WIEGENLIED ZUM TOTENTANZ
Kaum nähert sich der 2. Jahrestag vom Purzeln des ersten Dominosteins, der US-Bank Lehman Brothers, quasi dem Stein des Anstoßes zur Weltwirtschaftskrise, wird sie schon wieder von der Kette gelassen: Die hechelnde Meute jener Wag-the-dog-Schoßhündchen der zertrümmerten Geldwelt aus Ökonomie und Journaille setzt sich ungebrochen auf die triefende Blutspur der globalen Finanzströme. Stets einen Geisha-Schritt dem Chaos hinterher! Die häufig genug selbsternannten, oder einfach taxfrei dazu erklärten Wirtschafts-Weisen, kurz, diese ebenso affektierten, wie traditionell ahnungslosen Kaffeesudleser des vagen Kapitalismus-Horoskops wetzen schon wieder ihre schamlosen Schnäbel. Und schon ist wieder vergessen, dass sie vom Ruin ihres hauptberuflich ‚erforschten‘ Ganoven-Regimes vor fast zwei Jahren keinen blassen Schimmer hatten… Selbst banale Wetterprognosen sind da ja gemeinhin präziser…
Gebetsmühlenartig verfällt dieselbe geifernde Gilde schon wieder ins vielstimmige Lamento: Tja, gerade jetzt hätten sich die verarmten Hackler - leider, leider - gefälligst bei den Löhnen zurückzuhalten, um das ‚zarte Pflänzchen der keimenden Konjunktur‘ nicht zu ersticken. War es vor der Krise noch die labile Konkurrenzfähigkeit ihrer nationalen Ausplünderer, die sie durch Lohnverzicht, Kurzarbeit und ständiges Zittern um den lausig bezahlten Arbeitsplatz submissest zu subventionieren hatten, muss nun der Gürtel schon wieder enger geschnallt werden: Alle für den Aufschwung! Aber, den Aufschwung von wem denn? Nicht genug, dass ihnen sowieso - seit den Tagen des alten Marx schon - der traditionelle Mehrwert abgepresst wird, haben sie nun auch noch ihre eigene Wegrationalisierung, sowie den ihnen zugedachten Abstieg selbst zu sponsern! Doch selbst damit nicht genug: Allein der deutsche Staat hat in den letzten vier Jahren 50 (!) Milliarden Euro aus Steuermitteln zugeschossen, um die erbärmlichen Hungerlöhne zu jämmerlichen Überlebens-Brosamen aufzustocken! Die Mega-Profite der Shareholder hingegen waren explodiert – hatten doch die Konzerne unter der Schutzmantelmadonna der saloppen Gruppenbesteuerung faktisch überhaupt keinen Beitrag mehr geleisten! Halleluja! Schlaraffenland-Kapitalismus halt!
Doch nun regt sich hehre Häresie schon im innersten Kreis der blickdichten Profit-Festung: Heiner Flassbeck, Chefökonom der UN-Handelsorganisation Unctad in Genf polterte jüngst im profil, dass es höchst an der Zeit wäre, die mickrigen Löhne in Deutschland und Österreich massiv zu erhöhen! Denn ohne Belebung des Binnenmarkts plusterte die wackelige Export-Schimäre bloß eine noch gewaltigere Blase auf. Das aktuelle Strohfeuer wäre ohnehin nur den billionenschweren Rettungspaketen für Banken und Industrie geschuldet! Maximal ein, zwei Jahre gebe er einem erneuten Blasen-Katarrh!
