DEPPEN - DESPOTEN - DEPORTEURE
„Haltet den Dieb“, brüllt, zetert, bettelt, säuselt oder flötet - je nach Temperament - die Internationale der Milliardendiebe. Mitleidheischend bemühen die verschworen-verschwommenen Auslöser der Weltwirtschaftskrise allerlei Spiegelfechtereien und Scheinscharmützel. Muss doch der notorisch übertölpelte Citoyen dringend mit allerhand Schmafu aufs Glatteis geführt und bei Laune gehalten werden. Sonst käme er am Ende noch dahinter, dass schon wieder er es ist, der die monströsen Miesen der Zechpreller aus Banken und Konzernen glattzustellen hat! Wie seit Jahr und Tag schon in der ‚Besten aller möglichen Welten‘! Von wegen: Wer zahlt, schafft an!
Der Anteil des Kapitals am Gesamtsteueraufkommen ist etwa in Deutschland von 34,7 % im Jahr 1960 auf läppische 12,2 % im Jahr 2002 geschrumpft. Tendenz weiterhin stark fallend! Der kapitalisten- und gottgewollten Gruppenbesteuerung sei‘s gedankt! Halleluja! Ihr ‚christlich-sozialer‘ Prophet kK (Kurz-Kanzler), sein stets platt aufgefönter Säckelwart Kürzel-KHG, sowie sein Dandy-Spießgeselle, der selbsternannte Advokat der ‚An-ständigen, Fleißigen und Tüchtigen‘ Jörgl (der ja erst posthum als konspirativer Millionennehmer schmutziger Gelder aus diversen schmutzigen Händen enttarnt wurde) haben die Volkswohlstands-Abwärtsspirale im Hoamatl ab 2005 nochmals rasant beschleunigt. Ordinärer Klassenkampf, ach was, schwarzbraune Freunde und Kameraden, ist doch Schnee von gestern, - fortan hatte zu gelten: Alle Macht dem Kapital und seinen Verbrechern, - den Kapitalverbrechern!
Der Wiener Uni-Wirtschaftsprofessor Franz Hörmann erklärte jüngst das Weltfinanzsystem zu einem einzigen, infamen Betrugsmodell, in welchem die - vom Staat entfesselten - Banken einfach Geld aus Luft gezaubert hätten! Wie das sprichwörtliche Zirkus-Karnickel aus dem Zylinder. Man könne die Geldhäuser also getrost ignorieren, zumal sie ohnehin weltweit bankrott wären! Und die global gefeierten ‚freien Märkte‘ wären auch nichts weiter, als atone "Blasenmaschinen zum Missbrauch durch die Eliten!" Zumindest für die nächsten drei Jahre noch drohe der Zusammenbruch des gesamten Systems! Schmecks – nix da mit Ende der Krise! Gesundgebetet ist halt leider das Gegenteil von abgewendet! – Und, wohlgemerkt, die offenherzige Kassandra aus Wien ist ein soignierter Uni-Professor und garantiert nicht als Kryptokommunist verschrien.
