DIE 'NULLER'-JAHRE: DOPPELNULLEN IM GLOBALEN BLUTRAUSCH!
Im Hoamatl präsentierte sich das Fin de siècle zum 21. Jahrhundert, eigentlich ja das Fin de millénaire, reichlich grottenbahnmäßig: Die noch nicht einmal angelobte, neue Regierung ging angsttranspirierend gleich einmal in den Untergrund! Angesichts tausender, wütender Demonstranten zu ebener Erde fürchtete sie, sich beim Überqueren des Ballhausplatzes blutige Nasen zu holen. Also schlich der kK (kurzer Kanzler) mit seinen braun-schwarzen Satrappen unterirdisch zur Abgelobung in die Präsidentschaftskanzlei! Hatte der Lügenbaron doch noch vor der Wahl Stein und Bein geschworen, aufrechten Hauptes in Opposition zu gehen, sollte er als Drittplacierter einlaufen! Tja, wer Politikern vertraut, kann eben nicht recht g’scheit sein…
Der staturmäßige Dollfuß-Wiedergänger (das austrofaschistische Ständestaat-Original ließen die illegalen Nazis ja beim gescheiterten Juli-Putsch 1934 im Marmorecksalon des Kanzleramts verbluten) spielte also mit der schlampig blau übertünchten Nazi-‚Light’-Bande russisches Roulette und ließ sich mithilfe des zweitplacierten ‚Führers’ fesch zum Kanzler küren. Und so machte der ‚christlich-soziale’ Eklat die braune Brut mit einem Schlag wieder salonfähig und die bislang verfemten Schmiss-Bubis und konspirativen Wehrsportler krochen – traditionell ja flink wie Windhunde - in sämtlichen staatsrelevanten Institutionen unter. Der ehrgeizzerfressene kK hätte ja auch seine sprichwörtliche Großmutter, sowie seinen rechten Arm geopfert, nur um auch einmal Kanzler spielen zu dürfen… (Schon sein früherer Anlauf beim 30. Parteitag in der Wiener Hofburg, 1995, verlief entsprechend gruselig. Erwin Pröll machte damals den stimmgewaltigen Einpeitscher. Die Austria Wochenschau hatte seinerzeit als 3. Kamera den feinsinnigen ‚Edelframer’ Wolfgang Hackl engagiert, der allerdings von (Innen)politik keinen blaßen Schimmer hatte. NÖ-Erwin lief also gerade zur 100-Dezibel-Hochform auf, um den besessenen Kurzen auf den Schild zu heben! „Wir drehen!“, schrie ich Wolfgang ins Ohr. „Wie heißt der, Oida, Erwin Brüll?“, rätselte die 3. Kamera…)
Quasi über Nacht bliesen die Herolde der neuen Zeit zum Sturm aufs ‚Proletariat’ (das auch bald schon mit dem menschenverachtenden Etikett ‚Modernisierungsverlierer’ diffamiert wurde), als dessen Schutzmantel-Madonna sich der (deutsch)nationale und ‚sozialistische’ ‚Jörgl’ gerade noch aufgespielt hatte! Ohne mit der Wimper zu zucken, verkaufte der machtgeile Führer seine gläubige, in Scharen von den Sozis übergelaufene, Neo-Klientel mit Haut und Haaren! ‚Weniger Staat – mehr privat’ lautete die neue Klassenkampf-‚Reform’-Parole von oben. Im Klartext: Steuergeschenke an die ’Wohlhabenden’ – Daumenschrauben für die ‚Habenichtse’! Hungerlöhne, prekäre Arbeitsverhältnisse und ‚Freie Dienstnehmer’, deren Freiheit allein darin lag, frei von allen Rechten zu sein… ‚Hosen oba, Hackler’ lautete die geldgeile Devise der schwarzbraunen ‚Reformer’! Die düpierten Deppen wurden dennoch nicht müde, Ihren idolisierten Blutsauger weiterhin anzuhimmeln: ‚Ave Caesar – die Ausgesackelten und Angeschissenen grüßen Dich!’ Selbst ordinärste Basis-Errungenschaften der Arbeiterbewegung gingen sang- und klanglos den Bach runter! Was Wunder auch? Tafelten doch die modernen Zegna-Tuch-Sozis neuerdings auch bevorzugt bei ‚Fabio’s’ in den Tuchlauben (wo man auch stets die jüngsten Eroberungen des Familiensilber-Versilberers KHG bestaunen konnte), anstatt - wie seinerzeit - beim Burenhäutl-Heinzl am Wiener Naschmarkt: bei einer ‚Eitrigen mit Siaßn und an Buckl'!
