Sonntag, Juni 21, 2009

GLOBAL TRAPPERS: KEILER - DRÜCKER - FINANZBERATER!

Stunde um Stunde apern nun ja immer neue, immer noch perfidere Hütchenspieler-Tricks der internationalen Hausierer, Anlageberater, Finanzdienstleister und Banker ans ungnädig grelle Tageslicht! (Der auch nur einigermaßen aufgeklärte Citoyen hatte es ja schon längst kapiert: Das hyperelastische Schaumstoff-Kügelchen befindet sich zum Zeitpunkt des Aufdeckens unter keinem einzigen der Hütchen, sondern klemmt stets zwischen den akrobatischen Taschenspieler-Klebeln der Abzocker. Sämtliche Hütchen sind also genau so blank, wie etwa die ruinösen Lehman-Brothers-Papierln. Hütchenspieler und ‚Finanzberater’ sind ihrem Wesen nach eineiigige Zwillinge: Mittels billiger Illusionen verscherbeln beide nichts als Luft…)

Der Paradigmenwechsel in der Globalisierung, nämlich vom ‚analogen’ Produktions- zum ‚virtuellen’ Hausierer-Kapitalismus, hatte sich ja schon vor Jahrzehnten abgezeichnet: Im militärischen Drill, bedingungsloser Indoktrination und der rigorosen Umschulung von der einst noch relativ ehrbaren Berater-Zunft zu ausschließlich profitgeilen Drücker-Kolonnen! Streng nach der kommerziellen Gretchenfrage: Wie verscheppert man dem Eskimo (pardon dem Inuit; die vielstrapazierte ‚political correctness’ hatte sich ja auch nur noch auf völlig überflüssige Sprach-Haarspaltereien reduziert) den sprichwörtlichen Kühlschrank?!

Die ‚Global-Trappers’ hatten ihre bestens camouflierten Fallen zum weltweiten Minenfeld vernetzt! Nunmehr aber, da über den ordinären Geldgeschäften der stechende Hautgout des vorsätzlichen, gewerbsmäßigen Betrugs wabert, steht auch die Hardware-Fraktion nicht an, martialisch aufzurüsten: „Hau weg den Dreck!!!!!“, fordert etwa eine Elektrohandelskette im irreversiblen Werbe-Imperativ! Dabei ist die Kampagne durchaus konsequent: Denn in der ebenso systematischen, wie grotesken Total-Vernichtung von Waren und Produktivkräften liegt nun einmal das Wesen des Kapitalismus! Auch kein noch so aberwitziger Euphemismus vermag das schönzureden! Der alte Karl wußte das schon 1848!

Die heutige Rabiat-Kampagne des cholerischen Elektronik-Tandlers birgt allerdings auch gewisse Tücken: Der brutal aufgescheuchte Kunde könnte nämlich auf die ketzerische Frage verfallen, weshalb - das ihm erst kürzlich angedrehte ‚must have’ - über Nacht nur noch Dreck sein soll?! Schlimmer noch: Folgt womöglich seinem submissest entsorgten alten Dreck, nur neuer Dreck?! Die Nachfolgegeneration von Dreck quasi?! Die konsequenterweise freilich auch gleich wieder weg müßte! Also Vorsicht, ihr Marketing-Genies: Ihr überdribbelt euch auf einem Quadratmeter gleich dreimal selber! Am Ende kauft König Kunde nämlich gar nichts mehr! Und zwar nicht nur, weil er sich’s eh nicht mehr leisten kann… Sondern weil er des ewigen Drecks endgültig überdrüssig ist…

Im Jahr 2002 hatte der „Rauchzeichner“ dem ORF eine Doku über „Cyber-Haussierer – Drücker-Kolonnen aus dem Net-Space“ angeboten. Entrüstetes Njet vom stets staatstragenden TV-Olymp! Erschienen dem ja eher kafkaesk wirkenden 6. Stock wohl doch etwas zu düster, solche Kassandrarufe. Bloß einige Zeilen aus dem seinerzeit verworfenen Exposé:

