"DIE LÖCHER SIND DIE HAUPTSACHE...
…an einem Sieb.“
Joachim Ringelnatz
„Der 'coole' Revolutionär des 21. Jahrhunderts muß nicht einmal seinen Arbeitsplatz verlassen, um die maßlose Gier der blasierten Blutsauger zu unterminieren: keine Lanzen, keine Schwerter, keine Haubitzen, keine Gewehre, kein kräfteraubender Sturm auf Macht- und Medienzentren, kein mühseliger Straßenkampf gegen korrumpierte Soldateskas, kein blutiges Gemetzel am Marsfeld - denn die neue Macht des ausgeplünderten Volkes liegt im blanken Zeigefinger:
Alle Systeme und Sauereien stehen still,
wenn nur dein listiger Mausklick es will!
Hacker aller Länder - vernetzt Euch! Ihr habt nichts zu verlieren, als Eure (Hals)ketterln. Ihr habt eine Welt zu gewinnen.“
Der Rauchzeichner; 2005
Fünf Jahre danach scheint der „Rauchzeichner“-Appell auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Ein Cyber-Gespenst geht um am Globus: WikiLeaks! Der investigative Aussie Julian Assange hat die Schlüsselloch-Recherche im www ausgereizt. Voll List hinter die konspirative Polstertüren-Diplomatie gelinst. Ein winziges Guckloch auf den klandestinen Klartext hinter den verfilzten Schleiern der neuen Herrscher der Welt gehackt. Einen erhellenden Blinzler auf die finsteren Machenschaften der ‚Eliten‘ gewährt. Was Wunder also, dass die in flagranti ertappten Spiegelfechter not really amused waren. Allen voran die notorisch paranoiden Amis.
Vom über bald ein Jahrzehnt hindurch geradezu zärtlich gehätschelten Staatsfeind No 1, Osama bin Laden, war ja schließlich auch längst der Lack ab. Nicht einmal die Blauäugigsten wollten noch glauben, dass ein schwerkranker Purnusträger in der Midlife-Crisis im engen Gebirgs-Grätzel von Waziristan (der juvenile „Rauchzeichner“ hatte sich bereits in der Vorkriegszeit, 1970, zwischen Peshawar, Dschalalabad, Khyber Pass und Kabul herumgetrieben) nicht zu stellen wäre, – wenn man denn auch wirklich wollte. Der Zugriff wäre für die USA allerdings auch extrem geschäftsschädigend! Würde doch ein einmal gefasstes Phantom das mühselig aufgepäppelte Terror-Trugbild wie eine Seifenblase zerplatzen lassen. Und so wurde halt der listige Zeigefinger-Zarathustra der Algorhitmen taxfrei in die großen Fußstapfen des verschlissenen Saudis geschubst: Und so hatte Assange quasi über Nacht bin Laden als Staatsfeind No 1 abgelöst! Denn ohne einen (und sei es, einen imaginierten) Aussenfeind hatte die US-Politik noch nie funktioniert…
Dabei stammte der übermütige Mausklick-Maulwurf aus ihren ureigensten Reihen! Aus der US-Army! Tja, immer dieses Gwirks mit den Gefreiten! Dem nahe Bagdad stationierten Obergefreiten, Bradley Manning, war sichtlich stinkfad, als er ‚by chance‘ auf ein gewaltiges Konvolut von Top-secret-Depeschen amerikanischer Diplomaten stieß. „For Your Eyes Only“, jedoch gewiß nicht für die eines talkerten Private First Class! Doch nun schon mal an der unverhofften Quelle, juckte Manning der sensibelste Körperteil des Homo computeriensis erst recht, - der stets fiebrig-zuckende Zeigefinger! Schau oba, Andy Warhol: Auch dein Fan Brad giert nach seinen 15 Minuten Ruhm! Und so kopierte der launige Lance Corporal die Geheimnisse nassforsch auf einen eher antiquierten Datenträger, – überschrieb einfach eine Musik-CD von ‚Lady Gaga‘. Lady Gaga? Ausgerechnet! Private Manning, eine Mata Hari des 21. Jahrhunderts mit einem Fünkchen Esprit für die petite Pointe!