Transatlantisch wurde George Doubleyou – der Idiot aus Texas (© US-Wahlkampf 2004) – von der Konzern-, Waffen- und Börsen-Mafia ins Weiße Haus delegiert. Da schlug auch schon aus heiterem Himmel der Blitz ein: Ausgerechnet muselmanische Kameltreiber hätten in einem epochemachenden Logistik-Masterpiece die Twin-Towers des World Trade Center, das Super-Symbol des weltweiten Kasino-Kapitalismus, per todesverachtendem Passagier-Jet-Kamikaze in Schutt und Asche gelegt. Die tragische Kunde ereilte den Präsidenten in einer Volksschule (wo er vermutlich zwecks Fortbildung weilte) in Florida: Sieben volle Minuten verharrte er – hilflos an ein Kinderbuch gekrallt – in ratloser Apathie! Vom “Rauchzeichner” vermutete Gedankenblase: ‚If I just knew what my naughty boys from the CIA are doing these days?!’ – Seither geistern wüste Verschwörungstheorien in Abermillionenzahl durchs Internet…
Wahr ist jedenfalls, dass der Minderwertigkeits-Komplex der USA ein Leben ohne permanenten Aussenfeind nicht erträgt. Nach dem unrühmlichen Kollaps des ersten Feldversuchs des Kommunismus und dem Fall des Eisernen Vorhangs fühlten sie sich also buchstäblich pudelnackert. Weit und breit kein obligatorisches Aggressionspotenzial! Nun gut, da gabs noch den angejahrten Bart-Ferdl Fidel aus Havanna und die geradezu alttestamentarische ‚Achse des Bösen’. Doch so eine gänsehautevozierende, terroristische Weltverschwörung macht da schon entschieden mehr her! Prompt logen Doubleyou’s CIA-Agents Osama bin Laden zum Busenfreund Saddam Husseins um und unterstellten dem Despoten aus Bagdad auch gleich noch den konspirativen Besitz von Massenvernichtungswaffen. Mit dieser Finte wurde Saddam über Nacht zu Hannibal Lecter10 ‚gehypt’. Adelante, Ledernacken - auf sie, diese ungläubigen Sandalettis mit Gebrüll! ‚Das hab ich von Papa gelernt’, möchte man da mit Axel von Ambessers Kintopp aus dem Jahr 1964 sagen…
Im Windschatten des – nun ja schon ritualisierten – Öl-Wüstenfeldzugs sannen auch die gierigen Bankster united nach dem Profit-Extra-Kick! Erlaubte doch das Schlaraffenland www. nun Milliardentransfers in Echtzeit. Die Steigbügelhalter des organisierten Massenbetrugs, die Bushs, die Blairs, die Schröders und Konsorten hatten mit der globalen ‚Deregulierung’ schon ganze Vorarbeit geleistet! – Der ja nicht gerade als Kryptokommunist verschrieene, amerikanische Nobelpreisträger Joseph Stieglitz sollte es dieser Tage so formulieren:
„Die erste Lehre ist, dass Märkte nicht selbstkorrigierend sind. Vielmehr tendieren sie ohne angemessene Regulierung zum Exzess. 2009 wird uns wieder einmal klar, warum Adam Smiths unsichtbare Hand oftmals unsichtbar bleibt: weil es sie nämlich nicht gibt.“ (Hervorhebungen vom „Rauchzeichner“)
Doch die Herren über den antiquierten Kapitalismus, die schmerbäuchigen, Monte-Christo-paffenden Bougeois der alten Schule à la George Grosz oder John Heartfield zählten nun schon zum alten Eisen. Drahtige Kapital-Verbrecher mit dem ewig fiebrigen Zeigefinger an der PC-Mouse wurden über Nacht en vogue. Wer wollte sich denn noch mit dem steinzeitlichen Räuber-Reibach des 19. Jahrhunderts ff aufhalten: Allein den Mehrwert abzupressen und Waren überteuert auf den Markt zu werfen – das versprach schon längst keinen angemessenen Profit mehr! Die Alchemisten der neuen Zeit, die Broker der Wall Street und der Londoner City, die Haie von Shanghai und Mumbai gierten nun einzig und allein noch danach, ohne den mühseligen Irrweg über Waren-Produktion und –Handel, Geld direkt aus Geld zu machen! Und der jahrzehntelange Hüter über den extraschlanken Zinsfuß, Ben Bernanke, hatte der Alchemisten kriminelle Hochleistungs-Energie erst so richtig beflügelt!