„Bürstenbinder, Scherenschleifer, Schuhbandl-Keiler, Hausrats-, Klostein- und Bodenwachs-Drücker – wie vom Erdboden verschluckt schien es, das vazierende Völkchen der Nachkriegszeit. Nun beamt es sich mit geballter Daten-Macht zurück in die inzwischen Ikea-aufgerüsteten Haushalte – cyberspacemäßig. …

Hausglocken glühen, Handys schrillen, Faxe surren und Spams müllen die Posteingänge dermaßen erbarmungslos zu, dass einem Hören und Sehen vergeht: Direkt-Marketing heisst das Zauberwort der angeblichen ‚Überfluss’-Gesellschaft. Und wer schon alles hat, ausser eigenen Ideen, muss schleunigst auf welche gebracht werden.“ …


„Bis dahin wird die breite Masse schon einmal einer möglichst flächendeckenden Gehirnwäsche unterworfen: Als infames Ärgernis schießen überall anonyme Call-Centers wie Giftpilze aus dem Boden und verkeilen alles, was auch noch auf den Markt muss: Zeitschriften-Abos, Kosmetik, Handy- und Internet-Verträge, alle sonstigen, angeblichen ‚must-haves’ unserer ‚Moderne’, Potenz-Dynamit-Kapseln, Software-Pakete, Ladenhüter aller Branchen, Wertpapiere, Versicherungen und Aktien natürlich...“

„Streng nach der bayrischen Spåtzl-Diversifizierung à la Monaco-Franze: ‚A bissl was geht immer’ mendelt sich im Schweinsgalopp ein eifrig Völkchen von Neo-Keilern heraus…“

Die völlig schwachsinnige (und inzwischen auch betreten totgeschwiegene) ‚Weniger Staat – mehr privat’-Doktrin stand damals noch in voller Blüte. Ihre ebenso blasierten, wie ignoranten Propheten, all diese Herrschaften in den IVs, all die Schüssels und Grassers lagen vor dem monotheistischen Götzen ‚Markt’ brettleben am Bauch. Denn sein wäre das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen, - over and out! Ihm mußte auch noch der letzte Sou der sukzessive verarmenden Massen dargebracht werden. Der gefräßige Moloch Kasino-Kapitalismus gierte nach dem allerletzten Notgroschen, ehe er im tristen ‚Modernisierungsverlierer’-Ruin versandete. Noch schrie die schrumpelnde Zitrone nach Entsaftung, solange noch ein einziges Tröpfchen übrig war! Durchtriebene (und von ihren geldgierigen Anstiftern aus all den AWDs und Banken selbst getriebene) Maurer, Studienabbrecher, Gewohnheits-Falotten, Installateure, Hacknstade, Friseusen und Teilzeit-Dirnen hatten schon einmal salopp auf ‚Finanzberater’ (die ihren Fulltime-Idolen in den Bankhäusern in nichts nachstehen wollten) umgesattelt und warfen fortan nebst ihrer gewaltigen Plappermäuler ihre noch gigantischeren Staubsauger an, um auch noch die allerletzten Münzen aus den luckerten Taschen in den klebrigen Drecksack von Hedgefond, Immofinanz & Co zu sprudeln, - in diese modernen Klingelbeutel der profanen Welt.

Aufgeregt kursierten unter den verschworenen Strassenräuber-Banden im Fast-Zegna-Nadelstreif und Chanel-Fake-Kostümchen hochkonspirative Kürzeln: ‚AD’ etwa. Die stand in den maliziös kichernden ‚Berater’-Kreisen für die begehrteste Zielgruppe: ‚alt und doof’! Jahrelang schon hatten ja die insgeheimen Banken-Lobbyisten aus der weltweiten Politik den Boden aufbereitet und die Senioren auf private Altersvorsorge eingeschworen! Also schleppten sich die ‚Alten und Doofen’ guten Glaubens in die klimatisierten Glastempel der Banken und ‚Finanzdienstleister’, um den ‚Sachzwängen’ der schönen, neuen Welt, sowie der ‚Sicherung’ ihres Lebensabends genüge zu tun. Doch dort lauerte schon – freilich in edler Tuch-Tarnung - die verschlagene Panzerknacker-Bande! Und so wurde etwa einer 91(!)-jährigen Düsseldorferin von der Citibank (deren Kundin sie schon 30 Jahre lang war) ein Pensionsvertrag angedreht – mit sagenhaften 69 (!!!) Jahren Laufzeit! Die alte Dame müßte also in ihrem abgelederten Lehnstuhl bis zum 159. Wiegenfest immer weiter Fäustlinge für ihre Ur-Ur-Ur-Ur-Enkerln stricken, um endlich in den Genuss ihrer jahrzehntelangen Askese zu kommen! Dermaßen biblische Alters-Hoffart wäre ja selbst bei Juppi Heesters fraglich! (Apropos: Das Durchschnittsalter der etwa 40 000 Betrogenen, denen man in Deutschland faule Lehman-Papierln untergejubelt hatte, liegt bei immerhin noch ranken 65 Jahren!)

