NAZI JAWOLL - ABER BITTE NUR O.B.!
Eines der zentralen Krebsgeschwüre unserer Gesellschaft wuchert ja im immer hemmungsloseren Euphemismus! Nur ja nichts beim Namen nennen! Kollateralschaden oder Friendly fire für das ordinäre Abmurksen der eigenen Soldateska (etwa im Irak oder in Afghanistan), Null-Wachstum (Was soll das denn sein? Ein Riesen-Zwerg, oder doch eher ein Zwerg-Riese?) für Wirtschaftskrise, Kurzarbeit für Sozialabstieg, kontrollierte Freisetzung für Massenentlassung, Modernisierungsverlierer für gezielte Umverteilung von arm zu reich, Freie Dienstnehmer für ‚frei’ von Rechten, Leiharbeit für gleich doppelte Ausbeutung, etc. etc. etc. Augenauswischereien statt Klartext. Wischiwaschi statt Diagnose und Therapie. Faseln statt Handeln. Ideologie? Jå mei scho – aber bitte nur o. B.! Ohne Bekenntnis! Im Moder des schönfärberischen Syntax-Sumpfs feiert auch die alte braune Scheiße wieder fröhliche Urständ!
Und Zivilcourage zählt ja im Hoamatl auch nicht gerade zu den herausragendsten Charakter-Eigenschaften! Was Wunder auch? Nach 2000 Jahren Katholizismus, ein paar hundert Jahren Habsburger-Monarchie und den bleiernen Jahrzehnten von Austrofaschismus und Nationalsozialismus! Von den Hexen- und Ketzer-Verbrennungen der Verfechter des heliozentrischen Weltbilds (Giordano Bruno am Campo dei Fiori, 1600; dem vatikanischen Triumph des Aberglaubens über die Wissenschaft bei Galileo Galilei; den räuberischen Kreuzzügen etc.) durch die ‚Heilige Inquisition’, den geistigen Ziehvater des heutigen Papstes, über das berüchtigte Spitzelwesen Metternichs im Vormärz, die nationalistischen Exzesse vorm 1. Weltkrieg (‚Jeder Russ’ – ein Schuss’, ‚Jeder Britt’ – ein Tritt’, ‚Jeder Franzos’ – ein Stoss’) bis zum niederträchtigen Blockwarte-Denunziantentum der total gleichgeschalteten Hitler-Barbarei. Allessamt äußerst fruchtbare Biotope für Obrigkeitsgläubigkeit, Duckmäusertum und feige Indifferenz. Lavieren, relativieren, exkulpieren! Der hoamatliche Volksmund hat sich da ja gehörig entlarvend selbst aufs Maul g’schaut: „I wüll jå net so oder so såg’n, weul sunst könntat aner kumman, der wås sågt, I hättat so oder so g’sågt.“
In ihrem raffiniert weichgezeichneten Selbstverständnis war die breite Masse der Österreicher ja niemals irgendwo dabei, - insbesondere ab dem Zeitpunkt nicht mehr, an dem sich das dicke Ende schon einmal abzeichnete. Kein Schwein war 1938 am Heldenplatz, keiner hatte am Kamelitermarkt einen mit dem Zahnbürstl straßenscheuernden Juden registriert, keiner auf der Mazzes-Insel die Massendeportationen unserer Mitbürger ins KZ-Gas beobachtet. Der Hang zur kollektiven Amnesie hockt wie eine giftige Kröte auf der österreichischen Seele!
