! Wir zahlen jetzt auch keine USt mehr! Tja, - ist leider ‚nicht machbar‘! ‚Auf europäischer Ebene‘ und so, - eh scho wissen!“ Hätten sie doch die massive ‚Manpower‘ einer halben Milliarde Europäer als Sukkurs im Rücken! Ein glattes Kinderspiel also: so eine resche Rebellion der entschlossenen Massen gegen das verzagte Häuflein blasierter Parvenüs! Avanti gegen all die billigen und willigen Polit-Domestiken des Finanzkapitals! Und nicht zuletzt gegen die Handvoll Falotten, Spekulanten, Blutsauger und Strauchdiebe! Gegen all diese Nebochanten, die sich in ihrer ohnmächtigen Kapital-Knechtschaft und wahnhaften Selbstüberschätzung auch noch als ‚Eliten‘ aufspielen!

Besonders der computergepeitschten Hochgeschwindigkeitsspekulation (dem algorithmischen Bankster-Handel), die tagtäglich in Nanosekunden Abermilliarden US$, Euro und Yen um den Globus hetzt, ist auf der Stelle das apokalyptische Handwerk zu legen! Ebenso, wie die absolut skrupellosen (Lebensmittel)Spekulanten im Handstreich und unwiderruflich aus dem Verkehr zu ziehen sind. Denn die schwindelig machenden - von jeder ökonomischen Realität abgekoppelten – CDS- und sonstigen Derivate-Ringelspiele provozieren Zentrifugalkräfte, die wie monströse Katalysatoren auf die sowieso schon perpetuierte Weltwirtschaftskrise wirken!

Vorwärts, Völker! Dem apodiktischen Geschwafel der Schäubles & Co von der angeblichen ‚Nichtmachbarkeit‘ muss einfach das Wort abgeschnitten werden! Das finanzobrigkeitshörige Volksverblödungs-Geschwätz ist unter Strafe zu stellen! Es geht einzig um das Wohl der Mehrheit der Menschheit! Unverhandelbar! Demokratisch eben! Und ergo gegen all diese Wasserträger der Mächtigen, all diese Schäubles und die Schotter-Mitzis in ihrem Kielwasser! Ohne sie, - und über sie hinweg! Weg mit den Stallburschinnen und Steigbügelhaltern der pathologisch raffgierigen Mammon-Evangelisten!

Doch die windigen ‚Winkeladvokaten der mageren Machbarkeit‘ der Marke Schäuble, Fekter & Co setzen sogar noch eines d‘rauf? In eitler Pyrrhussiegerpose werfen sie sich in die schmächtigen Hühnerbrüste: Unter massivem Medien-Tamtam und in halbseidener Kumpanei mit dem Schwarzgeld-El-Dorado Schweiz haben sie ausgekungelt, die Milliarden krimineller Steuerhinterzieher - wie einst Al Capone - weisszuwaschen! Der heutige Staat – sowieso nicht mehr viel mehr, als der willige Lakai des Finanzkapitals - besorgt nun auch noch die Geldwäsche für seine Herrschaft selbst! Als stiller Koplize und Gauner unter Gaunern! Auf Augenhöhe mit der insgeheimen Galerie. Dessen nicht genug, verwöhnt er das flüchtige Falotten-Pack, das seinen Anteil an der Finanzierung des Gemeinwesens gesellschaftsschädigend in Steueroasen verschoben hat, auch noch mit Straffreiheit! Und das bei Wahrung voller Anonymität! Und für diesen politischen Offenbarungseid läßt sich die seltsame Personalunion von Schutzpatronen und Schuhputzern der Pfeffersäcke auch noch vom Boulevard als Held der einzig ‚machbaren‘ Steuermoral feiern! Wohl nach dem resignativen Loser-Motto: ‚Besser der Spatz in der Hand, als die Taube…‘ Einfach nur noch grotesk! – So agiert übrigens derselbe Staat, der gemobbte, entwurzelte und entrechtete Hartz-IV-Bezieher in sklavenähnliche 1-Euro-Jobs zwingt, oder - im Hoamatl – gerade einmal unpäßliche AMS-‚Eingliederung‘-Kurs-Schwänzer durch abrupten Leistungsentzug in akute Armut nötigt! „Friede den Hütten – Krieg den Palästen“, möchte man da nur noch mit der gerechten Wut eines Georg Büchner hinausschreien!

In dem Augenblick, in welchem diese häretischen Zorneswellen ins Notebook rollen, brüstet sich gerade die schrecklich schrille ‚Eliten‘-Mitzi aus Attnang-Puchheim in ihrem ebenso körperverletzenden Timbre, wie auch intelligenzbeleidigenden Duktus, auf OE3: „Freuen wir uns doch, dass die Steuersünder zurück sind!“ Kein Schmäh! Tja, Mitzi, Eureka und Hallelujah! Alle Pülcher sind wieder da, alle Pülcher, alle! Tu felix fraudator: adtribue! Und zwar „shortly, without von delay“, wie uns Polyglott-Mitzi in einer anderen Angelegenheit schon einmal wissen ließ! Tja, Elite bleibt eben Elite. Doch da konnte sich selbst der berufsbedingte Parteien-Schoner und joviale Radio-Moderator nicht mehr länger halten und prustete feixend heraus: „Herzlich Willkommen - Steuerflüchtlinge!“ – So hantelt sich also die skurrile Finanz-Farce von Höhepunkt zu Höhepunkt! Und jeder einzelne (Unter)Ton im absurden Polit-Alltag wirkt nur noch wie eine billige Live-Übertragung aus dem Gugginger Gugelhupf! Doch immer noch verläßt die angeblichen ‚Wutbürger‘ verläßlich jeder Mut und so kriechen sie halt im Stiefelstaub der Mächtigen immer weiter im Kreis: als mentalitätsmasochistische Wurmbürger…

Dieser Tage vermisste ich übrigens Sergej, meinen russischstämmigen Lieferanten von fast eh allem! Sein bescheidener Gröscherl-Laden besticht ja durchaus mit einem recht extravaganten Sortiment: vom Vodka bis zur Vase, vom Fingerhut bis zum Feuerzeug, vom Kaviar bis zum Karabiner. (Den Seemannshaken, geneigte Leser, nicht die Feuerwaffe! Obwohl, ob er nicht so ein klitzekleines Kalaschnikowerl unter der Budel bunkert, wer weiß?) „Warst Du auf Urlaub, amigo?“, wollte ich wissen. „Ach was, Urlaub, Towa-risch. Die Finanz piesackt mich! Prüft sogar meine kleine Bauchladen! Nix wie Zores!“ – Die Meinls jedoch, die Grassers, die Maischbergers, die Mensdorff-Pouillys und die… flanieren mit überheblichem Winner-Grinsen auf freiem Fuß durch die Luxuseinkaufsmeilen der Innenstädte oder lassen sich sonnigen Gemüts in ihren Bentleys zum Privatjet chauffieren… Wen wundert’s da noch, dass den Zaungästen ‚da draußen‘ allmählich der Feitl im Sack aufspringt…

Fazit: Wem zum demokratischen Grundprinzip, nämlich der Durchsetzung der Interessen der Mehrheit, nichts anders einfällt, als ein desperates ‚nicht machbar‘, der ist für unsere Demokratie ‚nicht tragbar‘. Weg mit ihm und all den anderen Speichelleckern seiner Façon!

Demokratie darf nicht heißen: alle fünf Jahre die Zweite Wahl (sowieso nur Appendizes ihrer Konformisten-Parteien) irgendwohin zu wählen, sondern sie – schon bei Bagatelle-Versagen – auch in der Sekunde feuern zu können! Keine U-Ausschüsse, nur Tschüsse y adios amigos! Null Kündigungsschutz bei provokativ zur Schau gestellter Ahnungslosigkeit, Lethargie, Feigheit oder gar Komplizenschaft mit der unersättlichen (Geld)-Macht! Au contraire mon cher, - und Tschüss, Herr Minister, wie man in Deutschland wohl sagen würde!

Sie haben gerade noch 5 Minuten Zeit, ihre vor Angst vollgeschissenen Hosen zusammenzupacken und das Büro zu räumen, Herr Schäuble! Ach ja, und wenn sie schon dabei sind, vergessen sie ihre Ösi-Amtskollegin nicht! Und adieu, Frau Fekter! Soviel Demokratie muss schon ‚machbar sein‘!

Und der Avantgarde-Anspruch der Mehrheit ist erst recht machbar, Herr und Frau Nachbar…

Samstag, März 24, 2012

§ 278 StGB

Eine radikal entideologisierte Viererbande – wenn auch am rechten Flügel des rechten Lagers sozialisiert – zettelte zur schwarzbraunen ‚Nullerwende‘ eine recht extravagante ‚Kulturrevolution‘ an, deren singuläres Ziel im unverschämten Zugriff aufs Staatsvermögen lag. An die Hebeln zum organisierten Verbrechen hatte die Falotten bekanntlich ein gewissenloser Ehrgeizler gehievt, der wirklich alles – bis hin zum sprichwörtlichen Verkauf seiner Großmutter - seinem ureigensten Ziel untergeordnet hatte: Nach jahrzehntelanger Schmach in der Zweiten Reihe endlich ‚Auch-einmal-Kanzler-spielen-dürfen‘! Seine kongenialen Protegés, allen voran provinzielle Emporkömmlinge, griffen in bihändiger Gier in die Vollen, womit der Tatbestand der Gründung eine Kriminellen Vereinigung [§ 278 StGB] auch schon erfüllt war:

(1) Wer eine kriminelle Vereinigung gründet oder sich an einer solchen als Mitglied beteiligt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.

