MAYDAY, MAYDAY - FULL SPEED AHEAD!
Während also die größenwahnsinnige ‚Titanic‘ des Weltfinanzsystems kein Seidenpapier Wasser mehr unterm Kiel hat, heuchelt das schräge Hoamatl noch Bestürzung über die täglich neu herausapernden, schwarzbraunorangen Kleptokraten-Kapriolen der ‚Anständigen, Fleißigen und Tüchtigen‘ unter ihrem Räuberhauptmann kK (kurzer Kanzler). Schlamassel-Schüssel – zuletzt selbst bloß noch der „siebte Zwerg von links“ (so sein einstiges Verdikt über einen aufmüpfigen ‚Parteifreund‘) im ‚Hohen Haus‘ – seilte sich nach überhapser PK auf Französisch in den unverdient wohldotierten Ruhestand ab, um allzu unbotmäßiger Inquisition hinsichtlich seiner Verantwortung als Premierministers (immerhin ja expressis verbis der 1. Minister) zu entrinnen. Der sprichwörtliche Schweigekanzler taugte ja wohl allenfalls bedingt als seriöse Auskunftei über die wüsten Mafia-Malversationen unter seiner Patenschaft! Ein Don Vito Corleone aus Minimundus halt. Das Credo des Originals lautete ja bekanntlich schon: "Ein Anwalt kann mit seinem Aktenkoffer mehr stehlen als hundert Männer mit Kanonen."
Da hatte etwa der verlotterte Verschwörer-Vorstand der teilstaatlichen Telekom – vermutlich gepeitscht von kostspieligen Dominas, sowie von kollektiv-krimineller Energie – die eigenen Aktienkurse dermaßen obszön frisiert, sodass sich – trotz evidenter Loser-Performance - doch noch die weit verfehlten Boni in Millionenhöhe unter die - in finsteren Verliesen blutig gekratzten - Nägel reissen ließen. Und der Eigentümervertreter im stoischen Lotussitz pflegte seine Trappisten-Pose und dämmerte am Ballhausplatz einfach nur so vor sich hin… Nix hören, nix sehen und schon gar nix sagen…Wolfi allein zu Haus‘, – im transzendenten Schneckenhaus! Dermaßen kompromittierend-komprimiertes Nixwissen befähigte wohl eher nur zum windigen Maronibrater (der die fauligen Exemplare feixend im Stanitzelspitz unterjubelt, wie so manchen Minister in seinen diversen Kabinetten) oder zum noch fieseren Jagatee-Panscher im Advent, - freilich ohne diese doch recht anrüchigen Berufsstände gleich unter Generalverdacht stellen zu wollen. An die Perfidie der Polit-Standler kommen selbst jene Alpha-Strawanzer niemals heran…
Indes erwies sich die Telekom als sagenhaft barrierefreies Zuckerl-G’schäft für die schwererziehbaren Gier-Krüppel aus den Niederungen des schwarzbraunen Souterrains: Hereinspaziert, ihr morbide Mesalliance aus Kerzlschlucker-Freunderln und Kellernazi-Kameraden, - und prall die Taschen vollgepfropft bis sich die Kruzifix- bzw. Hakenkreuz-Aufnäher unterm Revers bauschen wie böhmische Buchteln! Jawolll, vereinte Falotten, forsch zugelangt – und zwar prompt und beidhändig, bitteschön und bitttesehrrrr! Weul es wird no a Regierung sein, und mir werd’n nimma sein, – und dånn is sie perdu, die schene Marie! Ein für allemal verbaut, der zackige Zugriff aufs geile Gerschtl!