Aus genau demselben Grund hat ja auch 40 Jahre danach keiner zugegeben, einen Jörg Haider zu wählen und deshalb stimmt auch heute noch keiner für seine schalen Schatten, - all diese Straches, Mölzers und Stadlers. Ach ja, war da nicht noch so einer: Den haben sie allerdings schon gewählt, - und zwar gleich ins Zentrum der Macht, zum 3. Nationalratspräsidenten! Aber das waren ausnahmsweise gar nicht die ‚Deppen da draußen’, sondern die ‚Lumpen da drinnen’ (wie sie der Volksmund gern despektierlich nennt) – ‚unsere’ Abgeordneten im Parlament, - verfassungsgemäß doch angeblich ausschließlich ihrem Gewissen verpflichtet! Einem Gewissen aus Plastilin, das im Corpsgeist der Clubs nichts gilt! Nur politische Manövriermasse – denn die nächsten Wahlen kommen bestimmt! - Gewählt freilich auch mit den Stimmen der stets ach so ‚Christlich-Sozialen’, welche die unheilbaren Braun-Amnestiker schon einmal, im Jahr 2000, in ihrem Sendungsbewußtsein als machtgeile Steigbügelhalter salonfähig gemacht hatten! Oder war’s gar die Vorrrseeehuuung? (Und bei 109 von 156 gültigen Stimmen für Martin Graf dürfte sich auch so manch ein ‚Roter’ nicht geniert haben! Doch auf einmal zetern die Mittäter über ihren Zauberlehrling: „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“ Und die Schwarzen – hatnäckige Musterschüler ignoranter Lernverweigerung - stehen freilich wieder wie ein Mann hinter dem Ewiggestrigen!)
Inzwischen füllen die nazistoiden Rhetorik-Exkremente des „politischen Ziehvater[s] des rechtsextremen Terrorismus“ und „Verharmloser[s] der NS-Vergangenheit“ (so durfte und darf man Jörg Haider nennen) und seiner aktuellen Adepten ganze Horrorkabinett-Bibliotheken. Und natürlich trägt die böse Saat auch längst ihre faulen Früchterln: Bei einer Shoah-Gedenkfeier im ehemaligen KZ Ebensee insultierten verhetzte 16-Jährige verängstigte Überlebende. In Auschwitz-Birkenau fielen verblödete ‚Gymnasiaten aus bestem Haus’ (aus dem bourgeoisen Hofratswitwen-Bezirk Josefstadt) mit antisemitischen Exzessen aus der Rolle. Bei einer FPÖ-Kundgebung in Graz zuckten die Arme vertrottelter Jugendlicher zum Hitlergruß hoch. Und die beiden ‚Schnäuztücheln’ (so desavuierte sich einst der beflissene Sekretär eines schwarzen Bezirksvorstehers prophylaktisch gleich selber) Sebastian Ploner und Markus Vetter des „renommierten und untadeligen Demokraten“ (Strache über Graf), des Parlamentspräsidenten und alternden ‚Herren’ der rechtsextremen und pflichtschlagenden Burschenschaft Olympia sollen sich beim neonazistischen „Aufruhr“-Verlag mit jeder Menge einschlägiger NS-Devotionalien eingedeckt haben. Der „untadelige“ Präsident - die Reihen stets dicht geschlossen - machte ihnen natürlich sofort die Mauer. Und verklagt ab sofort jeden, der auch nur irgendein wahres Wort verliert!