Im betulichen Merkelstan läuft’s auch nicht besser: Allein auf deutschen Sparbüchern grundeln etwa 5 Billionen Euro. Wollte morgen früh bloß 1% der Sparer ihr Geld beheben, käme das System ganz schön in die Bredouille. Denn flotte 50 Milliarden haben die selbstherrlichen Bankster nicht ein-fach mal so hinter der Budel gebunkert. Sofern sie überhaupt noch auf frei-em Fuß sind! Gar nicht daran zu denken, was erst passierte, wenn 10% der permanent in gutem Glauben Geneppten an ihre Kohle wollten! An satte 500 Milliarden also! Rette sich, wer kann, - lauf, Notenpresse, lauf… Auch wenn die Scheine das Papier nicht wert sind, auf das sie gedruckt werden…
Die Lage ist zwar nicht ernst, aber hoffnungslos. Sündenböcke müssen her! Egal woher! Waren‘s unter den Nazis noch die Juden, sind’s heut‘ halt die ‚Tschuschen‘, - wurscht welcher Provenienz! So schob etwa der Größen-wahnsinnige im Zwergerl-Format aus dem Élysée so en passant Roma und Sinti gleich in Regimentsstärke ab! Der Alt-‚Führer‘ aus der Meldemannstraße 27 läßt schön grüßen, waren die Zigeuner doch – neben Sozis, Kummerln, Freigeistern, Umstürzlern und Schwulen (außerhalb der SA natürlich) - dem Braunauer ebenso ein Dorn im Auge, wie sein Erzfeind, der Jud! Voilà, dachte da der panische Parvus aus Paris: So ein saloppes Massen-Deportationtscherl verspricht bestimmt turbulentes Getöse, unter welchem man halbwegs elegant aus den ewigen Negativ-Schlagzeilen des wirt-schaftlichen Dauer-Desasters kommt! Dabei kümmerte es den blitzlichtgei-len Eroberer (dessen Okkupationszwang sich allerdings bislang nur in Carla Bruni entlud) auch keineswegs, dass Millionen der – mit acht Millionen – größten Minderheit Europas seit der Erweiterung der Europäischen Union, 2004, längst ihre Mitglieder waren! Merde, n’est-ce pas – gens de voyage - adieu! Raus aus der Grande Nation mit dem vazierenden Gsindel! Zahnlos scholt die französische Presse Sarkozy bloß einen „Gauner“. Der reagierte selbst darauf dünnhäutig: „Ich habe nicht die Absicht, mich im Namen Frankreichs wie einen kleinen Jungen behandeln zu lassen.“ Voilà, dann sollte er sich eventuell auch nicht wie ein egozentristischer Dreikäsehoch aufführen… Üblicherweise überwinden Knirpse ja ihre Trotzphase bereits im Alter von vier Jahren…
Da wollte sich auch seine hoamatliche Schwester im Ungeist nicht lumpen lassen! Hinter ihren ministeriellen Polstertüren schlüpfte sie in der Pose einer bizarren Gürtel-Domina in hochhackige Lack-Overknees, preßte eine – nona – rabenschwarz-changierende Trillerpfeife zwischen ihre blaßrosa Strichlippen und stülpte die scharfe Tellerkappe mit dem schillernden La-tex-Band auf den streng-ondulierten Frisur-Helm. Kess schräg, versteht sich. Etwas Pfiff war man seiner Heimatstadt, dem weit übers Oberösterrei-chische hinaus berühmten Bahn-Knotenpunkt Attnang-Puchheim, schließlich schuldig! Wildentschlossen markierte also eine zum Monolith erstarrte Schotter-Mitzi die forsche Fahrdienstleiterin des vormessianischen Herodes! Seit Arigona Zogaj in Kindes-Abschiebungen bestens versiert, mußten diesmal die achtjährigen Zwillings-Mäderln Daniella und Dorentina dran glauben. Ab ins entwurzelte Elend des Kosovo mit ihnen, – und der miese ‚Tschuschen‘-Papa Gustl gleich mit dazu! Tosender Applaus vom Stamm-tisch schien ihr sicher! Deportation ohne die Mama der Zwillinge allerdings, – die psychisch schwer Geprüfte durfte sich von Marias Gnaden im Wiener Spital auskurieren. Nå hearst, - a wengerl ‚christlich-sozial‘ san ma do olleweul no g’west, oder?!