Sämtliche Raubzüge liefen – was Wunder auch - über die üblichen Verdächtigen unter ihrem ach so ahnungslosen Wegelagerer kK: Einerseits den öffentlichkeitsscheuen Resopal-Hansdampf in allen windschiefen Winkeln, Hochegger, sowie andererseits den elastischen Adels- und Jägersmann, Lobby-Ali, Mensdorff-Pouilly: 1,2 Milliönchen von der Telekom, 2,2 Mille von Motorola, meiner Seel‘, net g’rad die Welt, aber immerhin tröpfelte es wenigstens stetig an den verarmten Landadel aus Luising, - aus allen möglichen trüben Quellen… Summa summarum strömten denn freilich doch in aller Diskretion Aber- und Abermillionen über karibische, zypriotische oder Jersey-Konten (denn je finsterer die Kanäle, desto heller leuchten die gleichnamigen Inseln! Und wer auf sich hält, hat immer noch wenigstens ein As im Ärmel…-Kanal)! – Allein wohin nur mit all der Marie? - Selbst kriminell unbedarfte Defraudanten-Azubis („Wo war då mei Leistung“), denen noch der penetrante Diesel-Hautgout abgelegener Tiroler Tankstellen anhaftete, camouflierten sich über Nacht unter einer würzigen ‚Diesel-After-Shave‘-Wolke und cashten in geiler Gier ab, - und das gleich mit den gut zehn Armen der hinduistischen Göttin Shiva! Der talkerte Tankwart als Millionär! Und kein Finanz-Büttel, der sonst so lüstern arme Schlucker schröpft, fand sich, ausnahmsweise einmal diesem verwahrlosten Lumpenpack in den diebisch geblähten Beutel zu stechen! Im infantilen Fangerl-Spiel an den Schnittstellen von Legislative, Exekutive und Justiz verstanden es die Wiederholungstäter allemal, sich achselzuckend ins Leo der Unschuldsvermutung zu flüchten! Querdurch, durch die rüde Rempler-Republik: Nix als sinistre Drahtzieher und ihre willigen Wasserträger! Falotten halt, soweit das Auge reicht… Und weit und breit kein Staatsanwalt, der je dem Geld gefolgt wäre! Dabei steckt des Rätsels Lösung immer im Geld-Fluß! Denn dort, wo das Geld ist, - lauert schon der Beutel!
Schnitt. „Follow the money!“, beschwor schon das Phantom ‚Deep Throat‘ das Aufdecker-Tandem ‚Woodstein‘ in beharrlicher Redundanz! In Alan J. Pakulas minutiöser Enttarnung von Nixon’s Beutelratten („All the President’s Men“, 1976) ließen die gewitzten ‚Washington Post‘-Journalisten Bob Woodward und Carl Bernstein – bei allen kniffligen Detailrecherchen – niemals die Geldströme aus den – wohl von endlosen Nachtschichten in miefigen Tiefgaragen geröteten - Augen!
Rückblende. Bei uns dahoam gilt der schnöde Mammon – und sei es nun der geraubte, der gestohlene, oder der schlicht defraudierte – offenbar grundsätzlich als heilig und unberührbar, wenn auch a bissl ordinär. In Austria pecunia olet! Gen Himmel nämlich! Schon die ehrgeizige Doppelnamen-Talar-Tante - zum Dank für ambitioniertes Sozi-Bashing vom kurzen Kanzler zur Justizministerin befördert – hatte sich einen Tinnef darum geschert, wohin der austroamerikanische Bankster Flöttl das angeblich verzockte BAWAG-Gerschtl verschoben hatte. Tja, leider wären die erhellenden Unterlagen einem heimtückischen Computer-Virus zu Opfer gefallen, hatte der süffisante Sack unter Eid gelogen, dass sich nur so die Balken bogen! Und die stockblinde Brillen-Fetischistin, zusätzlich noch vom ungewohnten ‚Seitenblicke‘-TamTam aus der Façon gebracht, hatte diese abstruse Sandkastenkinder-Krot auch noch submissest gefressen. Naja, Wolfis Lieblings-Feinderl-Schweinderl Helmut (der ja ‚urfaire sportsmen‘ sogar am Green beschissen haben soll; so wie der kK ja auch außerhalb des Fußballfelds nur zu gern gefoult hat), war do scho am Altar der ‚Wirtschaftspartei‘ ÖVP g’schlachtet worden, oder?! Da wird ma do net a no den läppischen paar Milliarderln vom transatlantischen Komplizen in der glühend heißen Karibiksonne hinterherhecheln müssen… Is do echt a scho wurscht, an welchem seidenweißen Puderstrand sich das erbeutete Flöttl-Knödl - Notgroschen eines selbsterklärten ‚Mittellosen‘ - konspirativ vermehrt! – Naja, Schwamm d’rüber. Jedenfalls: Ohne kKs kuriose Protektion, wär‘ seine Claudia, diese Inkarnation der Naivität, bei Gericht wohl nicht einmal als Stenotypistin untergekommen…
Schnitt zurück ins Heute. Die eher rural gestrickten, braunen Socken, wie der körndlpickende und vorm Haider-Hype buckelnde Mathias Reichhold, des Führers Kärntner Schnäuztüchl gewissermaßen, sowie der schnöselige Geck-Reiter aus dem Ländle, Gorbach, griffen gleichfalls beherzt in den üppig gefüllten Telekom-Topf (Is do Blunz‘n – peckt do eh ålles nur da deppate Kunde): Dem grundschlichten Hendlfanger (und sogar Ex-Minister aus dem schwarzbraunen Kabarett-Kabinett Schüssel I) steckte das selig-strömende Fernmelde-Füllhorn diskret eine schlanke Schilling-Mille für angebliche Beratertätigkeit zu! Höchstwahrscheinlich als angemessenes Salär für die Top-Secret-Expertise, welche damals der gesamten Branche nur so unter den Nägeln brannte: „Wie - genau jetzt - kräht der gemeine Hahn am Mist, - wird er mit den fraglos noch gemeineren Klingeltönen konfrontiert?“ In den Nuller-Jahren bekanntlich die Kardinalfrage der drahtlosen Telefonie! Tja, immerhin: Kleinvieh macht auch Mist, - auch wenn’s a nur a Millerl is!