Tja, der sogenannte „Strukturwandel“ im Finanzwesen hatte die hinterfotzigen Einschleichdiebe aus ihren vollklimatisierten und geräuschlosen Mammon-Palästen bis in die hintesten Substandard-Hütten befohlen! Georg Büchner mit umgekehrten Vorzeichen: Krieg den Hütten, Friede den Palästen! Fortan zogen sie eine triefende Blutspur der Verwahrlosung, Enteignung und Verelendung durchs weite Land der ‚Besten aller möglichen Welten’. Mit einer fiesen Mischung aus Schalmeientönen und Gebrüll stürzten sie sich auf die Wehrlosesten, – die ‚Alten und Doofen’! Als besonders perfide Handtaschlziager der Global-Moral! Dagegen war ja der verkokste Tony Vegas geradezu nur ein gefallener Engel! – Denn die klammheimlich als alt und doof Verunglimpften träumten noch unbedarft von ihrer untergegangenen Welt: Wie einst am flachen Land den Arzt, den Pfaffen und den Apotheker, hielten sie auch heute noch ihren Bankbeamten für eine honorige Vertrauensperson! Woher sollten sie denn auch wissen, dass ihre seinerzeitigen ‚säkularen Beichtväter am Schalter’ inzwischen auf eiskalte Rentner-Killern und Extrem-Drücker puren Profits getrimmt worden waren. Erst jüngst berichtete des „Rauchzeichners“ Kaffeehausbekanntschaft E., dass er nach 36 Jahren in einer der Ersten Banken des Landes in eine andere Filiale strafversetzt worden wäre! Nur weil er sich geweigert hatte, jedem schon absehbaren Negeranten jeden Dreck aufzuschwatzen. Tja, hätten die ehrenwerten E.s die Chefetagen gehütet, steckten wir nun nicht in der Mega-Pleite! Von E. stammt auch ein hausinternes, viertelseitiges Bank-Käsepapierl darüber, wie denn der wütende Kunde noch bei der Stange zu halten wäre. Es gipfelt in der Platitüde hoch 10: „Wir verstehen den kollektiven Ärger über die Banken. Aber es gibt Unterschiede zwischen Schuster, Bäcker, Anwälte – ja und auch Banken.“ Wenn die das Geld fremder Leute genau so veranlagen, wie sie ihre Haus-Infos formulieren, – na denn, - rechnen Sie besser schon mal mit Totalverlust!