Inzwischen folterte sich die selbsternannte ‚Freie Welt’ in ihrem universellen ‚Krieg gegen den Terror’ ins finsterste Mittelalter zurück. Abu Ghraib und Guantanamo aperten da bloß als Speerspitzen ganzer Legionen von Geheimgefängnissen ans Licht der Öffentlichkeit. Die US-Gralshüter ‚of a better world’ hatten ihre Folterkeller in alle Welt diversifiziert. Und weil die Folter für hypokritische Puritaner halt ziemlich ‚immoral and unlawful’ ist, wurde sie eben an ‚befreundete’ Staaten noch minderer ‚Rechtsstaatlichkeit’ ausgesourced! Folter-Terror – statt auf der mittelalterlichen Streckbank – quasi auf der verlängerten Werkbank…
In New York hatte sich inzwischen auch der sagenumwobene Doyen unter den Finanz-Dieben herausgemendelt: der ehemalige NASDAQ-Boss und nunmehr freiberufliche Gentleman-Ganove Bernie Madoff. Endlich hatte der Filou den Stein der Weisen der modernen Finanzwelt entdeckt: Er investierte die Milliarden seiner betuchten Klientel erst gar nicht, sondern stopfte die Dividendenlöcher einfach aus immer neuen, jungfräulichen Einlagen! Somit war das Perpetuum mobile der unendlichen Geldvermehrung erfunden! Völlig risikofrei, noch dazu! Naja, zumindest so lange, bis das Kartenhaus halt einstürzt…
Am 15. September 2008 wurde dann auch noch der Megatanker unter den Investmentbanken - Lehman Brothers – wie eine heiße Kartoffel fallengelassen! Der darauf folgende Domino-Effekt verheerte den Finanzplatz Globus auf Jahre hinaus! Aberbillionen Dollars, Euros, Yens und Rupien wurden über Nacht verbrannt! – Dazu nochmals Joseph Stieglitz:
„Die Bankenrettung enthüllte die allumfassende Heuchelei. Diejenigen, die haushaltspolitische Zurückhaltung gepredigt hatten, als es um kleine Sozialprogramme für die Armen ging, forderten nun lautstark das größte Sozialprogramm der Welt.“ Für die Bankster natürlich… Und ihre unnützen Apologeten…
Längst hatten sich ja auch die Lemminge Krethi und Plethi am Roulettetisch des kollektiven Ruin-Rauschs zusammengerottet: kreuzbrave Kreissparkassen, darbende Gemeinden, verarmte Städte (OT etwa des sanguinischen BM Wowereit: „Berlin ist zwar arm, aber sexy.“). Kommunen verschrotteten ihre Tramways, Staaten ihre Eisenbahnen per ‚Cross-Border-Leasing’, - und all diese Falotten zockten völlig ungeniert mit dem Steuergeld der Massen! Ließen sich doch die internationalen Konzern-Bosse ihren Obolus via Gruppenbesteuerung schon längst gegen Null rechnen!