Herrenreiter Hubsi wiederum ('the world in Vorarlberg is too small for me') ließ sich nach seinem Exodus aus der pauschalierten Pülcher-Politik als angegrauter ‚Jungunternehmer‘ über gleich acht Quartale hinweg seine Sekretärin von der Telekom sponsern: mit schlappen 264.000 Euro. Für die 132.000 Euro Jahresgage dürfte die – nota bene – wohl ziemliche Nobel-Tippse auch in aller Diskretion Hubsis körperverletzendes Kitchen-English geglättet, - und dem schneidig-geschmeidigen Groucho-Marx-Imitator womöglich sogar auch noch gelegentlich in den Damensattel (?) geholfen haben… Was weiß man denn heute schon noch, - angesichts der omnipräsenten Abgründe…
Abseits des niedrigen Hoamatl-Gezänks und der alltäglichen Petite-Routine, in der wirklichen, der großen Welt des ruinösen Betrugs, zischelt indes bange Flüsterpropaganda rund um den Globus: ‚Is the end at hand‘? Das endzeitliche Transparent „The End is at Hand!“, war dem „Rauchzeichner“ erstmals in Händen eines selig-bekifften Hippies in Swinging London, 1965, untergekommen! Dabei handelte es sich wohl um die altbritische Variante des Nestroy’schen Kometenlieds:
„Da wird einem halt angst und bang,
Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang.“
Das gute, alte Hellas ist schon pleite, Portugal, Spanien und Italien schwanken noch, ob sie gleich fallen sollen, oder ein bisserl später?! Und mit den Bankrott-Staaten wanken natürlich auch die Bankster-Banken! Sitzen die doch auf monströsen Bündeln von wertlosen Staatsanleihen! Aus sicherer Distanz intrigieren die schmierigen Rating-Agenturen und schon kreisen auch die Spekulanten-Aasgeier überm absehbaren Festschmaus… Die Spekulanten, diese nimmersatten Kannibalen des Kapitalismus, - allzeit bereit zum Sturzflug auf die verwesende Beute. Das ‚Land der unbegrenzten Möglichkeiten‘ hat freilich auch schon die Möglichkeit zur unbegrenzten Pleite genutzt, weshalb es den global verhätschelten Berufsirrtum, die stets herumratenden Rating-Agenturen auf der Wall-Street- und Canary-Wharf-Payroll wie John Wayne lieber gen’s alte Europa reiten läßt… Die apokalyptischen Reiter des Kapitalismus folgen ja stets der Stampede…
Und nun auch das noch! Ausgerechnet die ewigen Tagträumer des rabiaten „Vom Tellerwäscher zum Millionär“-Mythos lösen eine gewaltige Lamentier-Lawine aus und rotten sich neuerdings Kapitalismus-gekränkt und -krank zu stetig anschwellenden Demos zusammen: Ausgerechnet im Mutterland der stockreaktionären Tea-Party-Plauscher lautet ihre merkwürdig klassenkämpferische Parole „Occupy Wall Street“! Zunächst schwappte der geradezu blasphemische Reflex auf die Gralshüter des Kapitals bloß über den US-Kontinent, doch schließlich rund um die ganze Welt! „We are the 99%“ plärrten sie alsbald dem einen Räuberprozent aus Konzernbossen, Bankstern und Polit-Popanzen trotzig entgegen. Womöglich dürften die ja bislang sakrosankten ‚Eliten‘ demnächst doch noch etwas unter Druck geraten… Trauen doch die jahrzehntelang vorsätzlich belogenen und betrogenen Völker nun endgültig keinem mehr… Sie beginnen, sich auf sich selbst zu besinnen… Aufs Einzige, worauf noch Verlaß ist… Und fällt erst einmal die bleierne Last ihres ewigen Ohnmachts-Komplexes ab, wächst automatisch ihre Macht… Wuchert ihre Wut… Explodiert ihr Bewußtsein… Schlußendlich begreift sich die notorisch düpierte Majorität als Subjekt der eigenen Geschichte… Von Tunis über Kairo, von Damaskus über Sanaa bis zum ‚Big Apple‘ und sogar bis ins körperzentrierte Malibu Beach… Alttestamentarischer Zorn gibt den Crossover-Aufständen Kontur und Struktur… Tja, von wegen ‚alttestamentarisch‘, - im Maghreb fällt die Rebellion wohl etwas mohammedanischer aus… Immerhin: Dieser Tage hüpfen die einst belächelten ‚Bloßfüßigen‘ einmal den Lackschuh-Schnöseln vor, wie man eine revolutionär-heiße Sohle auf’s Parkett legt…