Schließlich wütete ja der Wiener Wahlkampf und da galt’s zwischen dem Ottakringer Volkstribunen, Fiaker-Michel, und dem vornamenslosen Chef-hetzer HC samt seiner Schmiss-Bubis irgendwie auch noch ein Fleckerl Flagge zu zeigen. Schließlich gierte der – von brauner Brut und grellem Boulevard jahrzehntelang präparierte - Stammtisch nach möglichst wehrlo-sen Opferlämmern! Und Kinderopfer ziehen da noch immer am Besten! Das wußte die Polizeiministerin noch aus ihrem Religionsunterricht: Schließlich hatte die krause Ritualmord-Mär vom Tiroler Anderl von Rinn die katholischen Kleingläubigen auch 500 Jahre lang bei der gekreuzten Stange gehalten. Oder hatte sie da jetzt wieder einmal etwas durcheinandergebracht? Wie sollte man sich in diesen glocknerhohen Abschiebungs-Aktenbergen auch noch halbwegs zurechtfinden! Ǻber eh wurscht, - wie der Junkie überlebt auch das gemeine Law&Order-Süchtl nur durch den ständigen Dosis-Turbo! Tja, - so a gemeine Abschieberei macht unsere Mitzi halt high!
Wen scherte es da noch, dass die Vorzeige-Familie Komani längst veroberös-terreichert war, hoamischen Dialekt sprach und die kleinen Volksschulmä-derln schon ¾ ihres kurzen Lebens in Steyr verbracht hatten. Jawolll, Recht muß Recht bleiben – und im schwarzen Wahlkampffinale wird so ein kaltblütiges Fanal an den Mob schon noch ein paar Stimmen bringen! Oder am End‘ do net? - Am verwaisten Notenständer von Daniella und Dorentina blieben jedenfalls nur noch fliegende Blätter österreichischer Kinderlieder zurück, – bis zu ihrer Nacht-und-Nebel-Deportation noch auf ihren Blockflöten intoniert… Und zurück blieb auch noch der Verlust letzter Spuren von Zivilisation, – sowie ein paar Stoff-Teddybären… Endlich reinrassige Grabesruhe! Mia san mia! Und so a greinender ‚Guatmenschen‘-Schmarren, wie ‚Ihr Kinderlein kommet‘, zieht doch net amoil mehr im Vor-Adventstaumel…
Doch diesmals hatte der couleurübergreifend eingerissene Gestapo-Gestus die Rechnung ohne einen aufrechten Rebellen gemacht. Der geschockte Immobilien-Entwickler Hans Jörg Ulreich stellte verzweifelten ‚Schüblingen‘ das zu Verfügung, wovon er am meisten hatte: Immobilien. Sein ‚Freunde Schützen‘-Haus sollte den ingrimmig Verfolgten im ‚demokratischen Wohlfahrtsstaat‘ ein letztes Refugium bieten. Denn Ulreich war fuchsteufelswild: Hatte doch der eilfertige ‚Rechtsstaat‘ auch den Fußballteam-Kollegen und besten Freund seines neunjährigen Buben deportiert! Worauf der seinen Papa ängstlich-beklommen gefragt hatte: „Muß ich denn jetzt auch fort, Papa?!“ Und so hatte ein singulärer Citoyen mit Zivilcourage das apathische Hoamatl beschämt! Von der schmierig-opportunistischen Polit-Kaste ganz zu schweigen! Und Ulreich hatte noch ein As im Ärmel: Er wollte dem selbstgerechten Bürger einmal ganz buchstäblich vor Augen führen, was so alles passiert, während er – a kloawengerl bezecht vom strammlaunigen Stammtisch-‚Tschuschen‘-Bashing – in seinen seligen Schlaf des Gerechten sinkt. Gute Nacht, Österreich, - es ist der ‚Herr Karl‘, der darüber wacht!
Ulreichs Notwehr-Verein ‚Purple Sheep‘ ließ die Schande nicht einfach so schleifen, sondern stattdessen versteckte Kameras laufen. Und welche Ab-gründe vor deren Linsen kamen, assoziierte der ‚anständige Bürger‘ sonst nur mit dem fernen Bagdad: Schnellfeuerwaffenstarrende und gepanzerte Spezialeinheiten zogen gegen die ‚brandgefährlichen‘ Zwillinge ins Gefecht! Martialische Cobra-Rotten gegen 8-jährige Dirndln! Tja, und jawolll - Recht muß eben Recht bleiben! Repetiert zumindest stereotyp der Mitzi-Monolith!