Der Rest ist schon Legende. Manning fütterte WikiLeaks mit gleich 251.287 streng geheimen, und eher undiplomatischen Rüppeleien. Und WikiLeaks fütterte die Redaktionen von „Der Spiegel“, „The Guardian“, „El Pais“, „Le Monde“ und „The New York Times“ zwecks ‚Evaluierung‘ (noch so ein inflationäres Unwort unserer verkommenen Zeiten) der Fakten. Die teils amüsanten, teils brisanten Indiskretionen erschienen konzertiert. An ein und demselben Tag. Und wieder einmal ging ein Gespenst um am Globus…
Freilich ist Vieles davon nichts als Schmonzes! Dass nämlich Mütterchen Merkel „selten kreativ“, der Capo di tutti capi, Berlusconi, „inkompetent“ (und dauernotgeil; Anm. vom „Rauchzeichner“), der Ex-Spion Putin ein „Alpharüde“ und der kurzgewachsene Carla-Bruni-Galan „dünnhäutig und autoritär“ wären, wußte man auch schon vorher! Blöd war nur, dass nun auch wirklich jeder wußte, wer noch aller so dachte… Simply shocking – so eine unautorisiert entstöpselte Diplomaten-Diarrhoe… Denn totaler Verzicht auf Etikette macht sich gerade bei den Hochämtern der globalen Lügenbarone, den üppigen Staatsbanketten, nicht so besonders gut: „Darsticken soll er, am Beluga, der schiache Hund!“ - Zumindest amüsiert derlei entgleister Tafel-Small-Talk den düpierten Bürger ‚da draußen‘…
In der echauffierten Empörung der Boulevard-5-Zeiler blieben die brisanteren Leaks freilich fürsorglich verstopft. Denkwürdige Allianzen und Animositäten nämlich: Dass etwa Nordkorea Mittelstrecken-Raketen an den Iran geliefert hätte, oder dass die Saudis, die Emirates, der Libanon und Jordanien heißen Herzens einen sofortigen US-Militärschlag gegen ‚Hitler‘ Ahmadinejad gefordert hätten. Derlei Petitessen seien schließlich nicht für Krehti‘s und Plehti’s Eyes bestimmt… Macht doch zuviel Wissen der Plebs bekanntlich eh nur Kopfweh…
Doch wie so oft, erwies sich ‚the story behind the story‘ als noch weit erbaulicher: Selbsternannte und tatsächliche Aufdecker-Journalisten fühlten sich urplötzlich um ihr – sie immerhin prächtig ernährendes – Oligopol geprellt. Auch in der ‚Demokratie‘ müßten die veritablen Super-Sauereien unter der Tuchent gehalten werden, – allenfalls kleinfingerbreit gelüftet und gefiltert von autorisierten Lohnschreiberlingen der herrschenden Regimes! Schon allesamt auf‘n Rech‘n g’stieg‘n, Kollegen?! „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“, hatte schon Ingeborg Bachmann zu Recht deklamiert, - und die Wahrheit ist unteilbar! Schon deshalb gehört den ebenso verlogenen, wie diebischen Geheimbündlern aus Politik und Wirtschaft gehörig der Arsch aufgerissen! Und sei es auch nur mit dem ordinären Mausklick-Zeigefinger! Sonst würde der volksfeindliche Status quo noch zum perpetuum mobile: Exklusive ‚Demokratie‘ für die räuberischen ‚Eliten‘ bei gleichzeitiger Zappendusternis für ihre Opfer, die ihre blasierten Blutsauger auch noch submissest durchzufüttern haben! – Aus gegebenem Anlass übrigens eine donnernde Salut-Salve für Galileo Galilei und Giordano Bruno: Und sie dreht sich doch! Im 21. Jahrhundert eben als subversive Raub-CD…
Julian Assange hatte den globalisierten Bankster- und Gangster-Syndikaten rotzfrech in ihre säuerliche Suppe gespuckt! Nun sollte er sie gefälligst auch selbst auslöffeln! WikiLeaks musste um jeden Preis mundtot gemacht werden. Doch der klägliche Dilettantismus der Verleumdungs-Farce gegen ihren Chef stellte selbst die Blamage durch dessen Enthüllungen noch weit in den Schatten. - Was waren doch Machiavelli und die Renaissance-Borgias noch für Meister der infamen Intrige! Ihre fantasielosen Möchtegern-Epigonen von CIA, Downing-Street & Co gingen dagegen ja