Es wäre freilich nicht das Hoamatl, wenn die verlotterte Räuberbande nicht noch immer auf freiem Fuß durch den omnipräsenten Schmiergeld-Sumpf stelzte.

(2) Eine kriminelle Vereinigung ist ein auf längere Zeit angelegter Zusammenschluss von mehr als zwei Personen, der darauf ausgerichtet ist, dass von einem oder mehreren Mitgliedern der Vereinigung ein oder mehrere Verbrechen … ausgeführt werden.

Also, ein „auf längere Zeit angelegter Zusammenschluss“ ist angesichts der Doppel-Legislaturperiode des ‚Wendekanzler‘ wohl evident. Und „mehr als zwei Personen“ bei einer Viererbande erst recht. „Ein oder mehrere Verbrechen“ klingt bei der überaus opulenten ‚Speiskarten‘ (Anm.: österr. für Strafregister) der ‚Veb-Vier‘ (verbrecherische Vier) wie typisch österreichischer, autoflagellantischer Euphemismus! Denn die Multimillionen-Beute des Quartetts geht auf keine Kuhhaut.

(3) Als Mitglied beteiligt sich an einer kriminellen Vereinigung, wer im Rahmen ihrer kriminellen Ausrichtung eine strafbare Handlung begeht oder sich an ihren Aktivitäten durch die Bereitstellung von Informationen oder Vermögenswerten oder auf andere Weise in dem Wissen beteiligt, dass er dadurch die Vereinigung oder deren strafbare Handlungen fördert.

Na alsdann, wenn die ominöse „Bereitstellung von Informationen“ nicht geradezu massgeschneidert ist für jenes Viertel der Bande, welches sonst hauptberuflich mit der kniffligen Kardinalfrage beschäftigt ist: ‚Wos woar mei Leistung?‘ Und für die „Bereitstellung … von Vermögenswerten“, welche „strafbare Handlungen fördert“ zeichnete bandenintern wohl das zweite Viertel, der sinistre Millionen-‚Durchlauferhitzer‘ aus Mürzzuschlag („Wir waren alle gierig“) verantwortlich. Und das windige dritte Drittel (freilich einst auch schon Haider-Intimus) wurde vom inzwischen tragisch verblassenden Ex-Finanzminister und Räuberhauptmann der Bande in allerhand Schlüsselpositionen gehievt.

Das Unwort der vergangenen Dekade, nämlich ‚Unschuldsvermutung‘, reizt inzwischen jeden halbwegs Zivilisierten nur noch zum grobkörnigen Kotzen! Doch laut Presserecht gilt es freilich auch für die eben portraitierte ‚Viererbande‘:

Walter Meischberger, Peter Hochegger, Ernst Karl Plech und ihren capo di tutti capi KHG.

Bei Anwendung des § 278 StGB müsste die skrupellose Gang freilich längst hinter Schwedischen Gardinen schmoren! Doch den sogenannten ‚Mafia-Paragraphen‘ – schon einmal prophylaktisch zum Paralysieren potentieller Revolutionäre der näheren Zukunft installiert – testete man ja bislang bloß an kreuzbraven Tierschützern.

Unter die Kategorie Provinz-Einzeltäter mit internationalen Verbindungen fällt der stets launige ‚Sugar-Daddy‘ schwarzer Parteikassen, der Luisinger Bauer (Selbsteinschätzung) und Gatte der (vatikanisch)-schwarzen Witwe Maria Rauch-Kallat. Entgegen der üblichen Sugar-Daddy-Usance hatte der lose Landadelige – vermutlich zwecks trivialer ‚Beziehungs-Expansion‘ – einmal sogar eine Ältere – nämlich die aus tiefschwarzem VP-Adel stammende Wirtstochter Mitzi – in Kauf, sowie ins fürstliche Himmelbett genommen. Die G‘schamige aus Hernals hatte sogar ihre erste Ehe annullieren lassen, um ihrem vorrepublikanisch ja noch adeligen Galan quasi unbefleckt in die nobel betuchten Lobbyisten-Arme sinken zu können. Ihr patenter Prinzgemahl sollte es seiner ‚Frau Gräfin‘ und ihrer Partei millionenfach vergelten…

Der notorische ‚Mein-Adels-Ali-Arsch-tanzt-immer-auf-allen-Kirtagen‘, der schlichtwegs unkopierbare Saab-Gripen-Eurofighter-Siemens-Schmiergeld-Telekom-Tetron-Affäre-OMV-Petrom-Schieber und strahlende Saubermann erschien der Öffentlichkeit dieser Tage ganz in Schwarz, zumindest so rabenschwarz, wie seine stets mitnaschende Schutzgeld-Partie-Partei! Präziser gesagt, - eher ja geschwärzt! Denn die fürsorgliche Schotter-Mitzi aus Attnang-Puchheim - seit einiger Zeit nun auch noch Finanzministerin - hatte seinen Finanzakt dermaßen durchs Tintenfass ziehen lassen, dass gerade mal sein Name zu entziffern war: Alfons Mensdorff-Pouilly, der pfundige Graf für alle Fälle!

Die Steuererklärungen des sakrosankten Millionen-Jongleurs waren von dem Untersuchungsausschuss angefordert worden, der den irrwitzign Telekom-Skandal, das wohl gigantischte, organisierte Verbrechen der 2. Republik zu klären vorgibt. Der halbstaatliche Konzern hatte sich nach Lust und Laune profitable Gesetze gekauft, Schmiergelder gleich gießkannenartig verspritzt und Politiker im Dutzend-Pack auf seiner Lohnliste geführt. Womit sich auch wieder der Kreis zum veruntreuten ‚Mafia‘-Paragraphen 278 StGB (s.Tierschützer) schließt! Gegen diesen unfassbaren Korruptions-Sumpf wirkt ja jede x-beliebige Bananenrepublik wie die geheime Geburtsstätte des Perikles! Der alte Athener hatte ja schon vor 2500 Jahren notiert: „Die Verfassung, die wir haben [...] heißt Demokratie, weil der Staat nicht auf wenige Bürger, sondern auf die Mehrheit ausgerichtet ist." – Unsere heutige ‚Demokratie’ ist – au contraire, mon frère – voll und ganz auf den organisierten Raub durch eine verschwindende Minderheit ‚ausgerichtet‘! Eine Handvoll verwahrloster Schurken besticht ein bis ins Mark korrumpiertes Polit-Personal, kauft sich bare Münze werte Gesetze nach Lust und Laune und bereichert sich völlig ungeniert nach Strich und Faden! Na und? Geiz ist geil und g’schissen d’rauf: Die immer monströser werdende Zeche zahlt doch sowieso die völlig vertrottelte ‚plebs misera da draußen‘…

Schnitt. Deutschland. Beim nördlichen Nachbarn hatte sich ein kleingläubiger Schnäppchenjäger von Mutti Merkels Gnaden gar das Höchste Amt im Staat unter den Nagel gerissen. Schon als niedersächsischer Ministerpräsident hatte er ja ein perfektes Doppelleben kultiviert: Als Provinz-Biedermann in der Öffentlichkeit pochte er vehement auf moralische Top-Standards, als der Polit-Parvenü Wulff – unterdessen mittels seiner publicitygeilen Zweitfrau Bettina auch leidlich aufgehübscht – kungelte er dann aber doch lieber mit halbseidenem Geldadel, brachialen Machtstrebern und milchigem Talmi-Glanz-Glamour. Und als Prototyp des postdemokratischen Politikers perfektionierte er das moderne Ideal: Von hoch oben herab dünnpfiffig aufs Volk geschissen, stets den Pfeffersäcken die Füße geleckt, - so läuft eben das subalterne Zahnrädchen im Perpetuum mobile der ‚demokratischen‘ Machtmaschine wie geschmiert! Im Gegenzug versüßen frivole Upgrades aller Art den Alltag, fallen allerhand Almosen ab, Schnäppchen halt, wie man heute gern sagt: Wohlfeile Kredite fürs fantasielose Philister-Eigenheim in Großburgwedel, Gratisurlaube bei ‚Freunden‘ mit ‚richtig viel Pinke-Pinke‘, Logenplätze bei diversen Protz-Parties eines selbsternannten ‚Event-Königs‘, - und BILD polierte mit putzigen Homestories zwanglos das zugehörig-gekünstelte Hochglanz-Image auf! So ließ es sich salopp leben…

Dabei hatte Werner Schneyder schon vor Jahren mit Blick auf Jörg Haider gewarnt: Mit gewissen Personen könne man sich allenfalls in der Isolation verschwiegener Lifte treffen! – Doch Germany‘s last Top-Darling, der unentrinnbare Wunder-Wuzzi-Wulff, hatte da wohl etwas missverstanden: Er stieg mit windigen Figuren, wie Carsten Maschmeyer (gegen dessen ‚Finanzoptimierer‘ AWD wegen des Verdachts des gewerbsmäßig schweren Betrugs ein Strafverfahren läuft), oder Party-Parvenü Manfred Schmidt in den vieldeutigen Aufzug nach ganz oben: allerdings coram publico im Paternoster!