Doch derlei Säbelrasseln war denn selbst dem sonst recht blutrünstigen Boulevard zuviel. No, åber hallo, muaß denn des sein?! Also, gach a Spitz-kehre! Feige putzte sich Meuchel-Mitzi an angeblich erratischen Bescheiden irgendwelcher Kommunalpolitiker ab, und simsalabim, - die abgeschobenen Kinder durften wieder zurück! A klitzekloans Mitzerl-Malheur halt! Außer Spesen nichts gewesen! Außer an rechten Stimmenverlusterl halt. - Ach ja, der erste Präzedenz-Versuchsballon zur Beschwichtigung des verwahrlosten HC-Mobs, der kosovarische Teenager Arigona, kehrt demnächst auch wieder ins erworbene Hoamatl zurück! Noch fataler kann kaum einer an seinem in-ternalisierten Irrsinn scheitern, gnä‘ Frau Minister! Wer nun aber blauäugig darauf spekulierte, die rechtsbeseelte Asylanten-Fahrdienstleiterin würde endlich ihre Totenkopf-Domina-Kappe an den rostigen Nagel hängen, kann kein gelernter Österreicher sein… Wås liegt, des pickt – und aner hat immer des Bummerl…
Noch steinzeitlicher geht’s zurzeit unterm Sternenbanner zu: Die USA kata-pultieren sich gerade Jahrhunderte hinter die Aufklärung zurück! Wollt ihr den totalen Kapitalismus? Yes, stupid, we want! Das groteske Tea-Party-Revival macht‘s möglich und bereitet schon einmal unter dem stimmigen Logo gekreuzter $- und €-Zeichen den Boden auf! Amen! Reaktionäre aller Federal States vereinigt euch! Als enthemmte Jeanne d’Arc der Bible-Belt-Middle-Ages im 21. Jahrhundert wirft sich eine gewisse Sarah Palin in die stolze Brust! Immerhin war die Naturbelassene ja schon vor gut 25 Jahren Drittplacierte der Miss-Alaska-Wahl! Und zu ihrer außenpolitischen Qualifi-kation hatte sie schon als McCain’s ‚runner up‘ im Wahlkampf 2008 infantil getrötet, dass sie doch von Anchorage aus wia nix net bis nach Rußland speanzeln könne. Na dann! Da spielt es auch keine Rolle mehr, dass ihr IQ direkt proportional zur örtlichen Durchschnittstemperatur ist. Zumeist also auch noch im eisigen Minus. So sollte die Wannabe-Antigone aus Alaska wenigstens stets einen kühlen Kopf bewahren…
Finanziert wird der vorgebliche ‚Klassenkampf‘ der explodierenden Loser-Heere ausgerechnet von den Billionaires-Brothers David und Charles Koch aus dem ‚Sunflower-State‘ Kansas. Bestimmt ein streng geheimer Nucleus amerikanischer Brain-Trusts. Plumpe Pfeffersäcke à la Kochs halten ja schon den Wiederaufbau der Public Library in dem 2007 von einem Tornado verwüsteten 1500-Seelen-Kaff Greensburg für puren Kommunismus! Kapital hui – Staat pfui! - Das amerikanische Lumpenproletariat – angeführt von einem Doppelpack dumpfer Milliardäre?! Das klingt ja fast so, als hätten die Bolschewiki die Romanows zu ihren Roten Garden gekürt! - Tja, mit derlei Spompanadln vermag halt nur noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu amüsieren…
Machten 2008 noch 25 US-Banken Pleite, waren‘s 2009 bereits 140. Ange-sichts des ungebremsten Domino-Effekts 2010 kapitulieren die Statistiker allmählich! Gar nichts läuft mehr! Außer den seit 1929 bewährten Hyperinflations-Beschleunigern, – den Notenpressen! In drei Schichten, rund um die Uhr - let’s print! Yes, we can! Ach ja, eh ich‘s noch vergess‘: Trotz deren ohren- und hirnbetäubenden Krawalls, yes and for sure, – the crisis is over! We shall overcome…