Weil aber Junkies (egal ob nun braune oder die weißen der ‚Sister Morphine’) ständig ihre Dosis erhöhen müssen, hieß der „untadelige Demokrat“ Graf – quasi von Präsident zu Präsident – nun auch noch Ariel Muzicant, den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, einen „Ziehvater des antifaschistischen Linksterrorismus“. Unter Stress fallen die Masken eben hemmungsloser! Tja, unsere Sprache (gerade Juristen bleibt sie ja oft eine Terra incognita) erweist sich halt als recht glitschiges Terrain, – nicht nur für die ‚Tschuschen’: Denn wer auch immer „antifaschistisch“ als herabwürdigendes Schimpfwort empfindet, kann ja wohl nur ‚profaschistisch’ sein, – ein Faschist ergo! Ein Nazi zwar – aber ohne Bekenntnis, ohne Outing! Weil’s verboten ist. (s. § 3 VG; sowas wissen Juristen gewöhnlich). Im Zweifelsfall aber sollte jeder, der zwischen den Zeilen Wortsinn und Fassung verliert, schleunigst einen Asylanten-Sprachkurs belegen! Aber halt – ihr Advokatenheere des Präsidenten! Hier ist sie schon!!! Die inflationärste Gebetsmühlen-Floskel unserer Tage: Selbstverständlich „gilt die Unschuldsvermutung“. Einst galt sie ja nur für Verdächtige aller möglichen, kriminellen Branchen, bald aber auch für Banker, Industrie-Kapitäne, Lobbyisten, Spekulanten, Träger höchster Ehrenzeichen und Vorzeigepolitiker, und heute meinetwegen auch für das ‚Dritte Lager’ bis zum allerletzten Mann! Und auch noch die kommenden Sippschaften der strammen Kameraden! Und – wir wollen ja nicht kleinlich sein – sogar noch für deren ungeborene Pimpfe!
Immerhin: Denken darf man ja zum Glück noch, was man will…
P.S.: Zur ganz persönlichen Seelenhygiene lassen Sie uns doch mal einen Blick auf ein Vexierbild à la Sigmund Freud’s ‚Man’s mind?!’ werfen. Bloß in Farbe halt! Würde der neutrale Beobachter das ‚Dritte Lager’ nun eher unter blau oder braun orten? Nur einmal angenommen – rein hypothetisch natürlich (es gilt die Unschuldsvermutung!, es gilt die Unschuldsvermutung!, es gilt die Unschuldsvermutung!) – einer der rechten Recken wäre nun tatsächlich ein „Keller-Nazi“. (© Herr Muzicant). Wie könnte so einer so ein erbärmliches Doppelleben je durchstehen? Als permanenter Grenzgänger an der rasierklingenscharfen Borderline zwischen Bomben-Nazi und „renommiertem und untadeligen Demokraten“. Ständig müßte er sich ja – unter Mißachtung des tausendjährigen Strammsteh-Befehls ‚Habt Acht!’ – schleimig verbiegen, stets mit gespaltener Zunge sprechen, sich selbst im legeren Small-Talk hinter Geheim-Codes verkriechen, dauernd seine ‚aufrechte Gesinnung’ camouflieren, nur ja nichts vom tief verinnerlichten Braun nach außen sickern lassen, unerbittlicher Wächter seiner Zunge sein, selbst die obligatorischen und doch so zackigen Wehrsportübungen müßte er für urdämliche Paintball-Gaudi ausgeben, jede einzelne Silbe im Café, im Büro, auf der Gasse, ja, in der Öffentlichkeit insgesamt (nur auf der Bude halt nicht) auf die Waagschale legen, den Postler (womöglich ja auch so ein verkappter Sympathisant der „antifaschistischen Linksterroristen“) entweder ins Vertrauen ziehen oder bestechen, falls wieder einmal etwas sperrigerer Nachschub (z.B. eine handbemalte Gipsbüste vom 18er) vom „Aufruhr“ ankäme, in der U-Bahn stets hellwach bleiben, weil er ja nie sicher wäre, welche inkriminierte Parole ihm eventuell entschlüpfen könnte, die Hand des rechten Arms stets im Hosensack (Ewald S. eventuell auch im Bußgürtel) fixieren, um verräterische Reflexe ex ante zu bändigen, die berüchtigten ‚drei Bier’, statt mit dem symbolbeladenen Kühnen-Fingerspreizen, nur noch per Haider-Taferl bestellen, ständig auf den akkuraten Sitz des Sakko-Revers’ achten, auf dass keine verräterischen Hakenkreuz-Anstecknadeln hervorblinzelten, selbst beim alltäglichen Grüßen immer hochkonzentriert bleiben und sich beim leisesten Aufkeimen des 88-Codes (siehe auch: rechter Arm) sofort auf die Lippen beißen, rituell Notebook-, Handy- und Runenschrift-Dateien am PC löschen, nie beim Türken Döner bestellen, die anerzogenen, rechten Surf-Gewohnheiten verschlüsseln, einschlägige Antiquariate meiden, keinesfalls Gerd Honsik im Häfen besuchen und Gottfried Küssels Nummer stante pede aus dem Handy löschen… Ekeliger Drill-Opportunismus müßte zur Lebensmaxime werden. Der „Kellernazi“ hätte sich selbst zu einem erbärmlichen Hundeleben zu verurteilen. Allein die Farbe seiner Scheisshaufen paßte noch ins konspirative Konzept. Ein elendes Dahintrotte(l)n zwischen braunem Traum und farbloser Wirklichkeit wäre das ja…
Tja, schon allein deshalb kann natürlich auch kein „lupenreiner Demokrat“ je ein Nazi sein! (Hört, hört, und aufgemerkt - ihr Advokaten).