Vor dem U-Ausschuss in Wien entfaltet indes das Korruptions-Ringelspiel immer stürmischere Zentrifugalkräfte! Eben erst wurde ausgerechnet der ÖVP-Fraktionsvorsitzende im Ausschuss, Werner Amon, selbst als Nehmer von Telekom-‚Zuwendungen‘ enttarnt und die Staatsanwaltschaft forderte die Aufhebung der Immunität von ‚Almosen-Amon‘. („Es waren do eh nur 10.000 Euro.“) Die humorlose Staatsanwaltschaft plant dennoch, den patscherten Schwarzen wegen gemeiner Geldwäsche anzuklagen! Al Capone en miniature! Ein schlichtes Scarfacerl aus der Untersteiermark halt.

Und weiter in der (Schla)wi(e)ner Groteske: Die klandestinen Profiteure des scheinbar niemals versiegenden Telekom-Füllhorns untersuchen nun gegen sich selbst! I gegen mi – des is de brühwårme Jovialität à la Hoamatl! Da geht ja sogar dem Wiener Schmäh der Schmäh aus! Und so gibt sich im Parlament tagtäglich das ‚Who is who‘ von willfährigen Polit-Schranzen, bankrottierenden Bankstern, splendablen Industrie-Bossen und -Kämmerern, luziferischen Lobbyisten und schamlosen Schönschmierern der Journaille die neoklassizistischen Türklinken in die Hand. Das sonst so blickdicht abgeschottete Räderwerk der omnipräsenten Korruption öffnet einen Spalt zum Olymp eines wasserdichten Gangster-Syndikats! Mafiakonform tritt dennoch - bis auf ein paar pikante Anekdötchen - kaum etwas ans Tageslicht! Denn der Durchblick aufs Substantielle fällt einerseits der Omertà und andererseits der offensichtlichen Amnesie sämtlicher Beteiligter zum Opfer!

Der süffisante Graf aus Luising grinst bloß in babysatter Rosigkeit, witzelt voll blasiertem Desinteresse mit seinem Anwalt 'rum und strapaziert sonst bloß die stereotype Floskel: „Ich entschlage mich.“ „Ich entschlage mich.“ „Ich entschlage mich.“ Volle 43 Mal! Gabs da nicht mal sowas wie die Beugehaft?! Doch, doch! Doch die wurde einzig und allein gegen die oben erwähnten Romantiker vom Tierschutz exekutiert!

Einer von Alis gerngesehenen Jagdgästen auf Dalnaglar Castle in den schottischen Highlands (in Balmoral nebenan residiert sommers die Queen) ist auch der seinerzeitige Generalsekretär der IV (Industriellenvereinigung), Markus Beyrer! Doch der arme Tropf leidet bezüglich seiner wiederholten Jagdlust Schulter an Schulter mit dem umtriebigen Grafen leider unter beängstigendem Gedächtnisverlust. Einfach erschütternd, in welch klinischem Zustand sich so manch eine Spitze der Gesellschaft befindet. Bei Jugendlichen nennt man die psychische Störung ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom)! Häufig geht sie mit Hyperaktivität einher. Des „Rauchzeichners“ etwas flapsige Ferndiagnose erklärte jedoch womöglich das zwanghaft-rastlose Hetzen durchs Unterholz, sowie das geradezu schon pathologische Herumgeballere auf todesfürchtig-flüchtiges Niederwild! Bei Adolenzenten ist das ADS medikamentös noch leidlich in den Griff zu bekommen, – und zum Glück sind die Junior-Patienten ja meist auch unbewaffnet! - Als Alternativ-Diagnose für den gedächtnislosen Waidmann Beyrer käme freilich auch noch Altersdemenz infrage! Die wäre jedoch höchst beklemmend, - bei einem Jahrgang 1965! Die meisten seiner dementen Leidensgenossen stehen allerdings auch unter Sachwalterschaft! Doch unser Scotch-schlürfender ‚Ballermann‘ ist mitnichten entmündigt, sondern als nunmehriger ÖIAG-Chef Herr über sämtliche Beteiligungen der Republik Österreich an verstaatlichten und teilverstaatlichten Unternehmen! Hilfe! Der verhaltensauffällige Patient verwaltet Milliarden! Unsere Milliarden! Und das unter der vermutlichen Diagnose fataler Amnesie! Wenn der verwirrte ÖIAG-Capo so ein Milliarderl verlegt, findet man es doch nie wieder! Und da soll einem nicht angst und bang werden!

Gemessen an der verrotteten Realität nimmt sich die bald schon ein Jahrzehnt währende Fundamentalkritik des „Rauchzeichners“ an der alleszertrümmernden Finanzdiktatur noch immer nur wie ein Kindergeburtstag aus! - Und dennoch scheitern die alltäglich Düpierten immer noch daran, das längst firmamentgroße Menetekel zu erblicken!

Und so aalt sich die neunköpfige Hydra weiterhin ungeschoren und vollgefressen in ihrer Hybris! Mit einem Herakles wird die Menschheit da wohl kaum auskommen! Es wird ihrer viele brauchen…

Aber immerhin stehen der neunköpfigen Bestie ja sieben Milliarden hoffentlich bald etwas klügere Köpfe gegenüber…

Samstag, Februar 11, 2012

KAPITALISMUS: KAPITULATION oder KRIEGSPFAD!

Oft sind es ja bloß verkorkste i-Tüpferl-Reiter, oder engherzige Besserwisser, die sich vom punktgenauen Eintreffen ihrer einstigen Prognosen aphrodisieren lassen. Dennoch lohnt es zuweilen, in die Tiefen der eigenen Archive abzutauchen: zwecks Verifizierens düsterer Vorahnungen! - Doch angesichts der immer unverfroreneren Plagiats-Tsunamis, welche über die trostlosen Ideen-Wüsten unseres ‚alternativlosen‘ Sackgassen-Systems hinwegfegen, legt der „Rauchzeichner“ gesteigerten Wert auf die Feststellung, einzig und allein von sich selber abzuschreiben!

In einer Art Präambel zu den „Rauchzeichen aus dem globalisierten Niemandsland“ vom Jänner 2004 hieß es im Gedenken an den genialischen Hermann-Leopoldi-Hadern „Schön is so a Ringelspiel“ (Text: Peter Herz) zur Frage ‚Hetz oder Hetzjagd‘ also:

„Seit die binäre Welt auf Nullen und Einser zurückgeworfen ist, hat sich die Hetz irgendwo dazwischen absentiert. Inzwischen werden sämtliche Lebensbereiche, die Arbeit und die Freizeit, die Kunst und das Savoir vivre, die Wissenschaft und der Sport, die Lust und die Liebe, die Kultur und die Kreativität, die Improvisation und das Impromptu, der Sex und das Sozialsystem, der Ernst und die Hetz einem singulären Götzen geopfert: 3 % Wachstum für die Konzerne der globalisierten Weltherrschaft. Wird dieser Wert nicht realisiert, bröckelt das Imperium und bricht schließlich zusammen.“

Tja, dass sich die hundsordinäre Ökonomie schon damals als Subjekt der Geschichte aufgespielt hatte, hätte ‚die da draußen‘ eigentlich beizeiten hellhörig werden lassen müssen! Doch jetzt haben die tauben Nüsse den Scherm halt auf! - Zeit für eine petit Tour d’Horizon zur metastatisch wuchernden Eiterbeule des zerstörerischen Kasino-Kapitalismus‘. Egal, ob nun bloß dummdreist, oder doch eher tumb-liebedienerisch, haben einfältige Polit-Vasallen weltweit das Monster des gemeinen Alchemie-Banksters von der Kette gelassen! Der gefräßigen Kreatur den Käfigschlüssel zugespielt! Dem Moloch die Autobahn in den Ruin der Menschheit asphaltiert: Verschachtelt-verschleierte und gänzlich undurchschaubare Fantasie-Derivate, CDOs, CDSs, camouflierte Luftgeschäfte sowie Hasard-Exzesse, ähnlich den kriminell geschobenen Greyhound-Wetten billiger britischer Buchmacher, katapultierten die un(an)greifbaren ‚Märkte‘ in immer lichtere Höhen und ließen die blutrünstigen Lefzen der Bestie ‚Markt‘ hechelnd erbeben! Kennt der Kapitalismus doch bloß ein singuläres Dogma: Profitmaximierung, Profitmaximierung und nochmals Profitmaximierung! Wir beinen euch bis zum letzten Knochen aus, und den auch noch bis zum letzten Mark(t)krümel! In Zeiten der Diktatur der modernen Finanzindustrie erst recht! - Bald schon wurde das 3%-Wachstum der Realwirtschaft als läppische Pfündner-Rendite verhöhnt! 25% wolle er mindestens ergaunern, schwadronierte der eidgenössische Deutsch-Bankster und Merkel-Puppenspieler Ackermann ins 3. Jahrtausend! Trotzig rief er auch noch nach dem Fall von Lehman-Brothers im September 2008 seinen kriminellen Pülcher-Brüdern zu:

„Der Geschröpfte rennt,
der Globus brennt!
Papperlapapp! Papperlapapp!
Keiner macht mir da schlapp!
Immer her mit den 25 Prozent!“

Und im Reklame-Duktus von Ricola-Kräuterzuckerln: „Wer hat‘s erfunden?“ Das organisierte Verbrechen aus den Chefetagen der Banken nämlich! ‚Hinter uns die Sintflut‘ kreischten da auch die gleichfalls in entrückten Galaxien levitierenden Co-Ackermänner zwischen der Londoner Canary Wharf und der New Yorker Wall Street: 300, ja sogar 3000% müßten dem ge-, und verblendeten ‚Anleger‘ schon aus dem Steiß zu brechen sein! Und so plusterten die konspirativen Neo-Alchemisten das Goldene Kalb zum brillantenbesetzten Mammut auf: zum verführerisch glitzernden Fabelwesen mysteriöser Geldvermehrung! Geld aus stinkender Mammutscheiße, Geld aus verpesteter Luft, Geld aus fauligen Fantasien! Von wegen: Non olet!

