Sonntag, April 04, 2010

'KRONE'-ONKEL HANS - VORBETER VON ROSENKRANZ!

Rechts um! Im Gleichschritt Marsch! Heim ins Reich! Bataillone dicht geschlossen und alle, wie ein Mann: Rosenkranz – zackig rechtsrum abgearbeitet! Vulgärer Zeitsprung in die 1000-jährige Illusion mit 12-jährigem Ablaufdatum? Oder doch nur der obligate Hoamatl-Albtraum?!

Schauderhafte Horrorvisionen rumpeln durchs Cerebellum und stürzen den Ungläubigen ins Taumeln: Vögeln für ‚Wolf’?! Ficken für den Führer?! F-Futter gleich in Mannschaftsstärke! Das Mutterkreuz der 1. Stufe in Gold wär’ ihr garantiert nicht zu nehmen gewesen! Tja, dieser furchtbare Schoß ist fruchtbar noch! Und wie! Das teutonische Gruselkabinett von Wolf, Hedda, Ute, Alwine, Sonnhild, Volker, Hildrun, Mechthild, Arne und Horst legt bizarres Zeugnis davon ab. Der skurrile ReckInnen-Horst wird (nomen est omen) vom ‚Hausmann’ - einem schmierigen Scharnier zwischen Neonazis und FPÖ - Horst Jakob bestellt und im Hof kläfft keineswegs der verniedlichte Schäferhund ‚Blondi’, sondern der weit martialischere Kettenköter ‚Greif’ im Marsch-Tam-Tam zum Horst-Wessel-Lied! – Alles bloß ein hirngespinstiges Panoptikum aus den abgründigen Fantasien des „Rauchzeichners“? Mitnichten! Nur ein grotesker Spuk – volle 65 Jahre nach Kriegsende? Aber woher denn! Die Rosenkranz-Soap, - eine ganz normale Hoamatl-Idylle anno 2010…

Schon im vorigen Jahrhundert hatte Hans-Henning Scharsach die treuteutsche, im annualen Niederkunfts-Stakatto zuverlässige, Möchtegern-Mutter der Nation im ‚News’ als ‚Kellernazi’ bezeichnet. Doch selbst ein so unmißverständliches Verdikt hinterläßt hierzulande ja traditionell kaum (braune) Flecken! Gilt das Hoamatl doch als das Alzheimer-Paradies für hartgesottene Geschichtsverleugner: Natürlich hatte beim Nazi-Einmarsch, 1938, am Heldenplatz keiner den Arm zum Hitlergruß gereckt (das Wochenschau-Material wurde samt und sonders an der ‚Ostküste’ getürkt), der Führer blieb bloß als Erbauer der Autobahn, Volkssturm-Pimpfe-Tätschler und ‚Blondi’-Herrl in Erinnerung und Gaskammern gelten hierzulande vielen immer noch als infame Erfindung von Alliierten, Juden, Sozis und Kommunisten! (Doch das hunderte Kilometer lange Beweis-Bildmaterial der ‚Sovkinochronika’, der ‚March of Time’, von ‚Pathé’ und ‚British Movietone News'?! Nirgendwo nix Mauthausen, nix Majdanek, nix Dachau, nix Buchenwald, nix Bergen-Belsen, nix Auschwitz! – Ǻllas nur Schimäre aus Moskauer, Hollywooder, Pariser und Londoner Studios?!) – So war es denn auch wenig überraschend, dass ein österreichisches Gericht Scharsach noch im Jahr 1995 zu Schadenersatz verurteilte. Der krause Richterspruch wurde allerdings vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gekippt: Publizist und Magazin wurden rehabilitiert, ihrerseits entschädigt und durften auch fortan bei der Wahrheit bleiben… Wir also auch!

Das finstere Loch, aus welchem diese definitiv nicht resozialisierbare Sippschaft kroch, ist zwar kellertief, doch bestens dokumentiert. Familienoberhaupt Horst-Jakob pflegte über Jahrzehnte hinweg so rechte Kameradschaft zur Creme de la creme der alten Nazis: Zum Holocaust-Leugner Honsik etwa (sitzt nach Spanien-Flucht wegen hartnäckiger Wiederbetätigung gerade eine Haftstrafe in Wien ab), zum ‚Erbgut’-Theoretiker Scrinci und natürlich zum postfaschistischen Paradenazi, dem ANR- und NPD-Gründer, Norbert Burger. In dessen ‚Alpenfestung’ in Kirchberg am Wechsel wurde übrigens auch – entgegen allen blauäugigen Zeitgeschichtsklitterungen - der vorgebliche ‚Paintballer’ und ‚Disco-Dolm’ HC Strache politisch erzogen. Schließlich wohnte er nicht nur Burgers Tochter Gudrun bei, sondern auch seinem Begräbnis, 1992, bei dem auch die verbotene 1. Strophe des Deutschlandlieds geplärrt worden war. Zeig mir deine ‚Jugendsünden’ und ich sage dir, wer auch in den nächsten 1000 Jahren deine Kameraden sein werden…