Im antifaschistischen Widerstand haben Kommunisten, Sozialisten, Studenten (etwa Sophie und Hans Scholl von der ‚Weißen Rose’), Gewerkschafter, Bürgerliche (z.B. der ‚Freiburger Kreis’), vereinzelte Theologen (z.B. Martin Niemöller), kleine Handwerker (etwa der Tischler und Hitler-Attentäter Georg Elser), arme Bauern, geschundene Juden (etwa die ZOB, die den Aufstand im Warschauer Ghetto organisiert hatte) Sinti, Roma, Jenische, 'Asoziale', Deserteure, 'Wehrkraftzersetzer', Homosexuelle und selbst kleine Mädchen (‚Das Tagebuch der Anne Frank’) dem entfesselten Nazi-Abschaum die Stirn geboten, ihr Leben riskiert, - und die meisten haben es auch verloren. Der industrielle Massenmord der deutsch-österreichischen ‚Herrenrasse’ forderte 60 Millionen Menschenleben, davon 6 Millionen Juden!
Der antifaschistische Widerstand ist fast geschlossen in den Tod gegangen!
Großmäulige Memmen ohne Bekenntnis lassen es sich nicht einmal nehmen, immer noch in die Milchbar zu gehen. Ihr Rückgrat hat sich dermaßen im Arschloch (NEIN! Eben nicht in der Kehrseite, nicht im verlängerten Rücken, nicht im Sitzmuskel, nicht im Hintern…) verspießt, dass diese Ärsche scheinbar ewiglich am Sessel kleben bleiben!
Und Zivilcourage zählt ja im Hoamatl auch nicht gerade zu den herausragendsten Charakter-Eigenschaften! Was Wunder auch? Nach 2000 Jahren Katholizismus, ein paar hundert Jahren Habsburger-Monarchie und den bleiernen Jahrzehnten von Austrofaschismus und Nationalsozialismus! Von den Hexen- und Ketzer-Verbrennungen der Verfechter des heliozentrischen Weltbilds (Giordano Bruno am Campo dei Fiori, 1600; dem vatikanischen Triumph des Aberglaubens über die Wissenschaft bei Galileo Galilei; den räuberischen Kreuzzügen etc.) durch die ‚Heilige Inquisition’, den geistigen Ziehvater des heutigen Papstes, über das berüchtigte Spitzelwesen Metternichs im Vormärz, die nationalistischen Exzesse vorm 1. Weltkrieg (‚Jeder Russ’ – ein Schuss’, ‚Jeder Britt’ – ein Tritt’, ‚Jeder Franzos’ – ein Stoss’) bis zum niederträchtigen Blockwarte-Denunziantentum der total gleichgeschalteten Hitler-Barbarei. Allessamt äußerst fruchtbare Biotope für Obrigkeitsgläubigkeit, Duckmäusertum und feige Indifferenz. Lavieren, relativieren, exkulpieren! Der hoamatliche Volksmund hat sich da ja gehörig entlarvend selbst aufs Maul g’schaut: „I wüll jå net so oder so såg’n, weul sunst könntat aner kumman, der wås sågt, I hättat so oder so g’sågt.“
In ihrem raffiniert weichgezeichneten Selbstverständnis war die breite Masse der Österreicher ja niemals irgendwo dabei, - insbesondere ab dem Zeitpunkt nicht mehr, an dem sich das dicke Ende schon einmal abzeichnete. Kein Schwein war 1938 am Heldenplatz, keiner hatte am Kamelitermarkt einen mit dem Zahnbürstl straßenscheuernden Juden registriert, keiner auf der Mazzes-Insel die Massendeportationen unserer Mitbürger ins KZ-Gas beobachtet. Der Hang zur kollektiven Amnesie hockt wie eine giftige Kröte auf der österreichischen Seele!