Das infame Doppelpassspiel zwischen den Bankstern und dem Paradoxon ihrer symbiotischen Parasiten, den Rating-Agenturen, konnte nun bis zur finalen Implosion immer weiter eskalieren! Abgekartet, perfid und gnadenlos! Die gekauften Agenturen adelten die, aus dem Taschenspieler-Zylinder gezauberten, Ramsch-Papiere mit der Bestnote Triple-A, wodurch die Abakus-Falotten ihre toxischen Wertlos-Papiere gar nicht erst mit Kapital zu unterfüttern hatten. Derart hebelten die Bankrott-Bankster ihre Unterkapitalisierung in immer abstrusere Dimensionen und zogen 99 Prozent der Welt mit ihren krummen Diebsfingern über den Tisch: von gutgläubigen Pensionskassenwarten über ahnungslose Kleinanleger bis hin zu Städten, Gemeinden und Kommunen, die als provinzielles Dumpfbacken-Freiwild quasi ihr Familiensilber, also ihre Kindergärten und Volksschulen, ihre Schwimmbäder und Bibliotheken ins globalisierte Pfandl trugen!

In der ‚Präambel‘ hieß es 2004 weiter:

„Der virtuelle Quantensprung hat alle bisherigen philosophischen Lebensentwürfe in einem bisher ungekannten Taifun verquirelt, in dessen windstillem Auge sich die neuen Götter ihren luxuriösen Olymp eingerichtet haben: die humorlosen Mammon-Mogule des Serengeti-Kapitalismus und ihre servilen, oder auch co-profitierenden Handlanger aus Führungsetagen, Politik und Medien. Der bis zur Selbstaufgabe in prekären 'Ich-AGs' verdinglichte Bürger vegetiert - unter dem Propaganda-Hollodoro ‚ultimativer Individualität‘ - als entmündigtes 'attachment' am Beutel der Mainstream-Ökonomie dahin: ebenso willen-, wie machtlos.“

Die servilen Polit-Lakaien des Kasino-Kapitalismus hatten also ganze Arbeit geleistet! Darunter nicht wenige, die einst – zumindest für die Galerie - unter Roten Fahnen gesegelt waren: die Schröders etwa (Der „Genosse der Bosse“ und Agenda-2010-Mephisto wirkt heute als Glamour-Gasmann in Putins Gazprom und ist nun endlich auch beim ‚richtigen‘ Geld angekommen), die Blairs (klammheimlicher Thatcher-Apologet; nach Polit-‚Dienstschluss‘, 2007, kassierte er neun Millionen US-Dollar Vorschuss für seine Memoiren vom Verlag Random House) und selbst die rebellischen Pflaster-Pflüger aus der 1968er-Ära, wie der radikal gewendete Turnschuh-Joschka! (Der tanzt nun postkarrieremäßig gern als Gastredner bei Barclays Capital oder Goldman Sachs an: Inzwischen freilich in schwarzgewienerten Hochglanz-Mass-Budapestern! Noblesse oblige: No brown in town! Die nöblige ‚Joschka Fischer Consulting‘ verdient als diskreter ‚Türöffner‘, verschwiegener Interna-Flüsterer und gelackter Lobbyist ein kleines Vermögen. Tja, vom Marktflecken Gerabronn (4277 Einwohner) bis in den Olymp Berlin-Grunewald, dem traditionell exklusivsten Refugium diebischer Pfeffersäcke: eine echt linke Parade-Karriere!)

Als stumpfsinnige Herolde des Francis-Fukuyama-Geschwafels vom ‚Ende der Geschichte‘ (1989; in einem jüngsten SPIEGEL-Interview gibt sich der reuige US-Professor allerdings kathartisch um 180° gewendet und ruft nunmehr, als derniere cri seiner Wankel-Politologie, verzweifelt nach dem „Aufstand der Linken!“) hatten sich die Parteien aller Couleur - Lemmingen gleich - in der sogenannten Mitte zusammengerottet. Ende der Geschichte = Ende des Klassenkampfs! So ließ sich‘s kommod und vor allem widerstandslos lohndumpen, das Sozialsystem durchlöchern und überhaupt breitflächig plündern. Die ominöse Mitte, angeblich der einzige Ort, an welchem noch Wahlen zu gewinnen wären, war zwar hoffnungslos überfüllt, aber dennoch nach links und rechts mit eiskalten Eisenprofilen abgeschottet. Und keiner wollte so recht bemerken, dass sich die herbeigelogene ‚Schicksalsgemeinschaft‘ („Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut.“) der Superreichen, wie der Bettelarmen unter dem Diktat selbsternannter ‚Eliten‘ freiwillig an die Schwellen eines hochfrequentierten Schienenstrangs gekettet hatte. Dort waren sie nun auf Gedeih und Verderb gefangen, - wie im magischen Lichtkegel australischer Karnikel-Jagden! (Anfang der 1970er-Jahre hatte sich der damals ja erst angehende „Rauchzeichner“ – und an sich kein Freund infantilen Herumballerns – zuweilen an nächtlichen Hasen-Hatzen beteiligt. Aus purer Solidarität! Im Outback waren die dauerrammelnden Viecher zu einer geradezu biblischen Plage geworden, der sich die Aussies mit allen Mitteln zu erwehren suchten. Also saßen wir zu jeweils Zweien auf den Motorhauben diverser Pick-ups, der eine mit einer Batterie-Flugzeug-Landelampe, der andere mit einer Winchester bewehrt. Kaum war der intellektuell eher inferiore Meister Lampe in den Lichtkegel gehoppelt, war es auch schon um ihn geschehen: Denn die simple Flucht aus dem letalen Licht ward ihm vom äußerst selektiven ‚Herrn im Himmel‘ nicht gegeben, sodass er trotz wüst rumpelnder Jeeps selbst uns whiskeygetränkten Schützen zur leichten Beute wurde.)

So ähnlich erging es Jahrzehnte danach auch dem postpostpostmodernen Kapitalismus-Apologeten, der – paralysiert am Gleiskörper der ‚Alternativlosigkeit‘ und geblendet von illusorischen Verheißungen – schockstarr in die Aufblendlichter der rasenden Lokomotive starrte! Dabei hätte ihn schon ein winziges, ‚alternatives‘ Trippelschrittlein zur Seite mühelos retten können! Doch die stupide Gebetsmühle von der absenten Alternative ratschte auch noch den letzten Funken Verstand in Grund und Boden! Ursprünglich vom Sargnagel der englischen Demokratie, Margaret Thatcher („There is no alternative“), in den 1980ern in die Welt gesetzt (anläßlich der Hochzeit von Charles und Diana, 1981, hatte der „Rauchzeichner“ für die „Austria Wochenschau“ in London und Liverpool eine vernichtende Abrechnung mit der Selbstzerstörung des Empire durch den Thatcherismus gedreht.), galt die unausrottbare Idioten-Phrase bis zuletzt auch als Lieblings-Mantra von Mutti Merkel und ihren neoliberalen Spießgesellen. Und so log sich schließlich sogar das mit Vorsatz vertrottelte Stimmvieh den gleissenden Schein am heranbrausenden Lok-Koloss zum Licht am Ende des Tunnels schön! Autsch!!! Doch noch immer stellte keiner der notorisch Düpierten das perfide Kapitalismus-Komplott als Ganzes, als durch und durch, in sich und aus sich gescheitertes, menschenfeindliches Ausbeuter-System infrage! Vielmehr sollte der wachkomatöse Patient von allerlei maliziös kichernden Kräuterhexen gesalbt und von geschmierten Hof-‚Ökonomen‘ gesundgebetet werden… (Die einen predigten Feuer, die anderen Wasser… Vulgo Schuldenbremsen versus Finanzspritzen… Doch hängt der Todgeweihte erst mal am Tropf der Notenpressen, hüpft er dem Hyperinflations-Teufel nicht mehr von der Schaufel…)

Entsprechend düster klangen auch schon die Prophezeiungen in „Rauchzeichen 04“:

„Seither feiern die 'Peitscherlbuben' des global galoppierenden Finanzkapitals (häufig auch als bekennende Pferdenarren bekannt) im Siegesrausch champagnersprühende Orgien ohne Ende und schicken - wie einst die Gangs aus Chicago um 1930 - ihre Bugln fürs Grobe ins letzte Gefecht: zur finalen Zertrümmerung der übers vorige Jahrhundert hinweg mühselig erkämpften Sozialsysteme. Gier und Menschenverachtung lassen keinen Stein mehr auf dem anderen. Der schwindlig rotierende Roulette-Kessel des entfesselten Finanz-Kreisels entwickelt dabei enorme Zentrifugalkräfte. … Gierige Manager-Geier sanieren sich und ihre Aktionäre durch monströse Massenentlassungen. Gleich den Cäsaren im alten Rom entscheidet ihr Daumenspiel über das Schicksal der Morituri.“

Der indes an seiner Geilheit („Geiz ist geil“ – „Gier noch geiler“) verreckte Kadaver des Kasino-Kapitalismus sieht so perforiert aus, wie eine von Jack the Ripper hingemetzelte Metze in London 1888. East-End-Jack im Dauer-Blutrausch! - Und wie reagieren die Obamas und die Putins, die Hu Jintaos und die Wen Jiabaos und - last but not least - die Montis und die Merkozys unserer Tage? Sie picken pikiert da und dort ein Schönheitspflästerchen auf den hingemetzelten Kapitalismus-Korpus! Doch der ist weder heil-, noch reformierbar! – Und so irren die desorientierten Trauergäste zwischen den offenen Zombie-Gräbern umher und schreien verzweifelt nach Rettung! Nach einer Art Arche Noah aus dem menschenverachtenden Schlamassel! Obwohl sie schon ahnen, dass es sich – bei ihrem Glück – doch wieder nur um eine neue Titanic handeln wird…