Harter Schnitt zurück ins Hoamatl! Im Advent mußte dann auch (nach der Kommunalkredit Austria) noch die Kärntner Hypo Alpe Adria notverstaatlicht werden. Rien ne va plus! Die Haus & Hof-Schatzkammer des Volkstribuns Jörgl hatte nicht nur die landesfürstlichen Almosen an verarmte Bergbauern-Muatterln und mutterkreuzverdächtige, rechtsnational gesinnte Familien gespeist, sondern sich auch im feindlichen Tschuschenland der Kroaten, Slovenen und Serben ruinös verspekuliert. Der nationale und ‚soziale’ Messias der Imbezillen, die er mit Verve als ‚Fleißige, Anständige und Tüchtige’ apostrophierte, und seine bankbeamteten Sänftenträger hatten das Prestige-Projekt Landesbank – hart wie Kruppstahl - gegen die Wand gefahren! Doch die Haftungen hängen – zäh wie Leder – noch immer am Loser-Landl Kärnten: Haiders ‚Musterland für Österreich’ bürgt bis dato mit 18 Milliarden Euro – dem unfaßbar Neunfachen seines Jahresbudgets! Hätte die ‚Missgeburt Österreich’ (© Haider, 1988) die Bankrott-Bank nicht – flink wie Windhunde – mit Steuergeld der ‚Fleißigen, Anständigen und Tüchtigen’ gerettet, wäre Haiders wunderliche Exklave Kärnten auch schon bankrott!
Der ewig grinsende (nemo nisi stultus ridet sine causa) Erlöser von ‚Ein Völkchen, ein Reicherl, ein Führerl’ hatte sich im Vorjahr im kapitalen Vollsuff zu Tode gefahren, seine großspurige Landesbank ist bankrott und zwangsverstaatlicht und sein schrulliges Wahlhoamatl neger! Ausgerechnet neger, - des ah no! Alles recht heillos verschissen, - no dann auch noch posthum ‚Heil, mein Führer’!
Ǻber ah scho wurscht! Die ‚Fleißigen, Anständigen und Tüchtigen’ huldigen halt fortan seinem rabiaten Witzzwängler und Polit-Tampon Dörfler oder eben dem Disco-Dolm und Wehrsportler (pardon, ‚Paintballer’) HC-man… Denk ich an Österreich in der Nacht…
Na denn, Prosit Neujahr, geneigte „Rauchzeichen“-Gemeinde…
Nur noch eine winzige Vorwarnung: Im neuen Jahr wird Ihnen das 2009er-Fiasko noch wie eine putzige Kinderjause vorkommen…
Der staturmäßige Dollfuß-Wiedergänger (das austrofaschistische Ständestaat-Original ließen die illegalen Nazis ja beim gescheiterten Juli-Putsch 1934 im Marmorecksalon des Kanzleramts verbluten) spielte also mit der schlampig blau übertünchten Nazi-‚Light’-Bande russisches Roulette und ließ sich mithilfe des zweitplacierten ‚Führers’ fesch zum Kanzler küren. Und so machte der ‚christlich-soziale’ Eklat die braune Brut mit einem Schlag wieder salonfähig und die bislang verfemten Schmiss-Bubis und konspirativen Wehrsportler krochen – traditionell ja flink wie Windhunde - in sämtlichen staatsrelevanten Institutionen unter. Der ehrgeizzerfressene kK hätte ja auch seine sprichwörtliche Großmutter, sowie seinen rechten Arm geopfert, nur um auch einmal Kanzler spielen zu dürfen… (Schon sein früherer Anlauf beim 30. Parteitag in der Wiener Hofburg, 1995, verlief entsprechend gruselig. Erwin Pröll machte damals den stimmgewaltigen Einpeitscher. Die Austria Wochenschau hatte seinerzeit als 3. Kamera den feinsinnigen ‚Edelframer’ Wolfgang Hackl engagiert, der allerdings von (Innen)politik keinen blaßen Schimmer hatte. NÖ-Erwin lief also gerade zur 100-Dezibel-Hochform auf, um den besessenen Kurzen auf den Schild zu heben! „Wir drehen!“, schrie ich Wolfgang ins Ohr. „Wie heißt der, Oida, Erwin Brüll?“, rätselte die 3. Kamera…)