nicht einmal als billiger Treppenwitz des geistarmen Zeitgeists durch! Erwies sich ihr allzu dünn gesponnenes Lügennetzerl denn als gar zu fadenscheinig: Während einer umjubelten Vortragstournee hätte Assange zwei schwedische Verehrerinnen vergewaltigt! Vergewaltigt?! Zwar hätten die erklärten WikiLeaks-Groupies in lüsterner Hingabe des umtriebigen ‚Leck-Meisters‘ Lager geteilt, – jedoch, Koitus ante portas, soll der geile Aussie den schwedischen Schäferstündchen-‚Dresscode‘ des obligatorischen Parisers negiert haben. Nach schwedischem Recht – ein glatter Fall von Vergewaltigung. Ǻber geh‘ – MI 6 & CIA! Wer’s glaubt, bleibt unselig, und wer‘s nicht glaubt, kommt erst recht nicht in den Himmel. Im – seit Insel-Tony – notorisch US-hörigen London landete der aufmüpfige Secret-Ripper jedenfalls hinter (nona) Schwedischen Gardinen, war jedoch kurz darauf gegen Kaution wieder frei… Und vermutlich gleich wieder auf schlüpfrigen Freiersfüßen…
Assange‘s rasend rollender Schneeball war freilich nicht mehr zu stoppen und in seiner Schneise braute sich auch noch eine mächtige Kollateral-Lawine zusammen: Die schlichten Amis hatten sich wie üblich selbst ins Eck manövriert und setzten desperat nunmehr VISA, Mastercard und PayPal unter Druck, die WikiLeaks-Konten einzufrieren. Dazu hätten die sich lieber nicht überreden lassen sollen: Denn die global aufgewühlte Net-Community bewies spontane Solidarität mit ihrem neuen Guru und legte die schlichtwegs erpressten Geld-Giganten per Massen-e-mails im Handstreich lahm. Tilt! Game over! Abrupt von ihrem singulären Lebenselexier, dem ewigen Geldfluß, abgeschnitten, gingen die paralysierten Banker rasch in die Knie und gaben die Konten wieder frei. Und so feierte das schlagartig demokratisierte Internet gleich noch einen Etappensieg…
Doch damit ist der schwelende Cyber-Krieg um die ewige Omertà des globalisierten Gangster-Syndikats gerade erst eröffnet!
Hatte der berüchtigte Cosa-Nostra-Mobster Salvatore „Sammy the Bull“ Gravano noch hinter vorgehaltener Hand gedroht: „Öffne nie deinen Mund, außer du sitzt am Zahnarztstuhl!“, kontert Pedro „The Smoke-Signalist“ Chlanda in aller Klarheit: „Nur wer sein Maul aufmacht, kann auch Zähne zeigen!“
Avanti o popolo, alla riscossa, - avanti Hackerista, trionferà!
Joachim Ringelnatz
„Der 'coole' Revolutionär des 21. Jahrhunderts muß nicht einmal seinen Arbeitsplatz verlassen, um die maßlose Gier der blasierten Blutsauger zu unterminieren: keine Lanzen, keine Schwerter, keine Haubitzen, keine Gewehre, kein kräfteraubender Sturm auf Macht- und Medienzentren, kein mühseliger Straßenkampf gegen korrumpierte Soldateskas, kein blutiges Gemetzel am Marsfeld - denn die neue Macht des ausgeplünderten Volkes liegt im blanken Zeigefinger:
Alle Systeme und Sauereien stehen still,
wenn nur dein listiger Mausklick es will!
Hacker aller Länder - vernetzt Euch! Ihr habt nichts zu verlieren, als Eure (Hals)ketterln. Ihr habt eine Welt zu gewinnen.“
Der Rauchzeichner; 2005
Fünf Jahre danach scheint der „Rauchzeichner“-Appell auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Ein Cyber-Gespenst geht um am Globus: WikiLeaks! Der investigative Aussie Julian Assange hat die Schlüsselloch-Recherche im www ausgereizt. Voll List hinter die konspirative Polstertüren-Diplomatie gelinst. Ein winziges Guckloch auf den klandestinen Klartext hinter den verfilzten Schleiern der neuen Herrscher der Welt gehackt. Einen erhellenden Blinzler auf die finsteren Machenschaften der ‚Eliten‘ gewährt. Was Wunder also, dass die in flagranti ertappten Spiegelfechter not really amused waren. Allen voran die notorisch paranoiden Amis.
