QUIZ-QUARGEL!
In den freudlosen Tagen des Mödlinger Unterstufengymnasiums flüchteten ein kleiner Kreis seiner Mitschüler und natürlich auch der „Rauchzeichner“ ‚ante portas’ selbst aus den oft öden Lehrstoffen in animierendere Kurzweil. Übrigens sollte es sich als irgendwie symptomatisch erweisen, dass nicht wenige seiner seinerzeitigen Verschworenen in den Print- und Elektronik-Medien landeten. Bloß Einzelne, wie etwa der schrullige Renegat Andi, war beizeiten aus dem inneren Kreis ausgeschert, um partout eine Psychiater-Karriere einzuschlagen …
Wissensdurstig durchforsteten wir etwa alle verfügbaren Quellen nach übermütigen Palindromen: „Erika feuert nur untreue Fakire“ oder „Ein Neger mit Gazelle zagt im Regen nie.“ Letzteres funktioniert unter dem humorlosen Knebel unserer Tage, der ‚political correctness’, ja leider nicht mehr…
Enormer Beliebtheit erfreuten sich freilich auch pfiffige Schüttelreime:
„Ich geh jetzt in den Birkenwald,
denn meine Pillen wirken bald.“
Oder ein Jungfrauenhärchen frivoler:
„Auf einer Liebesreise
sprach der Leibesriese:
Reib ihn, Liese
und sie rieb ihn leise.“
Lichtjahre unter unserer Würde hingegen rangierte die damals weithin beliebte Scherzfrage: „Wie lange dauerte der 30-jährige Krieg?“ In Unkenntnis der erst Jahrzehnte danach erhobenen PISA-Polarisierung, konnten wir ja auch noch nicht ahnen, dass sich der komatöse Krampf-Kalauer dereinst noch als Bonmot von geradezu intellektueller Wucht herauskristallisieren sollte!
Im dieser Tage gesuchten Hochbegabten-Hochamt ‚Punkt 12’ auf RTL stellte jüngst die schmucke Lispel-Liese Katja Burkard (ob ihr Galán, der Wiener Medien-Exilant, Mahr Hansi, seinerzeit ihr Herz mit dem oben zitierten Schüttelreimchen erobert hatte, ist leider nicht überliefert) die ganglienzerfetzende Quiz-Frage:
Welcher Tanz stammt aus Österreich?
a) Walzer
b) Sirtaki
Dabei schmunzelte sie sybillinisch – vermutlich aber nur deshalb, weil sie der Mahr Hansi anläßlich des Hyper-‚Events’ eines Wiener Opernballs über die biedermeierliche Walzer-Mafia der Sträuße aufgeklärt hatte…
Oder wenig später, (fast) noch um ein Burkard’sches Blondhärchen spitzfindiger:
Was bekommt der DSDS-Sieger?
a) Plattenvertrag
b) Modelvertrag
(„Rauchzeichen“-Connaisseurs wird das kryptische Kürzel DSDS wohl kaum gegenwärtig sein. Also, liebe Fangemeinde: DSDS steht für ‚Deutschland sucht den Superstar’ und es handelt sich dabei um ein triviales Wettsingen am Bildschirm. Hartz IV macht eben moderne Hochkultur möglich.)
Immerhin ist mittlerweilen einigermaßen Pikantes evident: Das globalisierte TV nähert sich dem Niveau seines Publikums asymptotisch an (und vice versa), wodurch sich die immer haarigeren Herausforderungen an das Publikums-Grips noch um ein Jota verschärfen dürften… Gips statt Grips halt. Aber apropos ‚Herausforderung’: Die heißt ja seit Domina-Heidis televisionärer ‚Strenger Kammer’ für Möchtegern-Models selbst im bekennenden Mutterland der Fremdsprachen-Abstinenz nur noch ‚Challenge'! ‚Challenge’ dürfte - neben der inflationären Germanen-TV-Floskel ‚die Nerven liegen blank’ – überhaupt zum ‚Wort des Jahres’ avancieren! Lauern ‚Challenges’ doch inzwischen schon überall! Jüngst etwa ritterten drei pisagepiesackte Pomeranzen gar um den ‚megaglamourösen’ Traumjob eines Azubis in einer Provinz-Bäckerei! Müßig zu erwähnen, dass ‚ihre Nerven’ da ‚blank lagen’! Die pausbäckige Junior-Chefin des Lädchens, ein verpatztes Double der ‚Frommen Helene’, war ihr allerdings an Raffinesse durchaus ebenbürtig: Operierte sie doch gar mit versteckten Kameras, um die drögen PISA-Backfische darüber im Dunkeln zu lassen, dass sie auf der ebenso offenen, wie mitleidlosen TV-Bühne gerade wieder einmal einer – diesmals eben konspirativen - ‚Challenge’ unterworfen wurden…
Tja, im einstigen Wirtschaftswunder-Paradies rücken die abgefeimten ‚Format-Kreativen’ eben ihren hacknstaden Bildschirm-Opfern kongenial auf die Pelle: ‚Aber hallo’, Leutchen, wir sind längst schon dort angekommen, wo ihr niemals hinwolltet… Und im erniedringenden Hartz-IV-Hades wirkt nun selbst schon das Ergattern einer teigigen Backstuben-Plackerei mittels brutaler Ellbogentechnik wie eine unverhoffter ‚Oscar’-Triumph in Hollywood…
‚Challenges’ abstrusester Art pflastern halt den Kreuzweg der stetig expandierenden ‚Modernisierungs’-Verlierer! Und so gelingt es nicht einmal mehr dem doch recht trendresistenten „Rauchzeichner“, sich dem omnipräsenten Quiz- und ‚Challenge’-Fieber noch gänzlich zu verschließen. Im Gegenteil drängt es ihn geradezu maliziös, seine ergebenen Leser und anmutigen Leserinnen in eine fiese Rate-Falle zu locken! Allerdings nicht, ohne sie seines tief empfundenen Mitgefühls zu versichern!