Schon damals schimmerte die Untergangs-Ahnung aus den „Rauchzeichen 04“:

„Längst ist das Gerangel um die vorletzten Plätze in der Sozialpyramide einem - jegliche Solidarität zertrümmernden - Faustrecht gewichen. Die ums nackte Überleben bangenden, industriellen Reservearmeen verschaffen der finanziellen 'Disponibilität' der neuen Herrscher noch zusätzliche Profit-Schübe. Und ihre Raffgier wird täglich unverschämter: Immer gewaltigere Gold-Berge der gesellschaftlich geschaffenen Produktivitätssteigerungen sahnt die neue Midas-Klasse schamlos privat ab. Mehr privat - weniger Staat.“

Nun gut, unterdessen sind ja all die Strassenräuber, die das Volksvermögen als Opfergabe an den Cyber-Kapitalismus und zur Demontage des Sozialstaats verscherbelt hatten, all die Schüssels, die Haiders und Gorbachs, die Grassers und Strassers, die Meischbergers und Hocheckers sowie all jene, derer man sich zum Glück nicht mehr erinnert, schon Geschichte und der heimliche Drahtzieher der Enteignung seiner Schutzbefohlenen, der ‚Fleißigen und Tüchtigen‘, Bärental-Haider, hatte sich in einem deutschen Auto auf Französisch in die ewigen Jagdgründe empfohlen! – Doch all das verschafft nur eine winzige Atempause, - denn wer rettet uns nun vor der massenenteignenden Inkompetenz der Faymanns und der Spindeleggers, der Sorgers und der Fekters? – Und im Afterwind der planlosen Dilettanten sind auch schon die Reihen wieder dicht geschlossen. Schon rotten sich die Deklassierten wieder zu den braunen Bataillonen plärrender Barbarei zusammen… Und ihr Abstauber-Führer schweigt, genießt und zählt - unter Zuhilfenahme seiner Finger - die Stunden bis zur Machtergreifung… O tempora, o mores…

Die „Rauchzeichen“ ahnten es schon 2004:

„Die offensichtlich an den Geld-Tropf der Mogule geketteten Rosstäuscher der Politik verkaufen den aberwitzigen Goldrausch der winzigen Minorität als ultimative Demokratie und als absolut 'alternativlos', sozusagen als conditio sine qua non der 'Spielregeln' der neuen Zeit. Auch die global operierenden Medienkonzerne applaudieren dem vielstimmig und wortreich, und machen mit den Superreichen, wie den 'Losern' Quote. Indes die Klassenkämpfer des Kapitals unter dem grell ausposaunten Postulat der "klassenlosen Gesellschaft" sagenhaft Kassa machen.“

Tja, um endgültig vor die Hunde zu gehen, werden wir also keiner präkolumbianischen Prophezeiung bedürfen. Den Weltuntergang schafft der Kasino-Kapitalismus schon ganz allein, sofern wir es nicht schaffen, die letale Heuschreckenplage beizeiten auszuräuchern… Die Maya-Kultur in allen Ehren, doch die Welt wird sich auch nach dem 21.12.2012 noch drehen… Doch leichter tät‘ sie sich, wenn sie bis dahin den Mühlstein der Mehrwerträuber und Finanz-Verbrecher vom Hals hätte… Geht’s doch längst nicht mehr nur um Gewinn und Verlust, sondern wiederum um Zivilisation oder Barbarei, wieder einmal um Krieg und Frieden und, - letztendlich um Leben und Tod… Ein extrem haariger Zeitpunkt für akademische Analysen, Apathie und Agonie! Keine Zeit mehr für infantilen ‚Occupy‘-Pazifismus! Höchste Zeit für Aktion… Und allerhöchste Zeit, dass sich die ausgeplünderte Menschheit im Notwehr-Kampf solidarisiert und globalisiert…

Zur Wahrung der Authentizität des 2004er-Essays sei der anmutigen Leserin und dem schlauen Leser ein fast schon defätistischer Seufzer nicht vorenthalten:

„Der zwischen Wut und Fatalismus kochende Chronist neigt - ‚Ende der Ismen‘ hin oder her - immer mehr zum Lieben Augustinismus, schaut den globalisierten Raubrittern fassungslos auf die Finger und läßt ihren Irrwitz Revue passieren: Indessen mißbraucht er seinen Maus-Scroller als psychotherapeutischen Rollstuhl durchs Lazarett des globalen 'Gugelhupfs‘.“

Infolge des heutzutage virulenten Krisen-Alltags erhöht der „Rauchzeichner“ inzwischen wieder die (An)Schlagzahl der „Rauchzeichen“, gräbt mit bloßen Händen das Kriegsbeil aus und hält sich mittels alttestamentarischer Zornesröte für die Erstürmung der Plutokraten-Wagenburg warm! – Zur Befreiung der gequälten Indianer-Stämme wird man sich wohl zunächst einmal einer marxistischen Binsenweisheit erinnern müssen: „Expropriiert die Expropriateurs!“

Alsdann, avanti vereinte Rothäute, voll Kriegslist auf den Kriegspfad ihr Apachen, Blackfoot und Cherokees, an die Tomahawks ihr Cheyenne, Irokesen und Sioux: Raus aus den Tipis und 'rauf auf die Mustangs, die Pfeile gespitzt, die Bögen gespannt und den blutrünstigen Räuber-Trecks ein für allemal unter die Puderzucker-Nasen gerieben, wo die Rothaut das Feuerwasser herholt: Stellt den blasierten Bleichgesichtern endlich auch einmal das Haxl und verpasst ihnen derart ihr wohlverdientes Wounded Knee! – Schickt die hinichen Hatscherten auf ihren ureigensten ‚Trail of Tears‘!

Howgh, - der „Rauchzeichner“ hat gesprochen: Friede den Tipis, Krieg den Forts…

Donnerstag, Dezember 22, 2011

VOM DOPPELPASS ZUM DREIBAND-STOSS!

Vor dem verwichenen Sommer noch hat der Wiener Wirtschaftsforscher Stefan Schulmeister medial recht breitflächig (‚Der Standard‘, ‚Frankfurter Rundschau‘, ‚Handelsblatt‘ etc.) die Hütchenspielertricks zwischen den „Alchemiebanken“ und den – an ihren Zitzen hängenden - Rating-Agenturen einerseits und den hilflos hin- und herdilettierenden EU-‚Eliten‘ andererseits aufgeblattelt. Nur zur Erinnerung für alle Anti-Gambler: Das ominöse Schaumstoffkugerl liegt bekanntlich zu keinem Zeitpunkt unter keinem der Hütchen, vielmehr halten es auch die Finanz-Industrie-Illusionisten stets verstohlen zwischen ihren klebrigen Klebln! - Dabei ist es auch völlig unerheblich, ob die Falotten am brüchigen Asphalt düsterer Seitengassen oder hinter aufgepolsterten Mahagoni-Kassettentüren pompöser Chefetagen zocken. Das Ziel bleibt immer dasselbe: der (schwere) gewerbsmäßige Betrug! Die Spielregeln der modernen Pyramidenspiel-Variante lauten ja dieser Tage so: Die gedungenen Agenturen lizitieren das Rating ganzer Staaten auf Ramsch-Niveau runter, die Bankster die Zinsen in der Folge rauf, – und nach mehrmaligem Doppelpass-Spiel sind Banker & Rater noch ausgefressener, - die erpressten Opfer hingegen endgültig ausgehungert und somit bankrott! Und die kümmerlichen Reste der Pseudo-Demokratie sind dabei auch noch auf der Strecke geblieben… Leichtsinnig verspielt an ‚kafkaeske Märkte und Mächte‘! Quasi en passant ausradiert von der omnipotenten Diktatur des Kapitals…

Der wohl nicht gerade des Kryptokommunismus verdächtige Schulmeister: „Das Doppelpassspiel zwischen Ratingagenturen und Finanzalchemiebanken spielt die Euroländer gegeneinander aus. Die Begünstigten, insbesondere Deutschland, spielen mit, sie wollen ihren Zinsvorteil nicht verlieren, Eurobonds kommen nicht infrage. Populistische Politiker und Medien in den „ordentlichen“ Ländern stärken alte Ressentiments („Südländer“), neoliberale Grundwerte („Geiz ist geil“) und damit die Zinsvorteilsgesinnung.“ - Der beschränkte Stammtisch, der die garstigen Spiegelfechtereien ja noch nie überrissen hat, ignoriert die bluttriefenden Vampire in den Banken- und Konzern-Zentralen und putzt sich – vom chauvinistischen Boulevard scheibchenweise gehirnamputiert – lieber an seinen levantinischen Leidensgenossen ab: „De stinkfaulen Sirtaki-Saugerln sollen do g’fölligst ehnare hinichen Stanerhauf‘n-Inseln verscheppern… De Olivenhaine verhökern… Oder de Agrobolis, de wås genau aso ausschau‘n tuat, wia unsa Theseustempel im Volksgarten… Wenns halt amoil aufwachen taterten, - aus ehnarer ewigen Ouzo-Fett‘n…“ Die von braunen Rattenfängern, sowie einer gleichgeschalteten Medien-Mafia aufgehusste Plebs vergißt da rasch ihren letzten – mindestens so ‚streichfähigen‘ - Rhodos-Urlaub! – Und freilich fällt ihr schon gar nicht auf, dass der Tramway-Fahrer, die Billa-Verkäuferin, der Strassenkehrer vorm Wirt‘n, der Wirt selber, der Automechaniker und die Kino-Billeteuse in ihrem Grätzel nur in den rarsten Ausnahmefällen in griechischen Staatsanleihen investiert sind. Und über ihre Verhältnisse gelebt haben die erst recht nicht! Wie denn auch, bei den seit Jahrzehnten ständig sinkenden Reallöhnen!