Vom über bald ein Jahrzehnt hindurch geradezu zärtlich gehätschelten Staatsfeind No 1, Osama bin Laden, war ja schließlich auch längst der Lack ab. Nicht einmal die Blauäugigsten wollten noch glauben, dass ein schwerkranker Purnusträger in der Midlife-Crisis im engen Gebirgs-Grätzel von Waziristan (der juvenile „Rauchzeichner“ hatte sich bereits in der Vorkriegszeit, 1970, zwischen Peshawar, Dschalalabad, Khyber Pass und Kabul herumgetrieben) nicht zu stellen wäre, – wenn man denn auch wirklich wollte. Der Zugriff wäre für die USA allerdings auch extrem geschäftsschädigend! Würde doch ein einmal gefasstes Phantom das mühselig aufgepäppelte Terror-Trugbild wie eine Seifenblase zerplatzen lassen. Und so wurde halt der listige Zeigefinger-Zarathustra der Algorhitmen taxfrei in die großen Fußstapfen des verschlissenen Saudis geschubst: Und so hatte Assange quasi über Nacht bin Laden als Staatsfeind No 1 abgelöst! Denn ohne einen (und sei es, einen imaginierten) Aussenfeind hatte die US-Politik noch nie funktioniert…
Dabei stammte der übermütige Mausklick-Maulwurf aus ihren ureigensten Reihen! Aus der US-Army! Tja, immer dieses Gwirks mit den Gefreiten! Dem nahe Bagdad stationierten Obergefreiten, Bradley Manning, war sichtlich stinkfad, als er ‚by chance‘ auf ein gewaltiges Konvolut von Top-secret-Depeschen amerikanischer Diplomaten stieß. „For Your Eyes Only“, jedoch gewiß nicht für die eines talkerten Private First Class! Doch nun schon mal an der unverhofften Quelle, juckte Manning der sensibelste Körperteil des Homo computeriensis erst recht, - der stets fiebrig-zuckende Zeigefinger! Schau oba, Andy Warhol: Auch dein Fan Brad giert nach seinen 15 Minuten Ruhm! Und so kopierte der launige Lance Corporal die Geheimnisse nassforsch auf einen eher antiquierten Datenträger, – überschrieb einfach eine Musik-CD von ‚Lady Gaga‘. Lady Gaga? Ausgerechnet! Private Manning, eine Mata Hari des 21. Jahrhunderts mit einem Fünkchen Esprit für die petite Pointe!
Der Rest ist schon Legende. Manning fütterte WikiLeaks mit gleich 251.287 streng geheimen, und eher undiplomatischen Rüppeleien. Und WikiLeaks fütterte die Redaktionen von „Der Spiegel“, „The Guardian“, „El Pais“, „Le Monde“ und „The New York Times“ zwecks ‚Evaluierung‘ (noch so ein inflationäres Unwort unserer verkommenen Zeiten) der Fakten. Die teils amüsanten, teils brisanten Indiskretionen erschienen konzertiert. An ein und demselben Tag. Und wieder einmal ging ein Gespenst um am Globus…
Freilich ist Vieles davon nichts als Schmonzes! Dass nämlich Mütterchen Merkel „selten kreativ“, der Capo di tutti capi, Berlusconi, „inkompetent“ (und dauernotgeil; Anm. vom „Rauchzeichner“), der Ex-Spion Putin ein „Alpharüde“ und der kurzgewachsene Carla-Bruni-Galan „dünnhäutig und autoritär“ wären, wußte man auch schon vorher! Blöd war nur, dass nun auch wirklich jeder wußte, wer noch aller so dachte… Simply shocking – so eine unautorisiert entstöpselte Diplomaten-Diarrhoe… Denn totaler Verzicht auf Etikette macht sich gerade bei den Hochämtern der globalen Lügenbarone, den üppigen Staatsbanketten, nicht so besonders gut: „Darsticken soll er, am Beluga, der schiache Hund!“ - Zumindest amüsiert derlei entgleister Tafel-Small-Talk den düpierten Bürger ‚da draußen‘…
In der echauffierten Empörung der Boulevard-5-Zeiler blieben die brisanteren Leaks freilich fürsorglich verstopft. Denkwürdige Allianzen und Animositäten nämlich: Dass etwa Nordkorea Mittelstrecken-Raketen an den Iran geliefert hätte, oder dass die Saudis, die Emirates, der Libanon und Jordanien heißen Herzens einen sofortigen US-Militärschlag gegen ‚Hitler‘ Ahmadinejad gefordert hätten. Derlei Petitessen seien schließlich nicht für Krehti‘s und Plehti’s Eyes bestimmt… Macht doch zuviel Wissen der Plebs bekanntlich eh nur Kopfweh…