Zutiefst erleichtert empfliehlt sich Ihr „Rauchzeichner“ nun also in sein Stammcafé ‚Absurd‘ und gönnt sich ein paar Achterln vom – nona - Roten. Eventuell überzeugen ihn die ja von unserer glorreichen Zukunft…
Der Anteil des Kapitals am Gesamtsteueraufkommen ist etwa in Deutschland von 34,7 % im Jahr 1960 auf läppische 12,2 % im Jahr 2002 geschrumpft. Tendenz weiterhin stark fallend! Der kapitalisten- und gottgewollten Gruppenbesteuerung sei‘s gedankt! Halleluja! Ihr ‚christlich-sozialer‘ Prophet kK (Kurz-Kanzler), sein stets platt aufgefönter Säckelwart Kürzel-KHG, sowie sein Dandy-Spießgeselle, der selbsternannte Advokat der ‚An-ständigen, Fleißigen und Tüchtigen‘ Jörgl (der ja erst posthum als konspirativer Millionennehmer schmutziger Gelder aus diversen schmutzigen Händen enttarnt wurde) haben die Volkswohlstands-Abwärtsspirale im Hoamatl ab 2005 nochmals rasant beschleunigt. Ordinärer Klassenkampf, ach was, schwarzbraune Freunde und Kameraden, ist doch Schnee von gestern, - fortan hatte zu gelten: Alle Macht dem Kapital und seinen Verbrechern, - den Kapitalverbrechern!
Der Wiener Uni-Wirtschaftsprofessor Franz Hörmann erklärte jüngst das Weltfinanzsystem zu einem einzigen, infamen Betrugsmodell, in welchem die - vom Staat entfesselten - Banken einfach Geld aus Luft gezaubert hätten! Wie das sprichwörtliche Zirkus-Karnickel aus dem Zylinder. Man könne die Geldhäuser also getrost ignorieren, zumal sie ohnehin weltweit bankrott wären! Und die global gefeierten ‚freien Märkte‘ wären auch nichts weiter, als atone "Blasenmaschinen zum Missbrauch durch die Eliten!" Zumindest für die nächsten drei Jahre noch drohe der Zusammenbruch des gesamten Systems! Schmecks – nix da mit Ende der Krise! Gesundgebetet ist halt leider das Gegenteil von abgewendet! – Und, wohlgemerkt, die offenherzige Kassandra aus Wien ist ein soignierter Uni-Professor und garantiert nicht als Kryptokommunist verschrien.
Im betulichen Merkelstan läuft’s auch nicht besser: Allein auf deutschen Sparbüchern grundeln etwa 5 Billionen Euro. Wollte morgen früh bloß 1% der Sparer ihr Geld beheben, käme das System ganz schön in die Bredouille. Denn flotte 50 Milliarden haben die selbstherrlichen Bankster nicht ein-fach mal so hinter der Budel gebunkert. Sofern sie überhaupt noch auf frei-em Fuß sind! Gar nicht daran zu denken, was erst passierte, wenn 10% der permanent in gutem Glauben Geneppten an ihre Kohle wollten! An satte 500 Milliarden also! Rette sich, wer kann, - lauf, Notenpresse, lauf… Auch wenn die Scheine das Papier nicht wert sind, auf das sie gedruckt werden…
Die Lage ist zwar nicht ernst, aber hoffnungslos. Sündenböcke müssen her! Egal woher! Waren‘s unter den Nazis noch die Juden, sind’s heut‘ halt die ‚Tschuschen‘, - wurscht welcher Provenienz! So schob etwa der Größen-wahnsinnige im Zwergerl-Format aus dem Élysée so en passant Roma und Sinti gleich in Regimentsstärke ab! Der Alt-‚Führer‘ aus der Meldemannstraße 27 läßt schön grüßen, waren die Zigeuner doch – neben Sozis, Kummerln, Freigeistern, Umstürzlern und Schwulen (außerhalb der SA natürlich) - dem Braunauer ebenso ein Dorn im Auge, wie sein Erzfeind, der Jud! Voilà, dachte da der panische Parvus aus Paris: So ein