Und auf der anderen Seite des großen Wassers: Die mit unfassbaren 15 Billionen Dollar verschuldeten USA werden von den (amerikanischen) Agenturen mit Glacehandschuhen gehätschelt. Sind diese doch einzig als konspirative Prätorianer-Garde zum Schutz des siechen US-Dollars abkommandiert! Konzertierte Attacken auf den Euro! Auf zum letzten Gefecht des Finanzkapitals! Auf zum ‚Endsieg‘ der Plutokratie über die Zivilisation… That’s how we make the world go round and a better place too…

Schulmeister weiter: „Wenn es den US-Ratingagenturen und Finanzalchemiebanken gelingt, einen Anstieg der Zinsen spanischer und italienischer Staatspapiere gegen 7 Prozent zu erreichen, hat das Endspiel um den Euro begonnen. Denn Spanien und Italien passen unter keinen Rettungsschirm.“ – Amerika übrigens schon längst nicht mehr… Dort spucken die Notenpressen Greenbacks bei Tag und Nacht…

Indes fühlt sich alle Welt in ein skurriles ‚Wer bin ich‘-Rätsel versetzt: Doch keiner rafft sich auf, die ebenso intriganten, wie blanken Ratefüchse endlich vor die Tür zu setzen! Niemand hat diese heimtückischen Brandbeschleuniger des globalen Finanz-Terrorismus im Nadelstreif gewählt, niemand hat sie legitimiert, niemand hat sie nötig… Sind sie doch noch fehleranfälliger, als Nostradamus… Wären nicht auch die Gewählten längst Knechte des Kapitals, hätten systemrelevante und damit antizivilisatorische Banken schon vor drei Jahren verstaatlicht werden müssen! Und die verlogene Plutokraten-Formel ‚Too big to fail‘ hätte zum ‚Too big to exist‘ herabgestuft werden müssen… Nichts davon geschah… Bloß der Absturz mit Anlauf…

Doch gar so schlau, wie sie sich dünken, sind die transatlantischen Euro-Pompfüneberer dann auch wieder nicht, denn „Eine solche Schubumkehr im europäischen Einigungsprozess haben sich die USA gar nicht erhofft, sie ist auch mehr Verdienst europäischer Dummheit“, fährt Schulmeister fort. Tja, im Lavieren, Zocken und Zaudern liegt ja die wahre Passion des selbsternannten Euroretter-Tandems Merkozy… Allerdings tanzen sie ihren verzweifelten ‚Kriminal-Tango‘ auf hauchdünnem Eis: Denn das überfällige Eingeständnis, dass der Kasino-Kapitalismus eben mit Bomben und Granaten gescheitert ist, schwappte in einem Aufwaschen auch die Versager-‚Eliten‘ auf den Misthaufen der Geschichte…

Doch die immer noch völlig choreografiefrei ums Goldene Euro-Kalb herumstolpernden Traumtänzer einer aus allen Fugen geratenen Finanz-Redoute zwischen Canary Wharf, Wall Street und der Deutschen Bank sind ja auch wirklich zum Schießen: Während die sinkende Titanic schon ihr bürzlhaftes Billionen-Heck gegen den nordatlantischen Nachthimmel reckt und das Schiffsorchester im schwarzen Frack, sowie in stoisch-heroischer Contenance „Näher mein Gott zu Dir" in B-moll intoniert, arrangieren die grotesken Schiffs-Pagen Angie und Nico die munter kreuz und quer purzelnden Deckchairs noch einmal penibel in Reih und Glied! Auf dass die kollektivierte Höllenfahrt auch ja geometrisch geordnet ablaufe! Während Angie - wie beim Schifferlversenken - noch die exakten Positionen der Liegestühle im rosalinierten Millimeterpapier einzeichnet, schubst sie der sardonisch feixende Nico immer wieder mit der Spitze seiner blütenweißen Plateau-Deck-Schuhe in levantinische Asymetrie! - Tja, auch wenn alles in Scherben fällt, - hält Mutti Merkel die deutsche Fahne, sowie den Ordnungszwang des einstigen Wirtschaftswunders hoch! Und den hyperaktiven Klein-Nico am angstnassen Patschhändchen. – Die Sehnsucht der Völker wird sich wohl nicht erfüllen, dass das milliardenbeschwipste Äquatortaufe-Pärchen von sich aus über Bord geht… Zuweilen kann die Weltgeschichte schon etwas Sukkurs vom – wie stets zu spät aufgewachten - Souverän gebrauchen…

Echt noch putziger stolpert nur die hoamatliche Doppelspitze Werner & Michl über den verminten Strafraum. Kaum steigen die sakrosankten Mafia-Referees von Moody’s & Co aus den Untiefen der Stadion-Katakomben, hussen sie unsere verstörend inspirationsfreien Ballesterer auch schon zum hektischen Zug gen‘s Tor auf. Dies funktioniert schon deshalb ohne Gegenwehr, weil sich die wahren Gegner ja in der Kabine versteckt halten! Hoppauf! Immer wieder, immer wieder, immer wieder Österreich! Michl, – Stanglpass auf Werner am Fünfer-Abstauber: Hau‘s eini, de Wuchtl, du Strassenkicker-Sozi! Doch der haut wieder einmal daneben! Alsdann, da muaß wenigstens sowas wia a gacher Steilpass für die Rater-Ratten, sowie parallel dazu a Querpass über die Bande an den ‚Block West‘ der hoamatlichen Gesellschaft her: Schuld’nbrems‘n heißt das brandneue Placebo! Nix so recht Verbindliches derfert’s halt sein, åber schnell müssat‘s scho geh’n, gelt! I håb‘ zwår går ka Ahnung, wo I hinspar, åber dafür bin I früher blank! Und glei ins Reglement (=Verfåssung) muass a no eini, de haarneuche Wunderwutzi-Brems‘n! Zur submissesten Besänftigung der Rate-Runde, der Investoren und zwecks nationaler Vorwärtsverteidigung! Michl und Werner im Duett: Hau di über de Häuser, du Moody-Hudriwudri! Schiri Moody åns Telefon! Ätschibätschi, und ausbremst bist, du blinde Sau! De Ami-AAs werd’n uns unser A3, oder wia der Schas hålt haßt, net åbspenstig måchen! De net, de glattrasierten Eierbär’n aus Übersee, de ölendigen! - In der Kabine herrscht fortan ebenso amikales, wie kreuzweises Schulterklopfen. Nur die pikierte Reserve zeigt den genialischen Erlösern aus den – sogar weit über St. Pölten hinaus - weltberühmten Wienerwald-Think-Tanks zwischen Hinterbrühl und Liesing die kalte Schulter… Schließlich weiß ja auch keiner am Bankerl, noch auf den Rängen, wie lange die 90 Minuten noch dauern, wie konditionsstark der billionenschwere Angst-Gegner ist und wer fürs absehbare Debakel den Kopf hinhalten muss… Und vor allem, wer am Schluss die Zeche peckt… Letzteres gilt jedoch eher als Einserfrage…

Aber eh scho wissen, Werner – ka Nachteil ohne Vorteil! Derlei tiefschürfende Stammbuch-Sprücherln trägt der Michl noch von seinem Ur-Mentor, dem Stahlhelm-Lichal, im frommen Herzen. Gneißt es net, Werner, de Moody’s-Meute is eigentli‘ der Aussireisser für unsare sagenhafte A-, A-, A-gonie: Mit dem Triple-A-Damoklesschwert im Buckel könn ma uns wenigstens a Zeit lång des grantige Wähler-G‘sindel vom Hals hålten! Bei olle de grausamen Spar-Pakete, des wås jetzt no kumman müssen! Und des auf echt elegant: Seid’s es denn komplett deppat, es Hackler då draußen, um a Lohnerhöhung schreit’s es? Nåch 20 Jåhr‘ scho?! Und mia san dånn am End unsern eisernen Hoamatl-Rettungsschirm, den ‚Tripper-A‘ los! Sad’s es denn ålle wo ång‘rennt?! – Oder, a Rentenerhöhung wollt‘s?! Ǻlle am Rech‘n g’stiegen, es gierigen Mindest-Pfründner, - wollt’s leicht ausgerechnet es zum Terminator vom verlorenen A werd’n, es A-, A-, A-sozialen! Werner, du stinkfader Sonntags-Sozi, du bist ja a Total-Laie bei unsare geilen Weihrauch-Orgien, de wås an de Ganslhaut bis zum A…A…A… obejauken! Sowas hab’n halt nur mia Schwårzn d’rauf, - de von da Diözese und de von da Lichtenfelsgåss’n! Ǻlso, ab sofort tråg‘ ma jetzan des ‚Triple-A‘ wia a swarovskistanerbesetzte Monstranz in aner highmåchenden Weihrauch-Wolk‘n vor uns her! Viribus unitis! Ob Christ oder Sozialist, – a scho wurscht! Im heiligen Geist des Euro hålt! Und scho san de ‚Menschen da draußen‘ zwår neger, åber unser letzter Heller is gerettet! Ǻllas leiwand! – Bleibt dånn nur no de a bißl uncoole Ǻbrechnung mit de gierigen Krippeln vom Sozialamt! Ǻber de kumman ma a no in unsar Schuldenbrems’n-Gass‘n! G’schiss‘n wird då auf christlich-sozial! De Bettler-Beutln stiar ma eh scho mit 7 Hunderter åb! Bar aufs Handerl von da Gmoa, - für amoil s’Hånderl aufhålten. Und de hatscherten Obezahrer mit ehnare perversen Luxus-Träume von aner Mega-Pflege-Marie! Nix wia tachinieren den gånz’n Tåg, im lautlosen Schlauchreifen-Rollstuhl-Royce von Frühwald & Söhne kommod durch da Uschi ihr Innare Stadt cruisen und a no frech Forderungen an uns, de Leistungsträger stöllen! Kasteit’s euch g’fälligst, es Krippln, - es Parasiten auf Staatskosten! Sunst müssat‘n ja am End de Flick Ingrid, da Mennsdorf Ali, de Horten Heidi, da Mateschitz Didi, da Strohsack Franky, da Meinl-Fünfer und wia ålle unsare bessaren Freind haßen, a no Steuern brennen! Soweit kummats no! Wo si de Leistung do wieda lohnen muaß! A wånn aner amoil a Blackout hättat und g’råd nimma wissat, worin’s b‘stånden håt, sei‘ Leistung?! – Fürwahr, bei unserem Herrn: Des könnan si de Krippln auf enare Kruck’n glei amoil hinter de Ohren schreiben! Euchar Gerschtl wird ruckzuck z‘såmmankürzt! - Kruzitürkennoamoiljessasmariaundjosef…