Die ‚Original Wiener Stegreifbühne’ Tschauner wird ausgerechnet im 100. Jahr ihres Bestehens von einer bizarren Volte hoamatlicher Recken-Realität auf offener Bühne ausgepfiffen! Ungläubig reibt sich das Publikum die Augen: Ausgerechnet Burgers Epigone und Beinahe-Schwiegersohn HC kandidiert ausgerechnet die berüchtigte ‚Kellernazi’ Barbara Rosenkranz – nein, das ist leider kein Tschauner-Kalauer – zur Bundespräsidentin!

„Da wird einem halt angst und bang,
Die Welt steht auf kein' Fall mehr lang.“
(Johann Nestroy, 1833)

Die Abgrunds-Ahnungen des Nestroy-Couplets erwiesen sich als stark verfrüht. Und überhaupt: Vorsicht mit Superlativen! Denn es kommt immer noch schlimmer! Immerhin erinnerte sich die Welt anno 2010 wieder einmal daran, dass schon der bestialische Massenmörder Hitler Österreicher war. Der hypnotische Deliriums-Taumel von 1938 mochte sich zwar noch nicht so recht einstellen, doch der gräßliche Greis, Onkel Hans vom Kleinformat, hetzte schon einmal seine Kampagnen-Kavallerie auf das 3-Millionen-fette Buchstabierer-Potenzial. In holprigen Reimen, in - von Dichand höchstpersönlich redigierten - ‚Leserbriefen’ und in allerlei Hurra-‚Kommentaren’ avancierte die punzierte ‚Kellernazi’ über Nacht zur „mutigen Mutter“ der Nation. Leithetzer ‚Cato’ ritt also wieder! Diesmal freilich mit unbändiger Wut im Bauch: War ihm doch sein störrischer Ur-Favorit, der lokalpatriotische Cabriofrisur-Erwin aus Radlbrunn, in beklommener Erkenntnis völligen Chancenlosigkeit gegen den National-Matador El HeiFi mit seiner wehenden und – no na – roten Muleta knall auf fall abhanden gekommen. A wurscht! Dann also Himmelfahrts-Kommando, die Zweite! Zumal, - für irgendwås, oder irgendwen håt die billige Stammtisch-Bibel jå imma no kampagnisiert, gelt… Und wånns a da letzte Schas wår, oder eben für’n letzten Ruaß is… Der druckergeschwärzte Greis ‚Cato’ wollt’s noch einmal wissen, und da kann selbst einem Plebs-g’spürigen Haudegen schon einmal die Feder ausrutschen: „Ceterum censeo Heinzinem esse delendam!“ (Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der ‚rote Heinzi’ weg muss.) Alsdann, wenn scho net der NÖ-Erwin, dann halt die „mutige Mutter“ an die Macht…

Doch dann das! Tja, wer schon tiefbraun bis in den Uterus ist, kann auch mit seinen notorisch braunen Kopf-Geburten nicht hinterm Berg halten: „Das ‚NS-Verbotsgesetz’ müsse weg“, repetierte Onkel Hansens Wahl-Mutter im automatisierten Reflex, - ganz so, als plauderte sie bei einem konspirativen Faschistentreffen auf Burg Kranichberg ob Gloggnitz! Doch Achtung, Schattenfrau: ‚Feind hört mit!’ – jedenfalls in einem ‚demokratischen’ Wahlspektakel! Des hätt’s unterm ‚Führer’ net ΄geben! In der Folge soll – nach einem halben Jahrhundert bedingungsloser Nibelungentreue – selbst in der Muthgasse zarter Unmut aufgeflackert sein. ‚Onkel Hans befiehl – wir folgen dir’, war den – sonst bis in semantische Petitessen synchronisierten – ‚unabhängigen’ Lohnschreibern denn doch um das winzige Alzerl zuviel! Und der ‚Krone’-Hälfteeigner WAZ war schon auf die Barrikaden gegangen!