Doch wie so oft, erwies sich ‚the story behind the story‘ als noch weit erbaulicher: Selbsternannte und tatsächliche Aufdecker-Journalisten fühlten sich urplötzlich um ihr – sie immerhin prächtig ernährendes – Oligopol geprellt. Auch in der ‚Demokratie‘ müßten die veritablen Super-Sauereien unter der Tuchent gehalten werden, – allenfalls kleinfingerbreit gelüftet und gefiltert von autorisierten Lohnschreiberlingen der herrschenden Regimes! Schon allesamt auf‘n Rech‘n g’stieg‘n, Kollegen?! „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“, hatte schon Ingeborg Bachmann zu Recht deklamiert, - und die Wahrheit ist unteilbar! Schon deshalb gehört den ebenso verlogenen, wie diebischen Geheimbündlern aus Politik und Wirtschaft gehörig der Arsch aufgerissen! Und sei es auch nur mit dem ordinären Mausklick-Zeigefinger! Sonst würde der volksfeindliche Status quo noch zum perpetuum mobile: Exklusive ‚Demokratie‘ für die räuberischen ‚Eliten‘ bei gleichzeitiger Zappendusternis für ihre Opfer, die ihre blasierten Blutsauger auch noch submissest durchzufüttern haben! – Aus gegebenem Anlass übrigens eine donnernde Salut-Salve für Galileo Galilei und Giordano Bruno: Und sie dreht sich doch! Im 21. Jahrhundert eben als subversive Raub-CD…
Julian Assange hatte den globalisierten Bankster- und Gangster-Syndikaten rotzfrech in ihre säuerliche Suppe gespuckt! Nun sollte er sie gefälligst auch selbst auslöffeln! WikiLeaks musste um jeden Preis mundtot gemacht werden. Doch der klägliche Dilettantismus der Verleumdungs-Farce gegen ihren Chef stellte selbst die Blamage durch dessen Enthüllungen noch weit in den Schatten. - Was waren doch Machiavelli und die Renaissance-Borgias noch für Meister der infamen Intrige! Ihre fantasielosen Möchtegern-Epigonen von CIA, Downing-Street & Co gingen dagegen ja nicht einmal als billiger Treppenwitz des geistarmen Zeitgeists durch! Erwies sich ihr allzu dünn gesponnenes Lügennetzerl denn als gar zu fadenscheinig: Während einer umjubelten Vortragstournee hätte Assange zwei schwedische Verehrerinnen vergewaltigt! Vergewaltigt?! Zwar hätten die erklärten WikiLeaks-Groupies in lüsterner Hingabe des umtriebigen ‚Leck-Meisters‘ Lager geteilt, – jedoch, Koitus ante portas, soll der geile Aussie den schwedischen Schäferstündchen-‚Dresscode‘ des obligatorischen Parisers negiert haben. Nach schwedischem Recht – ein glatter Fall von Vergewaltigung. Ǻber geh‘ – MI 6 & CIA! Wer’s glaubt, bleibt unselig, und wer‘s nicht glaubt, kommt erst recht nicht in den Himmel. Im – seit Insel-Tony – notorisch US-hörigen London landete der aufmüpfige Secret-Ripper jedenfalls hinter (nona) Schwedischen Gardinen, war jedoch kurz darauf gegen Kaution wieder frei… Und vermutlich gleich wieder auf schlüpfrigen Freiersfüßen…
Assange‘s rasend rollender Schneeball war freilich nicht mehr zu stoppen und in seiner Schneise braute sich auch noch eine mächtige Kollateral-Lawine zusammen: Die schlichten Amis hatten sich wie üblich selbst ins Eck manövriert und setzten desperat nunmehr VISA, Mastercard und PayPal unter Druck, die WikiLeaks-Konten einzufrieren. Dazu hätten die sich lieber nicht überreden lassen sollen: Denn die global aufgewühlte Net-Community bewies spontane Solidarität mit ihrem neuen Guru und legte die schlichtwegs erpressten Geld-Giganten per Massen-e-mails im Handstreich lahm. Tilt! Game over! Abrupt von ihrem singulären Lebenselexier, dem ewigen Geldfluß, abgeschnitten, gingen die paralysierten Banker rasch in die Knie und gaben die Konten wieder frei. Und so feierte das schlagartig demokratisierte Internet gleich noch einen Etappensieg…
Doch damit ist der schwelende Cyber-Krieg um die ewige Omertà des globalisierten Gangster-Syndikats gerade erst eröffnet!
Hatte der berüchtigte Cosa-Nostra-Mobster Salvatore „Sammy the Bull“ Gravano noch hinter vorgehaltener Hand gedroht: „Öffne nie deinen Mund, außer du sitzt am Zahnarztstuhl!“, kontert Pedro „The Smoke-Signalist“ Chlanda in aller Klarheit: „Nur wer sein Maul aufmacht, kann auch Zähne zeigen!“
Avanti o popolo, alla riscossa, - avanti Hackerista, trionferà!

0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
<< Home