saloppes Massen-Deportationtscherl verspricht bestimmt turbulentes Getöse, unter welchem man halbwegs elegant aus den ewigen Negativ-Schlagzeilen des wirt-schaftlichen Dauer-Desasters kommt! Dabei kümmerte es den blitzlichtgei-len Eroberer (dessen Okkupationszwang sich allerdings bislang nur in Carla Bruni entlud) auch keineswegs, dass Millionen der – mit acht Millionen – größten Minderheit Europas seit der Erweiterung der Europäischen Union, 2004, längst ihre Mitglieder waren! Merde, n’est-ce pas – gens de voyage - adieu! Raus aus der Grande Nation mit dem vazierenden Gsindel! Zahnlos scholt die französische Presse Sarkozy bloß einen „Gauner“. Der reagierte selbst darauf dünnhäutig: „Ich habe nicht die Absicht, mich im Namen Frankreichs wie einen kleinen Jungen behandeln zu lassen.“ Voilà, dann sollte er sich eventuell auch nicht wie ein egozentristischer Dreikäsehoch aufführen… Üblicherweise überwinden Knirpse ja ihre Trotzphase bereits im Alter von vier Jahren…
Da wollte sich auch seine hoamatliche Schwester im Ungeist nicht lumpen lassen! Hinter ihren ministeriellen Polstertüren schlüpfte sie in der Pose einer bizarren Gürtel-Domina in hochhackige Lack-Overknees, preßte eine – nona – rabenschwarz-changierende Trillerpfeife zwischen ihre blaßrosa Strichlippen und stülpte die scharfe Tellerkappe mit dem schillernden La-tex-Band auf den streng-ondulierten Frisur-Helm. Kess schräg, versteht sich. Etwas Pfiff war man seiner Heimatstadt, dem weit übers Oberösterrei-chische hinaus berühmten Bahn-Knotenpunkt Attnang-Puchheim, schließlich schuldig! Wildentschlossen markierte also eine zum Monolith erstarrte Schotter-Mitzi die forsche Fahrdienstleiterin des vormessianischen Herodes! Seit Arigona Zogaj in Kindes-Abschiebungen bestens versiert, mußten diesmal die achtjährigen Zwillings-Mäderln Daniella und Dorentina dran glauben. Ab ins entwurzelte Elend des Kosovo mit ihnen, – und der miese ‚Tschuschen‘-Papa Gustl gleich mit dazu! Tosender Applaus vom Stamm-tisch schien ihr sicher! Deportation ohne die Mama der Zwillinge allerdings, – die psychisch schwer Geprüfte durfte sich von Marias Gnaden im Wiener Spital auskurieren. Nå hearst, - a wengerl ‚christlich-sozial‘ san ma do olleweul no g’west, oder?!
Schließlich wütete ja der Wiener Wahlkampf und da galt’s zwischen dem Ottakringer Volkstribunen, Fiaker-Michel, und dem vornamenslosen Chef-hetzer HC samt seiner Schmiss-Bubis irgendwie auch noch ein Fleckerl Flagge zu zeigen. Schließlich gierte der – von brauner Brut und grellem Boulevard jahrzehntelang präparierte - Stammtisch nach möglichst wehrlo-sen Opferlämmern! Und Kinderopfer ziehen da noch immer am Besten! Das wußte die Polizeiministerin noch aus ihrem Religionsunterricht: Schließlich hatte die krause Ritualmord-Mär vom Tiroler Anderl von Rinn die katholischen Kleingläubigen auch 500 Jahre lang bei der gekreuzten Stange gehalten. Oder hatte sie da jetzt wieder einmal etwas durcheinandergebracht? Wie sollte man sich in diesen glocknerhohen Abschiebungs-Aktenbergen auch noch halbwegs zurechtfinden! Ǻber eh wurscht, - wie der Junkie überlebt auch das gemeine Law&Order-Süchtl nur durch den ständigen Dosis-Turbo! Tja, - so a gemeine Abschieberei macht unsere Mitzi halt high!