Rückblende. Um nicht auch noch den letzten Netsch in Banken- und Konzern-Rettungen zu versenken, entschied der ‚Rauchzeichner‘ im Vorjahr, sich von seinem 22 Jahre alten Automobil zu trennen. Allemal noch besser, sich die Bagatelle-Ökoprämie von 1.500 Euro selbst unter den Nagel zu reißen, eh sie vom nimmersatten Schlund irgendeiner Gangster-Bank verschluckt wird. Also orderte er den Winzigsten von Citroёn. Doch die vielgepriesene, sogenannte ‚freie Marktwirtschaft‘ ist bei Weitem nicht so flexibel, wie beständig propagiert! Der vorgeblich so gebeutelte Autokonzern, dessen überfüllte Halden eigentlich abgebaut werden sollten, konnte gar nicht liefern! Die Kleinsten der Kleinen jedenfalls nicht. Womöglich drängte es ja das bekannt hedonistische Proletariat im – nicht ganz so zufälligen - Besitz einer zumindest 13 Jahre alten Kraxn neuerdings auch zu Höherem! Motto: Ist die Kuh hin, soll das Kalbl auch noch hin sein! Und angesichts so generöser Förderung (zuvörderst der Autoindustrie freilich) schielte selbst der hagere Hacknstade schon einmal auf seinen Traum vom Rolls Royce! - Allerdings ist es halt so ein rechter Krampf mit der ‚Anarchie der Produktion‘ (© Karl Marx) am freien Markt: Kaum herrscht Überproduktion, ist sie auch schon wieder vergriffen! - Die ‚Beste aller möglichen (Wirtschafts)-Welten‘ steckt halt doch noch ziemlich in den Kinderschuhen!
Der ‚Rauchzeichner‘ war jedenfalls absolut ungeneigt, Staat bzw. Autokonzern aus dem Schneider zu lassen: Sollte die „Hau-weg-den-Dreck“-Prämie (© der aktuelle Verkaufsförderungs-Slogan von ‚Saturn‘) also ausgelaufen sein, müsste Citroёn eben selbst einspringen! Zumal die Bänder – beflügelt vom Steuer-Geldregen auf Kreide - in halb Europa im 3-Schicht-Betrieb liefen, nahm der optimistische Autotandler meine – schnurstracks in den Vertrag reklamierte - Klausel auf die leichte Schulter! ‚Nema problema‘, zeigte sich der sonnige Herr Dragič vom Autohaus leichtsinnig. Doch als der Affe schließlich ins Wasser sprang und der Blech-‚Embryo‘ nach sage und schreibe zehn Wochen des Kreißens endlich dem Produktionsprozess entschlüpfte, war das dürre Prämien-Kontingent bereits ausgeschöpft! Tausende düpierter Konjunktur-Ankurbler bissen sich in den Arsch, - und Citroёn notgedrungen in den sauren Apfel. Autoverkäufer-Schmäh – einmal andersrum. Damit das Kind einen Namen hatte, ‚kaufte’ Citroёn meinen moribunden Autometzker-Kandidaten um die ominösen Euro 1.500 an! Bei Übernahme meines Neuwagens beschied der verbindliche Herr Dragič einem gewissen Ernstl, seines Zeichens südburgenländisches Faktotum der Firma: „Geh‘ fahr‘ des alte Auto vom dem Herrn då weg, - aber gååånz vorsichtig – weil, eh scho wissen - dås ist der teuerste Wagen am ganzen Platz!“
Schnitt. Andere kamen da nicht ganz so wohlfeil davon… Des Propheten der ‚Fleißigen, Anständigen und Tüchtigen‘ insgeheime Privatbank, also Jörg Haiders Selbstbedienungsladen Hypo Alpe Adria, taumelte inzwischen von einer Hiobs-Botschaft zu nächsten: Schon Mitte der Nuller-Jahre war das sinistre Bankster-Syndikat bei Nationalbank und FMA unter Bilanzfälschungsverdacht geraten. Doch der geballte Zwillings-Think-Tank Traumüller&Pribil (Ex-Sekretär von KHG der eine, Ex-Sekretär vom kK der andere) hatte seine schmutzig-schwitzigen Hände untätig in den Schoß gelegt! So hautnah an der carinthischen Allmacht war die Angst vor dem Ikarus-Schicksal wohl doch zu lähmend.