Und selbstverständlich stellt auch keine Sau das bankrotte System als Ganzes infrage: Kein Politiker, kein Kapitalist, kein Gewerkschafter, kein TV-Moderator, kein Broker, kein (Chef)redakteur - Banker und Finanz-’Berater’ sowie nicht (da könnten sie ja gleich ihren Safe-Code an die rivalisierende Gang vernadern) - und erst recht kein Wirtschafts-‚Wissenschafter’. Jetzt nicht mehr! Gerade erst hat sich der IHS-Chef (‚Institut für Höhere Studien’; no, går aso hoch können die a wieder net sein) Felderer durch die ORF-‚Pressestunde’ gestammelt: Unter der schwerlastenden Bürde laufend aufgeblattelter Fehlprognosen in letzter Zeit, präsentierte er sich ähnlich präzise, wie seinerzeit Benita, das Ferrero-Küßchen Schüssels, das sich im Irak-Krieg ja auch irgendwie quasi irgendwo und so en passant dazwischen zu positionieren gedachte! Auch Prof. Felderer mußte eingestehen, es könne so kommen, oder aber auch nicht, vielleicht eh nicht går so arg, womöglich jedoch noch schlimmer, - eventuell aber auch noch einmal total anders! Tja, für exakte Prognosen ist es eben meistens zu spät (weil der Pleitegeier schon kreist), aber noch meistenser halt viel zu früh! Weil da ja auch noch die hundsgemeinen Imponderabilien der Zukünftigkeit ins Kalkül zu ziehen wären, - welthandlich, statistisch, prozentuell, aufschwungsprognotisch und überhaupt, gelt! Ein dreifaches Vivat und Hipp Hipp Hurra jener exakten Wissenschaft, die gleich so viel Wissen auf einmal schafft! Die legendäre Tante Elfi (tennistechnisch der Prototyp der Plus-Minus-40-Vorgabe) aus dem BMTC (des „Rauchzeichners“ erstes Jugendzentrum), der Trucker-Toni, das ewige ‚Greterl’ aus der Schnapser-Partie im ‚Café Absurd’, mein abgearbeiteter Postler, die gachblondierte Park-Sheriffa und selbst der Wetterfrosch im Gurkenglasl hättens auch nicht genauer treffen können! (Wie ulkt doch der Volksmund seit jeher so hintergründig: Wånn mei Tant’ a Zumpferl hätt’, wär’s mei Onkel!)

Und so bleibt das alleinigseligmachenden Profit-Konzept genau so, wie es sich die konzertierten Kapital-Verbrecher zusammengeschustert hatten: Keilen, Täuschen, Verwirren, Blenden, Lügen und dann blitzartig Abstoßen, - um jeden Preis! So funktioniert nun einmal das profane Evangelium der Globalisierung! Die allerneueste Weltformel des modernen Haussierertums raunen sich Banker, Anlageberater und Finanzdienstleister allerdings nur hinter doppelt gepolsterten Flügeltüren zu: die Top-Secret-Chiffre AUA:

Anhauen! Umhauen! Abhauen!

Wenn das immer zorniger werdende Volk diesen Geheim-Code nur nicht eines Tages gegen seine eigenen Erfinder richtet…

P.S.: Übrigens, geneigte Leser, ist eventuell Ihnen bekannt, was die Sprößlinge der RAF dieser Tage so treiben?

Donnerstag, Juni 04, 2009

NAZI JAWOLL - ABER BITTE NUR O.B.!

Eines der zentralen Krebsgeschwüre unserer Gesellschaft wuchert ja im immer hemmungsloseren Euphemismus! Nur ja nichts beim Namen nennen! Kollateralschaden oder Friendly fire für das ordinäre Abmurksen der eigenen Soldateska (etwa im Irak oder in Afghanistan), Null-Wachstum (Was soll das denn sein? Ein Riesen-Zwerg, oder doch eher ein Zwerg-Riese?) für Wirtschaftskrise, Kurzarbeit für Sozialabstieg, kontrollierte Freisetzung für Massenentlassung, Modernisierungsverlierer für gezielte Umverteilung von arm zu reich, Freie Dienstnehmer für ‚frei’ von Rechten, Leiharbeit für gleich doppelte Ausbeutung, etc. etc. etc. Augenauswischereien statt Klartext. Wischiwaschi statt Diagnose und Therapie. Faseln statt Handeln. Ideologie? Jå mei scho – aber bitte nur o. B.! Ohne Bekenntnis! Im Moder des schönfärberischen Syntax-Sumpfs feiert auch die alte braune Scheiße wieder fröhliche Urständ!