Wen scherte es da noch, dass die Vorzeige-Familie Komani längst veroberös-terreichert war, hoamischen Dialekt sprach und die kleinen Volksschulmä-derln schon ¾ ihres kurzen Lebens in Steyr verbracht hatten. Jawolll, Recht muß Recht bleiben – und im schwarzen Wahlkampffinale wird so ein kaltblütiges Fanal an den Mob schon noch ein paar Stimmen bringen! Oder am End‘ do net? - Am verwaisten Notenständer von Daniella und Dorentina blieben jedenfalls nur noch fliegende Blätter österreichischer Kinderlieder zurück, – bis zu ihrer Nacht-und-Nebel-Deportation noch auf ihren Blockflöten intoniert… Und zurück blieb auch noch der Verlust letzter Spuren von Zivilisation, – sowie ein paar Stoff-Teddybären… Endlich reinrassige Grabesruhe! Mia san mia! Und so a greinender ‚Guatmenschen‘-Schmarren, wie ‚Ihr Kinderlein kommet‘, zieht doch net amoil mehr im Vor-Adventstaumel…
Doch diesmals hatte der couleurübergreifend eingerissene Gestapo-Gestus die Rechnung ohne einen aufrechten Rebellen gemacht. Der geschockte Immobilien-Entwickler Hans Jörg Ulreich stellte verzweifelten ‚Schüblingen‘ das zu Verfügung, wovon er am meisten hatte: Immobilien. Sein ‚Freunde Schützen‘-Haus sollte den ingrimmig Verfolgten im ‚demokratischen Wohlfahrtsstaat‘ ein letztes Refugium bieten. Denn Ulreich war fuchsteufelswild: Hatte doch der eilfertige ‚Rechtsstaat‘ auch den Fußballteam-Kollegen und besten Freund seines neunjährigen Buben deportiert! Worauf der seinen Papa ängstlich-beklommen gefragt hatte: „Muß ich denn jetzt auch fort, Papa?!“ Und so hatte ein singulärer Citoyen mit Zivilcourage das apathische Hoamatl beschämt! Von der schmierig-opportunistischen Polit-Kaste ganz zu schweigen! Und Ulreich hatte noch ein As im Ärmel: Er wollte dem selbstgerechten Bürger einmal ganz buchstäblich vor Augen führen, was so alles passiert, während er – a kloawengerl bezecht vom strammlaunigen Stammtisch-‚Tschuschen‘-Bashing – in seinen seligen Schlaf des Gerechten sinkt. Gute Nacht, Österreich, - es ist der ‚Herr Karl‘, der darüber wacht!
Ulreichs Notwehr-Verein ‚Purple Sheep‘ ließ die Schande nicht einfach so schleifen, sondern stattdessen versteckte Kameras laufen. Und welche Ab-gründe vor deren Linsen kamen, assoziierte der ‚anständige Bürger‘ sonst nur mit dem fernen Bagdad: Schnellfeuerwaffenstarrende und gepanzerte Spezialeinheiten zogen gegen die ‚brandgefährlichen‘ Zwillinge ins Gefecht! Martialische Cobra-Rotten gegen 8-jährige Dirndln! Tja, und jawolll - Recht muß eben Recht bleiben! Repetiert zumindest stereotyp der Mitzi-Monolith!