Im Vorjahr schließlich wurde das Kärntner Geldverbrennungs-Perpetuum-Mobile, Jörgls konspirativer ‚Goldesel‘, der schon auf seinen bloßen Zupfiff Millionen schiss, notverstaatlicht. Einstiegskosten für die Republik: 1,5 Milliarden. Geradezu eine Bagatelle, hatte doch schon der von (noch so einem Haider-Günstling) Tilo Berlin & Co über den Tisch gezogene Interims-Eigner BayernLB 3,5 Milliarden hineingebuttert. Im ersten Halbjahr 2010 ist nun erneut eine halbe Milliarde ‚abgegangen‘. Tja, leider, leider, aber bloß Portokassa, gelt! Stehen doch noch flotte 8 (!) Milliarden an faulen Krediten in Osteuropa aus! Tja, so is er halt, der Kapitalismus: Die Großen fressen die Kleinen, die Schnellen die Langsamen, der Westen den Osten, die Ober-Pülcher die Klein-Ganoven und die Millionen-Bankrotteure unter all den glorreichen Siegern schultert dann der gebeugte Steuerzahler! Aner hat immer des Bummerl…
Als Bauernopfer für den gesamten Vorstand der Hypo Alpe Adria, sowie freilich seinen verblichenen Mentor Haider, verschwand nun gerade einmal der Ex-Manager Wolfgang Kulterer hinter Schwedischen Gardinen. Die Anklageschrift in Vorbereitung liest sich wie eine gegen die Oberliga der Mafia: Untreue, Betrug, Veruntreuung, Geldwäsche, Bilanzfälschung und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Nicht ohne für eine einstige Pimperl-Bank aus Minimundus-County! Da hatte sich das – im Kärntner Kuriosistan noch immer geradezu messiasgleich vergötterte – Idol der ‚Anständigen, Fleißigen und Tüchtigen‘ wohl gerade noch rechtzeitig aus dem Staub gemacht, - wenn auch gleich recht irreversibel, in die Ewigen Jagdgründe eben! Staub zu Staub – Asche zu Asche…
Schnitt. Auch die ‚Wirtschafts-Weisen‘ tun nun schon wieder das, was sie am besten können: nämlich sich uneins sein. Es ist wie beim Kärntner Verblichenen: Nie weiß man so genau, ob sie nun noch da, oder schon wieder weg ist: die Krise, diesfalls! Der Skeptiker Flassbeck etwa meint, der Blick auf die wahre Malaise sei bloß durch die Billionen-Stützpakete „zugekleistert“. Das dicke Ende komme erst! Sein US-Pendant, der Harvard Professor Kenneth Rogoff, ist zwar latent berufsoptimistisch, doch Hellas etwa würde trotz all der Milliarden-Spritzen schließlich doch pleitegehen! Dennoch wäre die kollektivierte EU-Geldvernichtungs-Orgie opportun, zumal sie den unausweichlichen Untergang in die Zukunft verlagere! Tja, lieber später neger gehen, als gar nicht?! Oder wie sonst war das gemeint, Herr Professor?
Summa summarum stehen uns nahestehende Staaten gleich im Dutzend vorm Bankrott: die ‚PIGS‘, Portugal, Ireland, Greece, Spain, und im Osten – nur pars pro toto - Rumänien, die Ukraine, Ungarn, und, und, und…
Das Flugzeug brennt,
wir stürzen ooo,
holloderooo!
Doch die profitbesoffenen Piloten aus Politik, Wirtschaft und Journaille verharren mit dem Mut der Verzweiflung in suizidaler Champagnerlaune! Hinter uns die Sintflut… Dabei ist selbst die schon da: Pakistan ersäuft, Russland brennt, die Oder/Neiße-Grenze ist überflutet, Tornados wüten über Deutschland, Wintereinbruch in den Alpen mitten im Sommer, - weltweit schlägt das Klima kurioseste Kapriolen… Selbst Teile des 7. Wiener Bezirks standen bereits im Mai knietief unter Wasser…
Doch nicht eine Stimme erhebt sich, den fatalen Fakten-Furor auch beim Namen zu nennen: Der Kamikaze-Kapitalismus ist mausetot! Aufgewacht Citoyens: Zeit für Nachrufe, keine für Gesundbeter! Ohne ihn und über ihn hinweg! Unser geschundener Planet schreit nach einer fundamental erneuerten Weltordnung!