Und Zivilcourage zählt ja im Hoamatl auch nicht gerade zu den herausragendsten Charakter-Eigenschaften! Was Wunder auch? Nach 2000 Jahren Katholizismus, ein paar hundert Jahren Habsburger-Monarchie und den bleiernen Jahrzehnten von Austrofaschismus und Nationalsozialismus! Von den Hexen- und Ketzer-Verbrennungen der Verfechter des heliozentrischen Weltbilds (Giordano Bruno am Campo dei Fiori, 1600; dem vatikanischen Triumph des Aberglaubens über die Wissenschaft bei Galileo Galilei; den räuberischen Kreuzzügen etc.) durch die ‚Heilige Inquisition’, den geistigen Ziehvater des heutigen Papstes, über das berüchtigte Spitzelwesen Metternichs im Vormärz, die nationalistischen Exzesse vorm 1. Weltkrieg (‚Jeder Russ’ – ein Schuss’, ‚Jeder Britt’ – ein Tritt’, ‚Jeder Franzos’ – ein Stoss’) bis zum niederträchtigen Blockwarte-Denunziantentum der total gleichgeschalteten Hitler-Barbarei. Allessamt äußerst fruchtbare Biotope für Obrigkeitsgläubigkeit, Duckmäusertum und feige Indifferenz. Lavieren, relativieren, exkulpieren! Der hoamatliche Volksmund hat sich da ja gehörig entlarvend selbst aufs Maul g’schaut: „I wüll jå net so oder so såg’n, weul sunst könntat aner kumman, der wås sågt, I hättat so oder so g’sågt.“

In ihrem raffiniert weichgezeichneten Selbstverständnis war die breite Masse der Österreicher ja niemals irgendwo dabei, - insbesondere ab dem Zeitpunkt nicht mehr, an dem sich das dicke Ende schon einmal abzeichnete. Kein Schwein war 1938 am Heldenplatz, keiner hatte am Kamelitermarkt einen mit dem Zahnbürstl straßenscheuernden Juden registriert, keiner auf der Mazzes-Insel die Massendeportationen unserer Mitbürger ins KZ-Gas beobachtet. Der Hang zur kollektiven Amnesie hockt wie eine giftige Kröte auf der österreichischen Seele!

Aus genau demselben Grund hat ja auch 40 Jahre danach keiner zugegeben, einen Jörg Haider zu wählen und deshalb stimmt auch heute noch keiner für seine schalen Schatten, - all diese Straches, Mölzers und Stadlers. Ach ja, war da nicht noch so einer: Den haben sie allerdings schon gewählt, - und zwar gleich ins Zentrum der Macht, zum 3. Nationalratspräsidenten! Aber das waren ausnahmsweise gar nicht die ‚Deppen da draußen’, sondern die ‚Lumpen da drinnen’ (wie sie der Volksmund gern despektierlich nennt) – ‚unsere’ Abgeordneten im Parlament, - verfassungsgemäß doch angeblich ausschließlich ihrem Gewissen verpflichtet! Einem Gewissen aus Plastilin, das im Corpsgeist der Clubs nichts gilt! Nur politische Manövriermasse – denn die nächsten Wahlen kommen bestimmt! - Gewählt freilich auch mit den Stimmen der stets ach so ‚Christlich-Sozialen’, welche die unheilbaren Braun-Amnestiker schon einmal, im Jahr 2000, in ihrem Sendungsbewußtsein als machtgeile Steigbügelhalter salonfähig gemacht hatten! Oder war’s gar die Vorrrseeehuuung? (Und bei 109 von 156 gültigen Stimmen für Martin Graf dürfte sich auch so manch ein ‚Roter’ nicht geniert haben! Doch auf einmal zetern die Mittäter über ihren Zauberlehrling: „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“ Und die Schwarzen – hatnäckige Musterschüler ignoranter Lernverweigerung - stehen freilich wieder wie ein Mann hinter dem Ewiggestrigen!)