Quasi über Nacht bliesen die Herolde der neuen Zeit zum Sturm aufs ‚Proletariat’ (das auch bald schon mit dem menschenverachtenden Etikett ‚Modernisierungsverlierer’ diffamiert wurde), als dessen Schutzmantel-Madonna sich der (deutsch)nationale und ‚sozialistische’ ‚Jörgl’ gerade noch aufgespielt hatte! Ohne mit der Wimper zu zucken, verkaufte der machtgeile Führer seine gläubige, in Scharen von den Sozis übergelaufene, Neo-Klientel mit Haut und Haaren! ‚Weniger Staat – mehr privat’ lautete die neue Klassenkampf-‚Reform’-Parole von oben. Im Klartext: Steuergeschenke an die ’Wohlhabenden’ – Daumenschrauben für die ‚Habenichtse’! Hungerlöhne, prekäre Arbeitsverhältnisse und ‚Freie Dienstnehmer’, deren Freiheit allein darin lag, frei von allen Rechten zu sein… ‚Hosen oba, Hackler’ lautete die geldgeile Devise der schwarzbraunen ‚Reformer’! Die düpierten Deppen wurden dennoch nicht müde, Ihren idolisierten Blutsauger weiterhin anzuhimmeln: ‚Ave Caesar – die Ausgesackelten und Angeschissenen grüßen Dich!’ Selbst ordinärste Basis-Errungenschaften der Arbeiterbewegung gingen sang- und klanglos den Bach runter! Was Wunder auch? Tafelten doch die modernen Zegna-Tuch-Sozis neuerdings auch bevorzugt bei ‚Fabio’s’ in den Tuchlauben (wo man auch stets die jüngsten Eroberungen des Familiensilber-Versilberers KHG bestaunen konnte), anstatt - wie seinerzeit - beim Burenhäutl-Heinzl am Wiener Naschmarkt: bei einer ‚Eitrigen mit Siaßn und an Buckl'!
Transatlantisch wurde George Doubleyou – der Idiot aus Texas (© US-Wahlkampf 2004) – von der Konzern-, Waffen- und Börsen-Mafia ins Weiße Haus delegiert. Da schlug auch schon aus heiterem Himmel der Blitz ein: Ausgerechnet muselmanische Kameltreiber hätten in einem epochemachenden Logistik-Masterpiece die Twin-Towers des World Trade Center, das Super-Symbol des weltweiten Kasino-Kapitalismus, per todesverachtendem Passagier-Jet-Kamikaze in Schutt und Asche gelegt. Die tragische Kunde ereilte den Präsidenten in einer Volksschule (wo er vermutlich zwecks Fortbildung weilte) in Florida: Sieben volle Minuten verharrte er – hilflos an ein Kinderbuch gekrallt – in ratloser Apathie! Vom “Rauchzeichner” vermutete Gedankenblase: ‚If I just knew what my naughty boys from the CIA are doing these days?!’ – Seither geistern wüste Verschwörungstheorien in Abermillionenzahl durchs Internet…
Wahr ist jedenfalls, dass der Minderwertigkeits-Komplex der USA ein Leben ohne permanenten Aussenfeind nicht erträgt. Nach dem unrühmlichen Kollaps des ersten Feldversuchs des Kommunismus und dem Fall des Eisernen Vorhangs fühlten sie sich also buchstäblich pudelnackert. Weit und breit kein obligatorisches Aggressionspotenzial! Nun gut, da gabs noch den angejahrten Bart-Ferdl Fidel aus Havanna und die geradezu alttestamentarische ‚Achse des Bösen’. Doch so eine gänsehautevozierende, terroristische Weltverschwörung macht da schon entschieden mehr her! Prompt logen Doubleyou’s CIA-Agents Osama bin Laden zum Busenfreund Saddam Husseins um und unterstellten dem Despoten aus Bagdad auch gleich noch den konspirativen Besitz von Massenvernichtungswaffen. Mit dieser Finte wurde Saddam über Nacht zu Hannibal Lecter10 ‚gehypt’. Adelante, Ledernacken - auf sie, diese ungläubigen Sandalettis mit Gebrüll! ‚Das hab ich von Papa gelernt’, möchte man da mit Axel von Ambessers Kintopp aus dem Jahr 1964 sagen…