Also, verschworene „Rauchzeichen“-Gemeinde! Von wem wohl stammt das folgende Zitat?
"Die wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, daß aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, daß das System ihren Interessen feindlich ist.“
a) Marx-Brothers
b) Marx, Karl
c) Rothschild-Brothers
Nun, als stets altruistischer Humanist will der „Rauchzeichner“ seine geneigten Leser nicht länger auf die Folter spannen! Diese ebenso tiefsinnige, wie auch noch (ziemlich) prophetische Analyse geht auf das Jahr 1863 (!) zurück und stammt von, – nun? Drei Mal dürfen Sie raten! Ja, ja, ja, gewonnen! Es waren doch in der Tat die Rothschild-Brüder!
Der Milliardärs-Clan als weitsichtiger Analyst einer ihresgleichen eh nicht drohenden Revolution?! Naja, die bürgerlichen Revolutionen, von 1789-1795, sowie 1848, hatten die Profiteure ja gerade erst von der lästigen Feudalherren-Konkurrenz befreit! Und zum russischen Oktober von 1917 war’s noch weit hin…
Als gesichert darf jedenfalls gelten: Der ‚Challenge’, sich ein läppisches Körberlgeld bei ‚Wer wird Millionär’ dazuzuverdienen, hatte sich die Krösus-Dynastie wohl nie zu stellen...
Allein schon deshalb lagen ihre Nerven auch niemals blank…
Wissensdurstig durchforsteten wir etwa alle verfügbaren Quellen nach übermütigen Palindromen: „Erika feuert nur untreue Fakire“ oder „Ein Neger mit Gazelle zagt im Regen nie.“ Letzteres funktioniert unter dem humorlosen Knebel unserer Tage, der ‚political correctness’, ja leider nicht mehr…
Enormer Beliebtheit erfreuten sich freilich auch pfiffige Schüttelreime:
„Ich geh jetzt in den Birkenwald,
denn meine Pillen wirken bald.“
Oder ein Jungfrauenhärchen frivoler:
„Auf einer Liebesreise
sprach der Leibesriese:
Reib ihn, Liese
und sie rieb ihn leise.“
Lichtjahre unter unserer Würde hingegen rangierte die damals weithin beliebte Scherzfrage: „Wie lange dauerte der 30-jährige Krieg?“ In Unkenntnis der erst Jahrzehnte danach erhobenen PISA-Polarisierung, konnten wir ja auch noch nicht ahnen, dass sich der komatöse Krampf-Kalauer dereinst noch als Bonmot von geradezu intellektueller Wucht herauskristallisieren sollte!
Im dieser Tage gesuchten Hochbegabten-Hochamt ‚Punkt 12’ auf RTL stellte jüngst die schmucke Lispel-Liese Katja Burkard (ob ihr Galán, der Wiener Medien-Exilant, Mahr Hansi, seinerzeit ihr Herz mit dem oben zitierten Schüttelreimchen erobert hatte, ist leider nicht überliefert) die ganglienzerfetzende Quiz-Frage:
Welcher Tanz stammt aus Österreich?
a) Walzer
b) Sirtaki
Dabei schmunzelte sie sybillinisch – vermutlich aber nur deshalb, weil sie der Mahr Hansi anläßlich des Hyper-‚Events’ eines Wiener Opernballs über die biedermeierliche Walzer-Mafia der Sträuße aufgeklärt hatte…
Oder wenig später, (fast) noch um ein Burkard’sches Blondhärchen spitzfindiger:
Was bekommt der DSDS-Sieger?
a) Plattenvertrag
b) Modelvertrag
(„Rauchzeichen“-Connaisseurs wird das kryptische Kürzel DSDS wohl kaum gegenwärtig sein. Also, liebe Fangemeinde: DSDS steht für ‚Deutschland sucht den Superstar’ und es handelt sich dabei um ein triviales Wettsingen am Bildschirm. Hartz IV macht eben moderne Hochkultur möglich.)