Naja, gar keine Stimme? Immerhin schreibt ja der ‚Rauchzeichner‘ noch gegen die windigen Windmühlen an. Das ist zwar auch (fast) allen wurscht – doch er fühlt sich besser dabei…
Gebetsmühlenartig verfällt dieselbe geifernde Gilde schon wieder ins vielstimmige Lamento: Tja, gerade jetzt hätten sich die verarmten Hackler - leider, leider - gefälligst bei den Löhnen zurückzuhalten, um das ‚zarte Pflänzchen der keimenden Konjunktur‘ nicht zu ersticken. War es vor der Krise noch die labile Konkurrenzfähigkeit ihrer nationalen Ausplünderer, die sie durch Lohnverzicht, Kurzarbeit und ständiges Zittern um den lausig bezahlten Arbeitsplatz submissest zu subventionieren hatten, muss nun der Gürtel schon wieder enger geschnallt werden: Alle für den Aufschwung! Aber, den Aufschwung von wem denn? Nicht genug, dass ihnen sowieso - seit den Tagen des alten Marx schon - der traditionelle Mehrwert abgepresst wird, haben sie nun auch noch ihre eigene Wegrationalisierung, sowie den ihnen zugedachten Abstieg selbst zu sponsern! Doch selbst damit nicht genug: Allein der deutsche Staat hat in den letzten vier Jahren 50 (!) Milliarden Euro aus Steuermitteln zugeschossen, um die erbärmlichen Hungerlöhne zu jämmerlichen Überlebens-Brosamen aufzustocken! Die Mega-Profite der Shareholder hingegen waren explodiert – hatten doch die Konzerne unter der Schutzmantelmadonna der saloppen Gruppenbesteuerung faktisch überhaupt keinen Beitrag mehr geleisten! Halleluja! Schlaraffenland-Kapitalismus halt!
Doch nun regt sich hehre Häresie schon im innersten Kreis der blickdichten Profit-Festung: Heiner Flassbeck, Chefökonom der UN-Handelsorganisation Unctad in Genf polterte jüngst im profil, dass es höchst an der Zeit wäre, die mickrigen Löhne in Deutschland und Österreich massiv zu erhöhen! Denn ohne Belebung des Binnenmarkts plusterte die wackelige Export-Schimäre bloß eine noch gewaltigere Blase auf. Das aktuelle Strohfeuer wäre ohnehin nur den billionenschweren Rettungspaketen für Banken und Industrie geschuldet! Maximal ein, zwei Jahre gebe er einem erneuten Blasen-Katarrh!
Rückblende. Um nicht auch noch den letzten Netsch in Banken- und Konzern-Rettungen zu versenken, entschied der ‚Rauchzeichner‘ im Vorjahr, sich von seinem 22 Jahre alten Automobil zu trennen. Allemal noch besser, sich die Bagatelle-Ökoprämie von 1.500 Euro selbst unter den Nagel zu reißen, eh sie vom nimmersatten Schlund irgendeiner Gangster-Bank verschluckt wird. Also orderte er den Winzigsten von Citroёn. Doch die vielgepriesene, sogenannte ‚freie Marktwirtschaft‘ ist bei Weitem nicht so flexibel, wie beständig propagiert! Der vorgeblich so gebeutelte Autokonzern, dessen überfüllte Halden eigentlich abgebaut werden sollten, konnte gar nicht liefern! Die Kleinsten der Kleinen jedenfalls nicht. Womöglich drängte es ja das bekannt hedonistische Proletariat im – nicht ganz so zufälligen - Besitz einer zumindest 13 Jahre alten Kraxn neuerdings auch zu Höherem! Motto: Ist die Kuh hin, soll das Kalbl auch noch hin sein! Und angesichts so generöser Förderung (zuvörderst der Autoindustrie freilich) schielte selbst der hagere Hacknstade schon einmal auf seinen Traum vom Rolls Royce! - Allerdings ist es halt so ein rechter Krampf mit der ‚Anarchie der Produktion‘ (© Karl Marx) am freien Markt: Kaum herrscht Überproduktion, ist sie auch schon wieder vergriffen! - Die ‚Beste aller möglichen (Wirtschafts)-Welten‘ steckt halt doch noch ziemlich in den Kinderschuhen!