Aus genau demselben Grund hat ja auch 40 Jahre danach keiner zugegeben, einen Jörg Haider zu wählen und deshalb stimmt auch heute noch keiner für seine schalen Schatten, - all diese Straches, Mölzers und Stadlers. Ach ja, war da nicht noch so einer: Den haben sie allerdings schon gewählt, - und zwar gleich ins Zentrum der Macht, zum 3. Nationalratspräsidenten! Aber das waren ausnahmsweise gar nicht die ‚Deppen da draußen’, sondern die ‚Lumpen da drinnen’ (wie sie der Volksmund gern despektierlich nennt) – ‚unsere’ Abgeordneten im Parlament, - verfassungsgemäß doch angeblich ausschließlich ihrem Gewissen verpflichtet! Einem Gewissen aus Plastilin, das im Corpsgeist der Clubs nichts gilt! Nur politische Manövriermasse – denn die nächsten Wahlen kommen bestimmt! - Gewählt freilich auch mit den Stimmen der stets ach so ‚Christlich-Sozialen’, welche die unheilbaren Braun-Amnestiker schon einmal, im Jahr 2000, in ihrem Sendungsbewußtsein als machtgeile Steigbügelhalter salonfähig gemacht hatten! Oder war’s gar die Vorrrseeehuuung? (Und bei 109 von 156 gültigen Stimmen für Martin Graf dürfte sich auch so manch ein ‚Roter’ nicht geniert haben! Doch auf einmal zetern die Mittäter über ihren Zauberlehrling: „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“ Und die Schwarzen – hatnäckige Musterschüler ignoranter Lernverweigerung - stehen freilich wieder wie ein Mann hinter dem Ewiggestrigen!)
Inzwischen füllen die nazistoiden Rhetorik-Exkremente des „politischen Ziehvater[s] des rechtsextremen Terrorismus“ und „Verharmloser[s] der NS-Vergangenheit“ (so durfte und darf man Jörg Haider nennen) und seiner aktuellen Adepten ganze Horrorkabinett-Bibliotheken. Und natürlich trägt die böse Saat auch längst ihre faulen Früchterln: Bei einer Shoah-Gedenkfeier im ehemaligen KZ Ebensee insultierten verhetzte 16-Jährige verängstigte Überlebende. In Auschwitz-Birkenau fielen verblödete ‚Gymnasiaten aus bestem Haus’ (aus dem bourgeoisen Hofratswitwen-Bezirk Josefstadt) mit antisemitischen Exzessen aus der Rolle. Bei einer FPÖ-Kundgebung in Graz zuckten die Arme vertrottelter Jugendlicher zum Hitlergruß hoch. Und die beiden ‚Schnäuztücheln’ (so desavuierte sich einst der beflissene Sekretär eines schwarzen Bezirksvorstehers prophylaktisch gleich selber) Sebastian Ploner und Markus Vetter des „renommierten und untadeligen Demokraten“ (Strache über Graf), des Parlamentspräsidenten und alternden ‚Herren’ der rechtsextremen und pflichtschlagenden Burschenschaft Olympia sollen sich beim neonazistischen „Aufruhr“-Verlag mit jeder Menge einschlägiger NS-Devotionalien eingedeckt haben. Der „untadelige“ Präsident - die Reihen stets dicht geschlossen - machte ihnen natürlich sofort die Mauer. Und verklagt ab sofort jeden, der auch nur irgendein wahres Wort verliert!