Im Windschatten des – nun ja schon ritualisierten – Öl-Wüstenfeldzugs sannen auch die gierigen Bankster united nach dem Profit-Extra-Kick! Erlaubte doch das Schlaraffenland www. nun Milliardentransfers in Echtzeit. Die Steigbügelhalter des organisierten Massenbetrugs, die Bushs, die Blairs, die Schröders und Konsorten hatten mit der globalen ‚Deregulierung’ schon ganze Vorarbeit geleistet! – Der ja nicht gerade als Kryptokommunist verschrieene, amerikanische Nobelpreisträger Joseph Stieglitz sollte es dieser Tage so formulieren:
„Die erste Lehre ist, dass Märkte nicht selbstkorrigierend sind. Vielmehr tendieren sie ohne angemessene Regulierung zum Exzess. 2009 wird uns wieder einmal klar, warum Adam Smiths unsichtbare Hand oftmals unsichtbar bleibt: weil es sie nämlich nicht gibt.“ (Hervorhebungen vom „Rauchzeichner“)
Doch die Herren über den antiquierten Kapitalismus, die schmerbäuchigen, Monte-Christo-paffenden Bougeois der alten Schule à la George Grosz oder John Heartfield zählten nun schon zum alten Eisen. Drahtige Kapital-Verbrecher mit dem ewig fiebrigen Zeigefinger an der PC-Mouse wurden über Nacht en vogue. Wer wollte sich denn noch mit dem steinzeitlichen Räuber-Reibach des 19. Jahrhunderts ff aufhalten: Allein den Mehrwert abzupressen und Waren überteuert auf den Markt zu werfen – das versprach schon längst keinen angemessenen Profit mehr! Die Alchemisten der neuen Zeit, die Broker der Wall Street und der Londoner City, die Haie von Shanghai und Mumbai gierten nun einzig und allein noch danach, ohne den mühseligen Irrweg über Waren-Produktion und –Handel, Geld direkt aus Geld zu machen! Und der jahrzehntelange Hüter über den extraschlanken Zinsfuß, Ben Bernanke, hatte der Alchemisten kriminelle Hochleistungs-Energie erst so richtig beflügelt!
Inzwischen folterte sich die selbsternannte ‚Freie Welt’ in ihrem universellen ‚Krieg gegen den Terror’ ins finsterste Mittelalter zurück. Abu Ghraib und Guantanamo aperten da bloß als Speerspitzen ganzer Legionen von Geheimgefängnissen ans Licht der Öffentlichkeit. Die US-Gralshüter ‚of a better world’ hatten ihre Folterkeller in alle Welt diversifiziert. Und weil die Folter für hypokritische Puritaner halt ziemlich ‚immoral and unlawful’ ist, wurde sie eben an ‚befreundete’ Staaten noch minderer ‚Rechtsstaatlichkeit’ ausgesourced! Folter-Terror – statt auf der mittelalterlichen Streckbank – quasi auf der verlängerten Werkbank…
In New York hatte sich inzwischen auch der sagenumwobene Doyen unter den Finanz-Dieben herausgemendelt: der ehemalige NASDAQ-Boss und nunmehr freiberufliche Gentleman-Ganove Bernie Madoff. Endlich hatte der Filou den Stein der Weisen der modernen Finanzwelt entdeckt: Er investierte die Milliarden seiner betuchten Klientel erst gar nicht, sondern stopfte die Dividendenlöcher einfach aus immer neuen, jungfräulichen Einlagen! Somit war das Perpetuum mobile der unendlichen Geldvermehrung erfunden! Völlig risikofrei, noch dazu! Naja, zumindest so lange, bis das Kartenhaus halt einstürzt…