Inzwischen füllen die nazistoiden Rhetorik-Exkremente des „politischen Ziehvater[s] des rechtsextremen Terrorismus“ und „Verharmloser[s] der NS-Vergangenheit“ (so durfte und darf man Jörg Haider nennen) und seiner aktuellen Adepten ganze Horrorkabinett-Bibliotheken. Und natürlich trägt die böse Saat auch längst ihre faulen Früchterln: Bei einer Shoah-Gedenkfeier im ehemaligen KZ Ebensee insultierten verhetzte 16-Jährige verängstigte Überlebende. In Auschwitz-Birkenau fielen verblödete ‚Gymnasiaten aus bestem Haus’ (aus dem bourgeoisen Hofratswitwen-Bezirk Josefstadt) mit antisemitischen Exzessen aus der Rolle. Bei einer FPÖ-Kundgebung in Graz zuckten die Arme vertrottelter Jugendlicher zum Hitlergruß hoch. Und die beiden ‚Schnäuztücheln’ (so desavuierte sich einst der beflissene Sekretär eines schwarzen Bezirksvorstehers prophylaktisch gleich selber) Sebastian Ploner und Markus Vetter des „renommierten und untadeligen Demokraten“ (Strache über Graf), des Parlamentspräsidenten und alternden ‚Herren’ der rechtsextremen und pflichtschlagenden Burschenschaft Olympia sollen sich beim neonazistischen „Aufruhr“-Verlag mit jeder Menge einschlägiger NS-Devotionalien eingedeckt haben. Der „untadelige“ Präsident - die Reihen stets dicht geschlossen - machte ihnen natürlich sofort die Mauer. Und verklagt ab sofort jeden, der auch nur irgendein wahres Wort verliert!

Weil aber Junkies (egal ob nun braune oder die weißen der ‚Sister Morphine’) ständig ihre Dosis erhöhen müssen, hieß der „untadelige Demokrat“ Graf – quasi von Präsident zu Präsident – nun auch noch Ariel Muzicant, den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, einen „Ziehvater des antifaschistischen Linksterrorismus“. Unter Stress fallen die Masken eben hemmungsloser! Tja, unsere Sprache (gerade Juristen bleibt sie ja oft eine Terra incognita) erweist sich halt als recht glitschiges Terrain, – nicht nur für die ‚Tschuschen’: Denn wer auch immer „antifaschistisch“ als herabwürdigendes Schimpfwort empfindet, kann ja wohl nur ‚profaschistisch’ sein, – ein Faschist ergo! Ein Nazi zwar – aber ohne Bekenntnis, ohne Outing! Weil’s verboten ist. (s. § 3 VG; sowas wissen Juristen gewöhnlich). Im Zweifelsfall aber sollte jeder, der zwischen den Zeilen Wortsinn und Fassung verliert, schleunigst einen Asylanten-Sprachkurs belegen! Aber halt – ihr Advokatenheere des Präsidenten! Hier ist sie schon!!! Die inflationärste Gebetsmühlen-Floskel unserer Tage: Selbstverständlich „gilt die Unschuldsvermutung“. Einst galt sie ja nur für Verdächtige aller möglichen, kriminellen Branchen, bald aber auch für Banker, Industrie-Kapitäne, Lobbyisten, Spekulanten, Träger höchster Ehrenzeichen und Vorzeigepolitiker, und heute meinetwegen auch für das ‚Dritte Lager’ bis zum allerletzten Mann! Und auch noch die kommenden Sippschaften der strammen Kameraden! Und – wir wollen ja nicht kleinlich sein – sogar noch für deren ungeborene Pimpfe!