Doch die längst entlarvte ‚Kellernazi’ – dank des gräßlichen Greises nun in aller (Stammtisch)-Munde - nutzte ihre unverhoffte Popularität gleich perfide, um den Gesinnungskameraden im Untergrund noch ein braunes Code-Hölzl hinzuwerfen: Zur Existenz von Gaskammern im ‚Dritten Reich’ befragt, krümmte sie sich sybillinisch: „Ich habe das Wissen, das ein Österreicher hat, der zwischen 1964 und 1976 in österreichischen Schulen war.“ Resümee der verkappten BDM-Göre mit der ‚Gnade der späten Geburt’: Do wissat ma halt nix so Genaues net! Das ging nun selbst dem unverbesserlichen Rosenkranz-Vorbeter über die Hutschnur: Aufgescheucht von eigener Redaktion und WAZ forderte er von seiner höchstselbst kreierten „mutigen Mutter“ einen eidesstattlichen Notariatsakt gegen das 1000-jährigen Reich. Na sowas aber auch, - hatte sie da etwa für ihre tumben Keller-Kinder doch eine dicke Lippe zuviel riskiert? Wo doch jeder im Hoamatl weiß: Ohne Onkel Hans gibt’s kan Tanz! Net amoil auf dem Vulkan! Also kroch die zählederne Nazi-Ikone flink wie ein Windhund zur ‚Krone’ (pardon, zu Kreuze; seit BK Faymann ja ein beliebtes, hoamatliches Polit-Ritual) und unterwarf sich in einer unsäglichen Selbstverleugnungs-Farce binnen Tagesfrist Onkel Hansens Renegaten-Befehl! Fragen (an sich Zweck von Pressekonferenzen) waren auf der eilig zusammengeschusterten ‚PK’ freilich nicht gestattet. Wohl völlig übergeschnappt, diese naseweise ‚Judenpresse’! Fantasiert denn da gar so ein ‚Linkslinker’, im Reich hätte einer außer dem ‚Völkischer Beobachter’ einen wie Onkel Adolf oder dessen Megaphon, Onkel Joseph, so einfach ausfratscheln können?!

Die heuchlerische Rosenkranz-Katharsis war freilich das Kaspapierl nicht wert, auf welches sie gekritzelt war! Schließlich erfolgte das ordinäre Medienspektakel ja auch ‚an Eides statt’, - anstatt eines Eides also! Und ihren – wohl einzig wirklich geläufigen - ‚Führer’-Eid, nämlich "Ich schwöre bei Gott den heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen" hätte wohl auch ein Onkel Hans nicht so mir nichts, dir nichts geschluckt?!

Dennoch dachte der gräßliche Greis gar nicht daran, locker zu lassen. In der Karwoche orakelte seine Kampagnen-‚Krone’ in Balkenlettern: „2,5 Millionen schwänzen Präsidentenwahl!“ Naja, der altkluge Nostradamus aus dem 19. Wiener Hieb muß es ja wissen. Süffisanter Wahlkampf à la ‚Krone’ halt: Jede Nicht-Stimme für den einsamen Matador HeiFi bugsierte die „mutige Mutter“ um ein Alzerl vorwärts. Und das eh schon bis ins Mark desavouierte Hoamatl noch ein Stückerl rückwärts! Das garstige ‚Ausland’ verdreht ja eh schon wieder die Augen! Mit ‚Macht’ über seine ‚mündigen’ Leser haben derlei fiese Taschenspielertricks freilich gar nichts zu tun, – streichelt Onkel Hans doch bekanntlich lieber seinen Hund! Und der hört eh nicht auf ‚Greif’… Alles klar am Altar des Vaterlands unter der ‚Krone’?

Beklommen nimmt der „Rauchzeichner“ also zur Kenntnis: Kandidatin Rosenkranz leidet für die Zeit zwischen 1933 und 1945 an Amnesie und hat auch zwischen 1964 und 1976 nichts dazugelernt. Und zwischen 1977 und 2010 erst recht nichts! Sollte also das Präsidentenamts-Kriterium neuerdings lauten: ‚Vergessliche Volltrotteln an die Macht’, wäre sie fürs ‚höchste Amt im Staat’ absolut bestqualifiziert! Eventuell auch gleich fürs Altreich mit dazu! „Heute gehört uns Deutschland und morgen…“ Tja, und damit die martialische Machtergreifung auch ‚rechts’konform vonstatten gehen kann, übernimmt inzwischen die eiserne Schotter-Mitzi aus Attnang-Puchheim die Abschiebung sämtlicher Dissidenten… Denk ich an Österreich in der Nacht…

Einziger Lichtblick fürs (wieder einmal) weltweit ingrimmig belächelte Hoamatl: Am 25. April werden die dicht geschlossenen ‚Kellernazi’-Reihen in vollem Wichs und strammer Formation an den Urnen angetreten sein. Rechts um! Habt Acht! Austro-Braune - Durchzählen: Eins, zwei, drei, viele… Immerhin läßt sich dann eindeutig quantifizieren, wie tief der Hoamatl-Sumpf noch immer ist…

Dann gibt’s keine Ausreden mehr! Lauwarme Ausflüchte à la: ‚A so a Bledsinn, bei uns gibt’s do nia net kane Nazis nit’ sind dann endgültig Geschichte…