Am 15. September 2008 wurde dann auch noch der Megatanker unter den Investmentbanken - Lehman Brothers – wie eine heiße Kartoffel fallengelassen! Der darauf folgende Domino-Effekt verheerte den Finanzplatz Globus auf Jahre hinaus! Aberbillionen Dollars, Euros, Yens und Rupien wurden über Nacht verbrannt! – Dazu nochmals Joseph Stieglitz:
„Die Bankenrettung enthüllte die allumfassende Heuchelei. Diejenigen, die haushaltspolitische Zurückhaltung gepredigt hatten, als es um kleine Sozialprogramme für die Armen ging, forderten nun lautstark das größte Sozialprogramm der Welt.“ Für die Bankster natürlich… Und ihre unnützen Apologeten…
Längst hatten sich ja auch die Lemminge Krethi und Plethi am Roulettetisch des kollektiven Ruin-Rauschs zusammengerottet: kreuzbrave Kreissparkassen, darbende Gemeinden, verarmte Städte (OT etwa des sanguinischen BM Wowereit: „Berlin ist zwar arm, aber sexy.“). Kommunen verschrotteten ihre Tramways, Staaten ihre Eisenbahnen per ‚Cross-Border-Leasing’, - und all diese Falotten zockten völlig ungeniert mit dem Steuergeld der Massen! Ließen sich doch die internationalen Konzern-Bosse ihren Obolus via Gruppenbesteuerung schon längst gegen Null rechnen!
Harter Schnitt zurück ins Hoamatl! Im Advent mußte dann auch (nach der Kommunalkredit Austria) noch die Kärntner Hypo Alpe Adria notverstaatlicht werden. Rien ne va plus! Die Haus & Hof-Schatzkammer des Volkstribuns Jörgl hatte nicht nur die landesfürstlichen Almosen an verarmte Bergbauern-Muatterln und mutterkreuzverdächtige, rechtsnational gesinnte Familien gespeist, sondern sich auch im feindlichen Tschuschenland der Kroaten, Slovenen und Serben ruinös verspekuliert. Der nationale und ‚soziale’ Messias der Imbezillen, die er mit Verve als ‚Fleißige, Anständige und Tüchtige’ apostrophierte, und seine bankbeamteten Sänftenträger hatten das Prestige-Projekt Landesbank – hart wie Kruppstahl - gegen die Wand gefahren! Doch die Haftungen hängen – zäh wie Leder – noch immer am Loser-Landl Kärnten: Haiders ‚Musterland für Österreich’ bürgt bis dato mit 18 Milliarden Euro – dem unfaßbar Neunfachen seines Jahresbudgets! Hätte die ‚Missgeburt Österreich’ (© Haider, 1988) die Bankrott-Bank nicht – flink wie Windhunde – mit Steuergeld der ‚Fleißigen, Anständigen und Tüchtigen’ gerettet, wäre Haiders wunderliche Exklave Kärnten auch schon bankrott!
Der ewig grinsende (nemo nisi stultus ridet sine causa) Erlöser von ‚Ein Völkchen, ein Reicherl, ein Führerl’ hatte sich im Vorjahr im kapitalen Vollsuff zu Tode gefahren, seine großspurige Landesbank ist bankrott und zwangsverstaatlicht und sein schrulliges Wahlhoamatl neger! Ausgerechnet neger, - des ah no! Alles recht heillos verschissen, - no dann auch noch posthum ‚Heil, mein Führer’!
Ǻber ah scho wurscht! Die ‚Fleißigen, Anständigen und Tüchtigen’ huldigen halt fortan seinem rabiaten Witzzwängler und Polit-Tampon Dörfler oder eben dem Disco-Dolm und Wehrsportler (pardon, ‚Paintballer’) HC-man… Denk ich an Österreich in der Nacht…
Na denn, Prosit Neujahr, geneigte „Rauchzeichen“-Gemeinde…
Nur noch eine winzige Vorwarnung: Im neuen Jahr wird Ihnen das 2009er-Fiasko noch wie eine putzige Kinderjause vorkommen…

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