Immerhin: Denken darf man ja zum Glück noch, was man will…

P.S.: Zur ganz persönlichen Seelenhygiene lassen Sie uns doch mal einen Blick auf ein Vexierbild à la Sigmund Freud’s ‚Man’s mind?!’ werfen. Bloß in Farbe halt! Würde der neutrale Beobachter das ‚Dritte Lager’ nun eher unter blau oder braun orten? Nur einmal angenommen – rein hypothetisch natürlich (es gilt die Unschuldsvermutung!, es gilt die Unschuldsvermutung!, es gilt die Unschuldsvermutung!) – einer der rechten Recken wäre nun tatsächlich ein „Keller-Nazi“. (© Herr Muzicant). Wie könnte so einer so ein erbärmliches Doppelleben je durchstehen? Als permanenter Grenzgänger an der rasierklingenscharfen Borderline zwischen Bomben-Nazi und „renommiertem und untadeligen Demokraten“. Ständig müßte er sich ja – unter Mißachtung des tausendjährigen Strammsteh-Befehls ‚Habt Acht!’ – schleimig verbiegen, stets mit gespaltener Zunge sprechen, sich selbst im legeren Small-Talk hinter Geheim-Codes verkriechen, dauernd seine ‚aufrechte Gesinnung’ camouflieren, nur ja nichts vom tief verinnerlichten Braun nach außen sickern lassen, unerbittlicher Wächter seiner Zunge sein, selbst die obligatorischen und doch so zackigen Wehrsportübungen müßte er für urdämliche Paintball-Gaudi ausgeben, jede einzelne Silbe im Café, im Büro, auf der Gasse, ja, in der Öffentlichkeit insgesamt (nur auf der Bude halt nicht) auf die Waagschale legen, den Postler (womöglich ja auch so ein verkappter Sympathisant der „antifaschistischen Linksterroristen“) entweder ins Vertrauen ziehen oder bestechen, falls wieder einmal etwas sperrigerer Nachschub (z.B. eine handbemalte Gipsbüste vom 18er) vom „Aufruhr“ ankäme, in der U-Bahn stets hellwach bleiben, weil er ja nie sicher wäre, welche inkriminierte Parole ihm eventuell entschlüpfen könnte, die Hand des rechten Arms stets im Hosensack (Ewald S. eventuell auch im Bußgürtel) fixieren, um verräterische Reflexe ex ante zu bändigen, die berüchtigten ‚drei Bier’, statt mit dem symbolbeladenen Kühnen-Fingerspreizen, nur noch per Haider-Taferl bestellen, ständig auf den akkuraten Sitz des Sakko-Revers’ achten, auf dass keine verräterischen Hakenkreuz-Anstecknadeln hervorblinzelten, selbst beim alltäglichen Grüßen immer hochkonzentriert bleiben und sich beim leisesten Aufkeimen des 88-Codes (siehe auch: rechter Arm) sofort auf die Lippen beißen, rituell Notebook-, Handy- und Runenschrift-Dateien am PC löschen, nie beim Türken Döner bestellen, die anerzogenen, rechten Surf-Gewohnheiten verschlüsseln, einschlägige Antiquariate meiden, keinesfalls Gerd Honsik im Häfen besuchen und Gottfried Küssels Nummer stante pede aus dem Handy löschen… Ekeliger Drill-Opportunismus müßte zur Lebensmaxime werden. Der „Kellernazi“ hätte sich selbst zu einem erbärmlichen Hundeleben zu verurteilen. Allein die Farbe seiner Scheisshaufen paßte noch ins konspirative Konzept. Ein elendes Dahintrotte(l)n zwischen braunem Traum und farbloser Wirklichkeit wäre das ja…

Tja, schon allein deshalb kann natürlich auch kein „lupenreiner Demokrat“ je ein Nazi sein! (Hört, hört, und aufgemerkt - ihr Advokaten).

Im antifaschistischen Widerstand haben Kommunisten, Sozialisten, Studenten (etwa Sophie und Hans Scholl von der ‚Weißen Rose’), Gewerkschafter, Bürgerliche (z.B. der ‚Freiburger Kreis’), vereinzelte Theologen (z.B. Martin Niemöller), kleine Handwerker (etwa der Tischler und Hitler-Attentäter Georg Elser), arme Bauern, geschundene Juden (etwa die ZOB, die den Aufstand im Warschauer Ghetto organisiert hatte) Sinti, Roma, Jenische, 'Asoziale', Deserteure, 'Wehrkraftzersetzer', Homosexuelle und selbst kleine Mädchen (‚Das Tagebuch der Anne Frank’) dem entfesselten Nazi-Abschaum die Stirn geboten, ihr Leben riskiert, - und die meisten haben es auch verloren. Der industrielle Massenmord der deutsch-österreichischen ‚Herrenrasse’ forderte 60 Millionen Menschenleben, davon 6 Millionen Juden!

Der antifaschistische Widerstand ist fast geschlossen in den Tod gegangen!

Großmäulige Memmen ohne Bekenntnis lassen es sich nicht einmal nehmen, immer noch in die Milchbar zu gehen. Ihr Rückgrat hat sich dermaßen im Arschloch (NEIN! Eben nicht in der Kehrseite, nicht im verlängerten Rücken, nicht im Sitzmuskel, nicht im Hintern…) verspießt, dass diese Ärsche scheinbar ewiglich am Sessel kleben bleiben!