Der ‚Rauchzeichner‘ war jedenfalls absolut ungeneigt, Staat bzw. Autokonzern aus dem Schneider zu lassen: Sollte die „Hau-weg-den-Dreck“-Prämie (© der aktuelle Verkaufsförderungs-Slogan von ‚Saturn‘) also ausgelaufen sein, müsste Citroёn eben selbst einspringen! Zumal die Bänder – beflügelt vom Steuer-Geldregen auf Kreide - in halb Europa im 3-Schicht-Betrieb liefen, nahm der optimistische Autotandler meine – schnurstracks in den Vertrag reklamierte - Klausel auf die leichte Schulter! ‚Nema problema‘, zeigte sich der sonnige Herr Dragič vom Autohaus leichtsinnig. Doch als der Affe schließlich ins Wasser sprang und der Blech-‚Embryo‘ nach sage und schreibe zehn Wochen des Kreißens endlich dem Produktionsprozess entschlüpfte, war das dürre Prämien-Kontingent bereits ausgeschöpft! Tausende düpierter Konjunktur-Ankurbler bissen sich in den Arsch, - und Citroёn notgedrungen in den sauren Apfel. Autoverkäufer-Schmäh – einmal andersrum. Damit das Kind einen Namen hatte, ‚kaufte’ Citroёn meinen moribunden Autometzker-Kandidaten um die ominösen Euro 1.500 an! Bei Übernahme meines Neuwagens beschied der verbindliche Herr Dragič einem gewissen Ernstl, seines Zeichens südburgenländisches Faktotum der Firma: „Geh‘ fahr‘ des alte Auto vom dem Herrn då weg, - aber gååånz vorsichtig – weil, eh scho wissen - dås ist der teuerste Wagen am ganzen Platz!“
Schnitt. Andere kamen da nicht ganz so wohlfeil davon… Des Propheten der ‚Fleißigen, Anständigen und Tüchtigen‘ insgeheime Privatbank, also Jörg Haiders Selbstbedienungsladen Hypo Alpe Adria, taumelte inzwischen von einer Hiobs-Botschaft zu nächsten: Schon Mitte der Nuller-Jahre war das sinistre Bankster-Syndikat bei Nationalbank und FMA unter Bilanzfälschungsverdacht geraten. Doch der geballte Zwillings-Think-Tank Traumüller&Pribil (Ex-Sekretär von KHG der eine, Ex-Sekretär vom kK der andere) hatte seine schmutzig-schwitzigen Hände untätig in den Schoß gelegt! So hautnah an der carinthischen Allmacht war die Angst vor dem Ikarus-Schicksal wohl doch zu lähmend.