Immerhin ist mittlerweilen einigermaßen Pikantes evident: Das globalisierte TV nähert sich dem Niveau seines Publikums asymptotisch an (und vice versa), wodurch sich die immer haarigeren Herausforderungen an das Publikums-Grips noch um ein Jota verschärfen dürften… Gips statt Grips halt. Aber apropos ‚Herausforderung’: Die heißt ja seit Domina-Heidis televisionärer ‚Strenger Kammer’ für Möchtegern-Models selbst im bekennenden Mutterland der Fremdsprachen-Abstinenz nur noch ‚Challenge'! ‚Challenge’ dürfte - neben der inflationären Germanen-TV-Floskel ‚die Nerven liegen blank’ – überhaupt zum ‚Wort des Jahres’ avancieren! Lauern ‚Challenges’ doch inzwischen schon überall! Jüngst etwa ritterten drei pisagepiesackte Pomeranzen gar um den ‚megaglamourösen’ Traumjob eines Azubis in einer Provinz-Bäckerei! Müßig zu erwähnen, dass ‚ihre Nerven’ da ‚blank lagen’! Die pausbäckige Junior-Chefin des Lädchens, ein verpatztes Double der ‚Frommen Helene’, war ihr allerdings an Raffinesse durchaus ebenbürtig: Operierte sie doch gar mit versteckten Kameras, um die drögen PISA-Backfische darüber im Dunkeln zu lassen, dass sie auf der ebenso offenen, wie mitleidlosen TV-Bühne gerade wieder einmal einer – diesmals eben konspirativen - ‚Challenge’ unterworfen wurden…
Tja, im einstigen Wirtschaftswunder-Paradies rücken die abgefeimten ‚Format-Kreativen’ eben ihren hacknstaden Bildschirm-Opfern kongenial auf die Pelle: ‚Aber hallo’, Leutchen, wir sind längst schon dort angekommen, wo ihr niemals hinwolltet… Und im erniedringenden Hartz-IV-Hades wirkt nun selbst schon das Ergattern einer teigigen Backstuben-Plackerei mittels brutaler Ellbogentechnik wie eine unverhoffter ‚Oscar’-Triumph in Hollywood…
‚Challenges’ abstrusester Art pflastern halt den Kreuzweg der stetig expandierenden ‚Modernisierungs’-Verlierer! Und so gelingt es nicht einmal mehr dem doch recht trendresistenten „Rauchzeichner“, sich dem omnipräsenten Quiz- und ‚Challenge’-Fieber noch gänzlich zu verschließen. Im Gegenteil drängt es ihn geradezu maliziös, seine ergebenen Leser und anmutigen Leserinnen in eine fiese Rate-Falle zu locken! Allerdings nicht, ohne sie seines tief empfundenen Mitgefühls zu versichern!
Also, verschworene „Rauchzeichen“-Gemeinde! Von wem wohl stammt das folgende Zitat?
"Die wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, daß aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, daß das System ihren Interessen feindlich ist.“
a) Marx-Brothers
b) Marx, Karl
c) Rothschild-Brothers
Nun, als stets altruistischer Humanist will der „Rauchzeichner“ seine geneigten Leser nicht länger auf die Folter spannen! Diese ebenso tiefsinnige, wie auch noch (ziemlich) prophetische Analyse geht auf das Jahr 1863 (!) zurück und stammt von, – nun? Drei Mal dürfen Sie raten! Ja, ja, ja, gewonnen! Es waren doch in der Tat die Rothschild-Brüder!
Der Milliardärs-Clan als weitsichtiger Analyst einer ihresgleichen eh nicht drohenden Revolution?! Naja, die bürgerlichen Revolutionen, von 1789-1795, sowie 1848, hatten die Profiteure ja gerade erst von der lästigen Feudalherren-Konkurrenz befreit! Und zum russischen Oktober von 1917 war’s noch weit hin…
Als gesichert darf jedenfalls gelten: Der ‚Challenge’, sich ein läppisches Körberlgeld bei ‚Wer wird Millionär’ dazuzuverdienen, hatte sich die Krösus-Dynastie wohl nie zu stellen...
Allein schon deshalb lagen ihre Nerven auch niemals blank…