Weil aber Junkies (egal ob nun braune oder die weißen der ‚Sister Morphine’) ständig ihre Dosis erhöhen müssen, hieß der „untadelige Demokrat“ Graf – quasi von Präsident zu Präsident – nun auch noch Ariel Muzicant, den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, einen „Ziehvater des antifaschistischen Linksterrorismus“. Unter Stress fallen die Masken eben hemmungsloser! Tja, unsere Sprache (gerade Juristen bleibt sie ja oft eine Terra incognita) erweist sich halt als recht glitschiges Terrain, – nicht nur für die ‚Tschuschen’: Denn wer auch immer „antifaschistisch“ als herabwürdigendes Schimpfwort empfindet, kann ja wohl nur ‚profaschistisch’ sein, – ein Faschist ergo! Ein Nazi zwar – aber ohne Bekenntnis, ohne Outing! Weil’s verboten ist. (s. § 3 VG; sowas wissen Juristen gewöhnlich). Im Zweifelsfall aber sollte jeder, der zwischen den Zeilen Wortsinn und Fassung verliert, schleunigst einen Asylanten-Sprachkurs belegen! Aber halt – ihr Advokatenheere des Präsidenten! Hier ist sie schon!!! Die inflationärste Gebetsmühlen-Floskel unserer Tage: Selbstverständlich „gilt die Unschuldsvermutung“. Einst galt sie ja nur für Verdächtige aller möglichen, kriminellen Branchen, bald aber auch für Banker, Industrie-Kapitäne, Lobbyisten, Spekulanten, Träger höchster Ehrenzeichen und Vorzeigepolitiker, und heute meinetwegen auch für das ‚Dritte Lager’ bis zum allerletzten Mann! Und auch noch die kommenden Sippschaften der strammen Kameraden! Und – wir wollen ja nicht kleinlich sein – sogar noch für deren ungeborene Pimpfe!
Immerhin: Denken darf man ja zum Glück noch, was man will…
P.S.: Zur ganz persönlichen Seelenhygiene lassen Sie uns doch mal einen Blick auf ein Vexierbild à la Sigmund Freud’s ‚Man’s mind?!’ werfen. Bloß in Farbe halt! Würde der neutrale Beobachter das ‚Dritte Lager’ nun eher unter blau oder braun orten? Nur einmal angenommen – rein hypothetisch natürlich (es gilt die Unschuldsvermutung!, es gilt die Unschuldsvermutung!, es gilt die Unschuldsvermutung!) – einer der rechten Recken wäre nun tatsächlich ein „Keller-Nazi“. (© Herr Muzicant). Wie könnte so einer so ein erbärmliches Doppelleben je durchstehen? Als permanenter Grenzgänger an der rasierklingenscharfen Borderline zwischen Bomben-Nazi und „renommiertem und untadeligen Demokraten“. Ständig müßte er sich ja – unter Mißachtung des tausendjährigen Strammsteh-Befehls ‚Habt Acht!’ – schleimig verbiegen, stets mit gespaltener Zunge sprechen, sich selbst im legeren Small-Talk hinter Geheim-Codes verkriechen, dauernd seine ‚aufrechte Gesinnung’ camouflieren, nur ja nichts vom tief verinnerlichten Braun nach außen sickern lassen, unerbittlicher Wächter seiner Zunge sein, selbst die obligatorischen und doch so zackigen Wehrsportübungen müßte er für urdämliche Paintball-Gaudi ausgeben, jede einzelne Silbe im Café, im Büro, auf der Gasse, ja, in der Öffentlichkeit insgesamt (nur auf der Bude halt nicht) auf die Waagschale legen, den