Eh klår und Freundschaft, Michl, mit dera Moodys-Schmiere als Queue-Kreid‘n könn‘ ma ja dem Wähla-Pack endli amoil echt Bescheid stessen: Mit aner Endlos-Aufnahme im Dreiband-G‘spül: 1. Bande: Bankster, 2. Bande: Rater, 3. Bande: mia zwa, echt geil, wia da Moore Roger und da Curtis Tony, – und dann kriang‘s den Spielball einig’haut, - voll eini in de Gosch‘n! De Deppaten då draussen! Peng! Mit der vollen Wucht von dera Fett’n! Mit wos? Mit‘n Mösslacher-Effet hålt… Was haßt‘n dås jetzt scho wieda, Werner? Net, wås du glaubst, – des legendäre Mösslacher-Dreiband-Stesserl warat net amoil bei euch Schwårzn beichtstuhlpflichtig… Ǻber jetzan ehrlich, Michl, den uroiden Effet-Schmäh gneißat jå sogar mei Laura åb…

Unter anschwellendem Advent-Herzrasen drücken sich Werner & Michl in die punschgeschwängerte Anonymität des Christkindlmarkts im Ehrenhof vorm Schloss Schönbrunn. An einer im schwülstigen Standl-Barock gehaltenen Bude im Kerzenschein, haken sie einander unter und schunkeln schon einmal ahnungsvoll im vorweihnachtlichen Duett:

Advent, Advent,
der Euro brennt,
erst einer, dann zwei, dann drei, dann vier,
dann pickt der Kuckuck an der Tür!

Tja, über Nåcht ist aus‘m Stånd
halb Europa abgebrannt!
Sabbernd jubiliert der Spekulant,
der Reserve-Dollar ist am Sånd!
Dabei ist allgemein bekannt,
der Triple-A-Schmäh rennt im Dreiband,
Bankster plus Rater, ohne Widerstand,
mit der verkehrten Quart über die Hand,
krallt sich‘s Kapital a no unser Våterland!

Tja, denare Agenturen
san echt nix wia Huren!

Werner: „Ma siacht si dånn, mei schwoaza Bruada!“
Michl: „Ǻldånn dånn, bei der Christmett‘n im Dom halt!“
Werner: „Jå eh. Unterm Himmel vom Heiligen Stephan.“
Michl: „Wer was, ob’s net eh de letzte Mess‘ vor Harmageddon is?!“
Werner: „Jå eh, ålleweil des Harmageddon-G‘schiss då, und wo Michl bitt‘schen, bleibt heuer euchana Messias?“

Tja, die Wahrheit ist eben keine Tochter der Zeit, sondern ein Sohn der Vernunft! Sie ist zwar simpel, doch unpopulär: Spätestens nach dem Fall von Lehman Brothers, 2008, hätten die unbelehrbaren Kasino-Kapitalismus-Retter eine Banken-Vollbremsung hingelegen müssen! Das Dreckige Dutzend des Finanzkapitals (JPMorgan Chase, UBS, Goldman Sachs, HSBC, Bank of America, BNP Paribas, Deutsche Bank, und wie sie alle heißen) hätte zerschlagen, filettiert oder verstaatlicht werden müssen! Die Abermillionen in Millisekunden vollzogenen Finanztransaktionen hätten einer saftigen Steuer unterworfen werden müssen! Ebenso wie die epidemisch wuchernden Privat-Vermögen der Räuberbanden! Bei der globalen Millionärsdichte liegt das Hoamatl schon heute auf Platz 5, innerhalb der EU ist es einsamer Spitzenreiter! Dennoch: Nua jå kane neuchen Steuern net, querulieren die verbohrten Schwarzen gebetsmühlenartig. Die Schuldenbremse soll denn doch lieber die Ärmsten treffen und den Sozialstaat immer weiter demontieren…

Im bürgerlichen Staat hat es eben Methode, Ursache und Wirkung auf den Kopf zu stellen und das gekippte Lügengebäude von der gekauften Medien-Macht zementieren zu lassen! Schließlich hat sich das Kapital den Staat nach seinen eigenen Bedürfnissen erschaffen. - Oder hat schon je wer die Journaille dabei ertappt, den Kapitalismus als Ganzes, als System an sich, infrage zu stellen?! Na eben! Ergo gibt es vordergründig auch gar keine Staatsschuldenkrise! Jedenfalls nicht ursächlich! Erst durch die monströse Bankenrettung in Billionenhöhe, sowie die Förder-Milliarden für die dahinsiechende Industrie haben sich die Staaten dermaßen aberwitzig verschuldet! Zum Dank dafür schicken sich nun die Judas-Bankster dazu an, ihren blauäugigen Retter-Lemmingen den direkten Weg zur Klippe zu weisen. Nach Euch, Euer Gnaden! Nieder mit dem Sozialstaat! Alle Macht dem Finanzkapital! Her mit der Marie! Und die Pharisäer aus den Rating-Agenturen verdingen sich als willige Platzanweiser beim Massensuizid-Spektakel!

Stephane Hessels honoriger Appell „Empört Euch!“, sowie die bemüht-berüchtigt friedfertige „Occupy-Bewegung“ werden die Handvoll Schwerverbrecher aus Bankstern und Konzernbossen wohl nicht dazu überreden können, ihr exklusiv-luxuriöses Privat-Paradies freiwillig zu verlassen! – Da werden sich die Völker der Welt schon zu etwas Nachdruck aufraffen müssen…

Zuweilen lohnt es ja auch, nach 150 Jahren wieder einmal bei den Alt-Revolutionären Marx & Engels nachzublättern. Gewalt als Klassenfrage, Gewalt als Instrument zur Revolution: „Die Gewalt ist die Geburtshelferin jeder alten Gesellschaft, die mit einer neuen schwanger geht.“

In diesen Sinn wünscht der „Rauchzeichner“ allen Gerechten und Entrechteten jede Menge Hebammen, einen fröhlichen Kaiserschnitt und einen guten Rutsch in eine neue Weltordnung…

Prosit 2012!

Montag, November 07, 2011

SPARSTRUMPF

Sobald die trüben Tage kürzer und die langen Nächte kühler werden, spricht zur rituellen Vesper-Schreibstunde auch der Rauchzeichner zwecks Seelenerwärmung schon mal einem Steifen Grog zu. Weil dieser aber – wie der Volksmund weiß – schon kalt ist, ehe er in den unteren Extremitäten ankommt, machte sich der Autor dieser Zeilen jüngst auf die Socken zu seinem Schrankraum…

Doch kaum - zwecks Kramens nach wolliger Winterware - dem Spiegelschrank genähert, fühlte er sich abrupt in den Wiener Wurstlprater versetzt: Die reflektierende Front war zu grotesken Zerrspiegeln aufgeblählt und an den knirschenden Scharnieren quoll das alte Nussholz schon aus allen Nähten. Welch titanische Geheim-Mächte mochten sich da wohl an dem unschuldigen Möbel vergangen haben? Sakkoärmel mit aufgedröselten Lederflicken drängten dermaßen ungestüm ins Freie, dass ihre Zierknöpfe barsten, schillernde Giletseide ward von gefährlich angespitzten Holzsplittern erdolcht, vielfach verknotete Hosenbeine hatten sich zu dramatischen Denim-Plastiken aufgetürmt, indonesische Sarongs, afghanische Seitenknöpfer-Hemden, türkische Pluderhosen, sowie maghrebinische Kaftane waren zu einer orientalischen Farben-Kaskade verschwommen, - ein bizarrer Modemix aus gehüteten Fernreise-Reminiszenzen früherer Tage…

Was mochte nur geschehen sein? War der Klimawandel nun schon von den inkontinenten Polkappen bis in harmlose Schränke zentraleuropäischer Haushalte vorgedrungen? Schickten sich nun die extremen Temperaturschwankungen - wie seinerzeit in der Sahara oder der Wüste Gobi – auch hierorts schon an, die CO2-Chaoten Mores zu lehren? Oder hatten sich gar übermütige, extraterrestrische Existenzen versehentlich auf unseren untergehenden Blauen Planeten verirrt? Rätsel über Rätsel!