Doch derlei Säbelrasseln war denn selbst dem sonst recht blutrünstigen Boulevard zuviel. No, åber hallo, muaß denn des sein?! Also, gach a Spitz-kehre! Feige putzte sich Meuchel-Mitzi an angeblich erratischen Bescheiden irgendwelcher Kommunalpolitiker ab, und simsalabim, - die abgeschobenen Kinder durften wieder zurück! A klitzekloans Mitzerl-Malheur halt! Außer Spesen nichts gewesen! Außer an rechten Stimmenverlusterl halt. - Ach ja, der erste Präzedenz-Versuchsballon zur Beschwichtigung des verwahrlosten HC-Mobs, der kosovarische Teenager Arigona, kehrt demnächst auch wieder ins erworbene Hoamatl zurück! Noch fataler kann kaum einer an seinem in-ternalisierten Irrsinn scheitern, gnä‘ Frau Minister! Wer nun aber blauäugig darauf spekulierte, die rechtsbeseelte Asylanten-Fahrdienstleiterin würde endlich ihre Totenkopf-Domina-Kappe an den rostigen Nagel hängen, kann kein gelernter Österreicher sein… Wås liegt, des pickt – und aner hat immer des Bummerl…
Noch steinzeitlicher geht’s zurzeit unterm Sternenbanner zu: Die USA kata-pultieren sich gerade Jahrhunderte hinter die Aufklärung zurück! Wollt ihr den totalen Kapitalismus? Yes, stupid, we want! Das groteske Tea-Party-Revival macht‘s möglich und bereitet schon einmal unter dem stimmigen Logo gekreuzter $- und €-Zeichen den Boden auf! Amen! Reaktionäre aller Federal States vereinigt euch! Als enthemmte Jeanne d’Arc der Bible-Belt-Middle-Ages im 21. Jahrhundert wirft sich eine gewisse Sarah Palin in die stolze Brust! Immerhin war die Naturbelassene ja schon vor gut 25 Jahren Drittplacierte der Miss-Alaska-Wahl! Und zu ihrer außenpolitischen Qualifi-kation hatte sie schon als McCain’s ‚runner up‘ im Wahlkampf 2008 infantil getrötet, dass sie doch von Anchorage aus wia nix net bis nach Rußland speanzeln könne. Na dann! Da spielt es auch keine Rolle mehr, dass ihr IQ direkt proportional zur örtlichen Durchschnittstemperatur ist. Zumeist also auch noch im eisigen Minus. So sollte die Wannabe-Antigone aus Alaska wenigstens stets einen kühlen Kopf bewahren…
Finanziert wird der vorgebliche ‚Klassenkampf‘ der explodierenden Loser-Heere ausgerechnet von den Billionaires-Brothers David und Charles Koch aus dem ‚Sunflower-State‘ Kansas. Bestimmt ein streng geheimer Nucleus amerikanischer Brain-Trusts. Plumpe Pfeffersäcke à la Kochs halten ja schon den Wiederaufbau der Public Library in dem 2007 von einem Tornado verwüsteten 1500-Seelen-Kaff Greensburg für puren Kommunismus! Kapital hui – Staat pfui! - Das amerikanische Lumpenproletariat – angeführt von einem Doppelpack dumpfer Milliardäre?! Das klingt ja fast so, als hätten die Bolschewiki die Romanows zu ihren Roten Garden gekürt! - Tja, mit derlei Spompanadln vermag halt nur noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu amüsieren…
Machten 2008 noch 25 US-Banken Pleite, waren‘s 2009 bereits 140. Ange-sichts des ungebremsten Domino-Effekts 2010 kapitulieren die Statistiker allmählich! Gar nichts läuft mehr! Außer den seit 1929 bewährten Hyperinflations-Beschleunigern, – den Notenpressen! In drei Schichten, rund um die Uhr - let’s print! Yes, we can! Ach ja, eh ich‘s noch vergess‘: Trotz deren ohren- und hirnbetäubenden Krawalls, yes and for sure, – the crisis is over! We shall overcome…
Zutiefst erleichtert empfliehlt sich Ihr „Rauchzeichner“ nun also in sein Stammcafé ‚Absurd‘ und gönnt sich ein paar Achterln vom – nona - Roten. Eventuell überzeugen ihn die ja von unserer glorreichen Zukunft…

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