Postler (womöglich ja auch so ein verkappter Sympathisant der „antifaschistischen Linksterroristen“) entweder ins Vertrauen ziehen oder bestechen, falls wieder einmal etwas sperrigerer Nachschub (z.B. eine handbemalte Gipsbüste vom 18er) vom „Aufruhr“ ankäme, in der U-Bahn stets hellwach bleiben, weil er ja nie sicher wäre, welche inkriminierte Parole ihm eventuell entschlüpfen könnte, die Hand des rechten Arms stets im Hosensack (Ewald S. eventuell auch im Bußgürtel) fixieren, um verräterische Reflexe ex ante zu bändigen, die berüchtigten ‚drei Bier’, statt mit dem symbolbeladenen Kühnen-Fingerspreizen, nur noch per Haider-Taferl bestellen, ständig auf den akkuraten Sitz des Sakko-Revers’ achten, auf dass keine verräterischen Hakenkreuz-Anstecknadeln hervorblinzelten, selbst beim alltäglichen Grüßen immer hochkonzentriert bleiben und sich beim leisesten Aufkeimen des 88-Codes (siehe auch: rechter Arm) sofort auf die Lippen beißen, rituell Notebook-, Handy- und Runenschrift-Dateien am PC löschen, nie beim Türken Döner bestellen, die anerzogenen, rechten Surf-Gewohnheiten verschlüsseln, einschlägige Antiquariate meiden, keinesfalls Gerd Honsik im Häfen besuchen und Gottfried Küssels Nummer stante pede aus dem Handy löschen… Ekeliger Drill-Opportunismus müßte zur Lebensmaxime werden. Der „Kellernazi“ hätte sich selbst zu einem erbärmlichen Hundeleben zu verurteilen. Allein die Farbe seiner Scheisshaufen paßte noch ins konspirative Konzept. Ein elendes Dahintrotte(l)n zwischen braunem Traum und farbloser Wirklichkeit wäre das ja…
Tja, schon allein deshalb kann natürlich auch kein „lupenreiner Demokrat“ je ein Nazi sein! (Hört, hört, und aufgemerkt - ihr Advokaten).
Im antifaschistischen Widerstand haben Kommunisten, Sozialisten, Studenten (etwa Sophie und Hans Scholl von der ‚Weißen Rose’), Gewerkschafter, Bürgerliche (z.B. der ‚Freiburger Kreis’), vereinzelte Theologen (z.B. Martin Niemöller), kleine Handwerker (etwa der Tischler und Hitler-Attentäter Georg Elser), arme Bauern, geschundene Juden (etwa die ZOB, die den Aufstand im Warschauer Ghetto organisiert hatte) Sinti, Roma, Jenische, 'Asoziale', Deserteure, 'Wehrkraftzersetzer', Homosexuelle und selbst kleine Mädchen (‚Das Tagebuch der Anne Frank’) dem entfesselten Nazi-Abschaum die Stirn geboten, ihr Leben riskiert, - und die meisten haben es auch verloren. Der industrielle Massenmord der deutsch-österreichischen ‚Herrenrasse’ forderte 60 Millionen Menschenleben, davon 6 Millionen Juden!
Der antifaschistische Widerstand ist fast geschlossen in den Tod gegangen!
Großmäulige Memmen ohne Bekenntnis lassen es sich nicht einmal nehmen, immer noch in die Milchbar zu gehen. Ihr Rückgrat hat sich dermaßen im Arschloch (NEIN! Eben nicht in der Kehrseite, nicht im verlängerten Rücken, nicht im Sitzmuskel, nicht im Hintern…) verspießt, dass diese Ärsche scheinbar ewiglich am Sessel kleben bleiben!

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