Im Vorjahr schließlich wurde das Kärntner Geldverbrennungs-Perpetuum-Mobile, Jörgls konspirativer ‚Goldesel‘, der schon auf seinen bloßen Zupfiff Millionen schiss, notverstaatlicht. Einstiegskosten für die Republik: 1,5 Milliarden. Geradezu eine Bagatelle, hatte doch schon der von (noch so einem Haider-Günstling) Tilo Berlin & Co über den Tisch gezogene Interims-Eigner BayernLB 3,5 Milliarden hineingebuttert. Im ersten Halbjahr 2010 ist nun erneut eine halbe Milliarde ‚abgegangen‘. Tja, leider, leider, aber bloß Portokassa, gelt! Stehen doch noch flotte 8 (!) Milliarden an faulen Krediten in Osteuropa aus! Tja, so is er halt, der Kapitalismus: Die Großen fressen die Kleinen, die Schnellen die Langsamen, der Westen den Osten, die Ober-Pülcher die Klein-Ganoven und die Millionen-Bankrotteure unter all den glorreichen Siegern schultert dann der gebeugte Steuerzahler! Aner hat immer des Bummerl…
Als Bauernopfer für den gesamten Vorstand der Hypo Alpe Adria, sowie freilich seinen verblichenen Mentor Haider, verschwand nun gerade einmal der Ex-Manager Wolfgang Kulterer hinter Schwedischen Gardinen. Die Anklageschrift in Vorbereitung liest sich wie eine gegen die Oberliga der Mafia: Untreue, Betrug, Veruntreuung, Geldwäsche, Bilanzfälschung und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Nicht ohne für eine einstige Pimperl-Bank aus Minimundus-County! Da hatte sich das – im Kärntner Kuriosistan noch immer geradezu messiasgleich vergötterte – Idol der ‚Anständigen, Fleißigen und Tüchtigen‘ wohl gerade noch rechtzeitig aus dem Staub gemacht, - wenn auch gleich recht irreversibel, in die Ewigen Jagdgründe eben! Staub zu Staub – Asche zu Asche…
Schnitt. Auch die ‚Wirtschafts-Weisen‘ tun nun schon wieder das, was sie am besten können: nämlich sich uneins sein. Es ist wie beim Kärntner Verblichenen: Nie weiß man so genau, ob sie nun noch da, oder schon wieder weg ist: die Krise, diesfalls! Der Skeptiker Flassbeck etwa meint, der Blick auf die wahre Malaise sei bloß durch die Billionen-Stützpakete „zugekleistert“. Das dicke Ende komme erst! Sein US-Pendant, der Harvard Professor Kenneth Rogoff, ist zwar latent berufsoptimistisch, doch Hellas etwa würde trotz all der Milliarden-Spritzen schließlich doch pleitegehen! Dennoch wäre die kollektivierte EU-Geldvernichtungs-Orgie opportun, zumal sie den unausweichlichen Untergang in die Zukunft verlagere! Tja, lieber später neger gehen, als gar nicht?! Oder wie sonst war das gemeint, Herr Professor?
Summa summarum stehen uns nahestehende Staaten gleich im Dutzend vorm Bankrott: die ‚PIGS‘, Portugal, Ireland, Greece, Spain, und im Osten – nur pars pro toto - Rumänien, die Ukraine, Ungarn, und, und, und…
Das Flugzeug brennt,
wir stürzen ooo,
holloderooo!
Doch die profitbesoffenen Piloten aus Politik, Wirtschaft und Journaille verharren mit dem Mut der Verzweiflung in suizidaler Champagnerlaune! Hinter uns die Sintflut… Dabei ist selbst die schon da: Pakistan ersäuft, Russland brennt, die Oder/Neiße-Grenze ist überflutet, Tornados wüten über Deutschland, Wintereinbruch in den Alpen mitten im Sommer, - weltweit schlägt das Klima kurioseste Kapriolen… Selbst Teile des 7. Wiener Bezirks standen bereits im Mai knietief unter Wasser…
Doch nicht eine Stimme erhebt sich, den fatalen Fakten-Furor auch beim Namen zu nennen: Der Kamikaze-Kapitalismus ist mausetot! Aufgewacht Citoyens: Zeit für Nachrufe, keine für Gesundbeter! Ohne ihn und über ihn hinweg! Unser geschundener Planet schreit nach einer fundamental erneuerten Weltordnung!
Naja, gar keine Stimme? Immerhin schreibt ja der ‚Rauchzeichner‘ noch gegen die windigen Windmühlen an. Das ist zwar auch (fast) allen wurscht – doch er fühlt sich besser dabei…