Doch urplötzlich enthüllte der Möbel- und sogar schon Gebäude-sprengende Übeltäter seine Phantom-der-Oper-affine Fratze: Diese uralte – an sich längst aussortierte - feuerrote Ski-Socke hatten sich im Schutz jahrelanger Dunkelhaft zum monströsen Format einer hundertjährigen, deutschen Eiche aufgeplustert! Wie in aller Welt konnte das nur geschehen? Déjà-vu! Die Langzeit-Erinnerung stirbt ja zuletzt: Vor Jahrzehnten, also in jenen Tagen, als die Banken auch noch die allerwinzigsten Zinszahlungen an die Sparer eingestellt hatten, weil sie jeden Cent für ihre kriminellen Luftgeschäfte benötigten, hatte der Rauchzeichner – weils eh scho wurscht war, wo die Marie versauerte - ein klitzekleines Sparstrümpflein mit ein paar Netsch bestückt. Und gleich auch wieder vergessen!

Dabei hatte er in der Klausur seiner stets streng philosophischen Disziplinen die ruinöse Sprengkraft des exponentiellen Expansionszwangs der modernen Finanz-‚Industrie‘ – die sich ja indes der Welt bemächtigt hatte - sträflich unterschätzt. Denn längst hatte sich selbst das – von einer geschmierten Politik sämtlicher Fesseln entledigte - Bankwesen fließbandmäßig organisiert! Dementsprechend rekrutierte es auch seine unbedarften Keiler-Truppen, quasi die externen Billig-Büttel für den schweren, gewerbsmäßigen Betrug: Und so avancierten intellektuell benachteiligte Billeteusen, maseratigeile Automechaniker, (botox)g’spritzte Hobby-Huren, versoffen-verkrachte Versicherungs-Makler, seitenblickesüchtige ‚Star‘-Friseusen und verschwitzte Fitness-Trainer über Nacht zu Finanzberatern! Zu sehr lockte die Gier nach dem sorglos vazierenden Mittelstands-Vorsorge-Polsterl. Und so trachteten die mittelkleine Frau und der mittelkleine Mann danach, dem kleinen, miefigen Kosmos des Weltspartags zu entfliehen, um auch einmal am schillernden Glamour des verruchten Börsen-Parketts zu schnuppern. Und, im Profit-gebärfreudigen Schoß des Kasino-Kapitalismus‘ hatte eine neue Generation maliziös feixender Bankster den übermütigen Parvenüs ein ganzes Potpourri hochriskanter Wundertüten abgepackt, und in altruistischer Heilsbringer-Pose aufgeschwatzt. Zockten die (Londoner) ‚Cityboys‘ und all die anderen Alchemisten doch nach derselben, schlichten Geheimformel: ‚Heiße Luft + Deppen + Märkte = Geldregen‘! Und schon ward die größte Vermögens-Umverteilungs-Maschine der Menschheit ent- und angeworfen! Wobei sich die Vermögen ja nicht entmaterialisierten, – sondern bloß in fremden Taschen landeten! Doch weit geschützter noch, auf mysteriöse Weise und geradezu epidemisch vermehrte sich Geld quasi aus sich selbst, wenn man um die Banken einen entsprechend großen Bogen machte!

Individualistische Glücksritter huldigten ihren handgestrickten Illusionen:

Magst am Beutel nicht erkranken,
Sag Adieu den Zocker-Banken,
Raus auf die Piste, rein in die Hocke,
so bleibt das Knödl in der Socke!

Und genau dieses – vorweihnachtlich-wundersame - Phänomen war offenbar auch meiner abgelegten Ski-Socke widerfahren: Im Advent barg die unverwüstliche Strickware ebenso plötzlich, wie unverhofft schlanke 55,5 Milliarden Euro! Ein Wunder? Papperlapapp: simple Finanz-Mathematik! Luft + noch mehr Luft + Zeit = kleines Vermögen! Allerdings, angesichts der Aberbillionen, mit welchen heutzutage jongliert wird, auch bloß der Inhalt einer Portokassa, - doch für ein vergnügliches, verlängertes Wochenende dürfte es wohl reichen! Da wird der verblüffte Socken-Entdecker – selbst noch ganz von den Socken – seine näheren Zukunftspläne wohl geringfügig überdenken müssen…

Ein ganz ähnlicher Fund war ja dieser Tage auch dem an sich grundsoliden und erzpeniblen Oberbuchhalter, Schwaben-Wolfgang, widerfahren! Erwies sich der Pfennigfuchser doch als ähnlich unbedarft, wie meine rote Socke! Zunächst mochte er ja seinen Augen nicht trauen, doch dann fiel es ihm wie Schuppen von denselben! Der Unselige heißt übrigens mit vollem Namen Wolfgang Schäuble und ist deutscher Finanzminister. In dieser Zeit zwar auch nicht gerade der Traumjob, doch immerhin ist sein tagtäglicher Weg ins Büro mit stets taufrischen Finanzleichen und infolgedessen mit wachsenden Elends-Heeren gepflastert: Bereits 2009 etwa – infolge des Lehman-Crashs, 2008 - mußte der Bund – recte der Steuerzahler also - die bankrotte Münchner Hypo Real Estate übernehmen. Der neue Eigentümer wies dem damals jüngsten Kollateralschaden der Weltwirtschaftskrise sogleich die Rolle einer Bad Bank zu. Sodann verbannte der schwäbische ‚Django‘ das verlotterte Bankhaus – so wie die Hurenhäuser im Wilden Westen - an den staubigen Ortsrand von Sin-City und zwang (eher unchristlich) einen schwarzen Shoeshine-Boy über seine staubigen Cowboy-Stiefeln! Überall in Sin-City hingen bereits die Steckbriefe der flüchtigen Bankster-Bande! Bloß jetzt keine Lynchjustiz aufkeimen lassen, doch immerhin Klartext zu diesen Drecksocken: „Du vermaledeiter Hundesohn“, kläffte Schäuble die ehrlose, doch schließlich von ihm selbst in die Welt geworfene, Bad Bank an, „bis in dein Leichentuch hinein wirst du nun den papierenen Scheißdreck der anderen, verhurten Viehdiebe zu fressen kriegen! Bei allem Brechreiz all diesen fauligen Abschaum von C(redit)D(default)S(waps) & Co schlucken! Runter mit dem giftigen Aas, du läufige Hyäne, eh‘ wir dich in aller Stille auf Staatskosten in die ewigen Jagdgründe schicken, – auf dass wir zumindest die anderen Hurensöhne in trockene Tücher gepackt kriegen!“ Tja, wer hätte das gedacht?! So mäßig euphemistisch, ja geradezu unverblümt spricht sich‘s in den diskreten Séparées, gleich hinterm öffentlich zugänglichen Saloon: Im Wilden Westen geradeso, wie im noch weit wilderen Kasino-Kapitalismus…

Doch besonders brutal getretene Köter entringen ihrem verkrümmten Gedärm oft noch mysteriöse Wundergaben: Und so spie und schiss die ekelige Drecksbank HRE plötzlich über Nacht 55,5 Milliarden aus! Noch so ein Weihnachtswunder? Ach was, – alles bloß simple Finanz-Arithmetik: Sheriff Schäubles Super-Deputies hatten schlicht Plus mit Minus verwechselt. Es is halt heut’z’Tag überall a G’wirks mit’n Personal! – Wie hatte doch schon der alte Lenin einmal en passant fallen gelassen: Das Proletariat muss nicht unbedingt interpolieren können, doch die Grundrechnungsarten sollte es schon beherrschen.

Für allerhöchstdotierte Bad-Bankster gilt das wohl nicht mehr…

Für den knausrigen Schwaben-Wolfgang ist die späte Korrektur seiner grotesken Bilanz-Panne ja auch keine rechte Mezzie: Senkt sie doch die deutsche Staatsschuldenquote für 2011 bloß von 83,7% auf gerade einmal 81,1%! A scho wås… Wo sich der überfahrene Sparefroh nun auch noch von der Opposition hänseln lassen muss: "Das ist kein Betrag, den die schwäbische Hausfrau in einer Keksdose versteckt und vergisst."

Der agnostische SPDler Oppermann hat freilich von der Geldwandlung geradezu biblischen Ausmaßes von Miesen in Aktiva keine Ahnung. Wahrscheinlich hat der Nebochant noch nicht einmal etwas von des Rauchzeichners monströser Socke gehört!

Dessen Bilanz fällt nämlich entschieden lukrativer aus: Stehen doch seinen 55,5 Milliarden gar keine Miesen gegenüber. Völker, vergesst die Keksdosen! Wiederentdeckt alte Socken! Und so erfreut sich der Rauchzeichner an seinem unverhofft so prall wiederaufgetauchten Füllhorn und wird nun wohl ein marginales Schreib-Sabbatical einlegen, – naja, sagen wir halt mal – bis zu seinem Hunderter, - im Jahr 2050! Etwaige Beschwerden sind direkt an eine beliebige Bad Bank, oder wahlweise gleich ans Salzamt, zu richten…

Ach ja, übrigens: Ist da jemand? Ist da noch irgendjemand, der etwas gegen Rote Socken hat?!