Noch poliert die westliche Kommandobrücke des Geisterschiffs verlegen die erblindenden Goldknöpfe ihrer täglich aus Neue gewendeten Uniformen: Doch die gesamte ‚Führungs‘-Crew, all diese Angelas, die Nicolas‘, die Silvios, die José Manuels und Konsorten, ist mit ihrem Seemannsgarn am Ende! 360°: Bloß Wasser am Horizont. Nirgendwo Land in Sicht, – und auch kein Fixstern! Und selbst wenn, wüßte keiner, wie man einen Sextanten bedient! Und so verstricken sich die (See)räuber immer tiefer in ihren eigenen Lügen-Netzen und driften koordinatenlos durchs haushoch tobende Niemandsmeer, - als verzagte Avantgarde der Ahnungs- und Uferlosigkeit. Schon haben sie kein Jungfrauenhärchen Wasser mehr unterm Kiel! „Mayday, mayday“ morst der Funker in den Äther. Ungehört freilich, - und erst recht unerhört! Trotzig läßt der Captain seinen 1. Offizier in den Maschinenraum brüllen: Volle Kraft voraus! Die Titanic ist unsinkbar! – Und, pardon, der Atlantik ist wohl bloß ein Lavoir? Realitäts- und Geschichtsverweigerung als letzte Exit-Strategie! Doch knirschend, humorlos und böse schlitzt der Eisberg am schlingernden Tresor der geraubten Schatzkisten. Der Steuermann ist schon von Bord gegangen. „Mayday, mayday!“, plärrt der eine Teile der Brücke, „Volle Kraft voraus!“ der andere. In ihrem hochmütigen Omnipotenz-Dünkel saugt ein letal wirbelnder Strudel nun alle zusammen in den erbarmungslosen Moloch des Meeres. Der Kapitalismus frisst seine Kapitäne! Keiner kann mehr Kurs halten. Die Welt-Flotte steuert geordnet in ihren Untergang. Tsunamigewaltige Wellen schlagen über die Reling… Mayday, mayday! Doch die Rettungsboote sind verbrannt… Der optimierten Aerodynamik zum allerletzten Geschwindigkeits-Rekord der Postpostpostmoderne geopfert…
Schwimmblende. Was denn auch sonst?! Jules Verne’s Phileas Fogg läßt am Bug seines Raddampfers den Wind durch den zerfledderten Zylinder fegen, während sein ergebener Butler Passepartout die allerletzten Mahagoni-Karyatiden dem Feuer der Maschine übergibt… Nur ja kein Blick zurück! Full speed ahead… Die Zeit läuft… Und bald auch ab…
Schwimmblende ins Jetzt: Schwere Schlagseite. Nur noch einen Wimpernschlag vom Kieloben entfernt, fordert am 15.10. 2011 eine globale Demo-Welle ‚wahre Demokratie‘. SOS – steht doch aller Welt das Wasser schon bis zum Hals! Meuterei! ZerBrecht die Macht der Brücke! Alle Aufrechten an Deck, - zum Kielholen der Kapitäne. Sperrt die Offiziere in ihre Kammern. In der Demokratie gibt die Mehrheit den Kurs vor… Sonst geht sie mit all den Menschenschindern, wie Captain Bligh, unter…
Vielleicht wird das bewußte Demo-Datum ja noch so geschichtsmächtig, wie der 15.09.2008, der Anfang vom casinokapitalistischen Ende. Volle drei Jahre ‚Gnadenfrist‘ hatten die Geisterschiffer seit dem ersten Eisbergkontakt ungenutzt verstreichen lassen! Realitätsverweigernd! Ebenso rechthaberisch, wie tatenlos. In blödem Bestemm gegen die Vorhersehbarkeit des drohenden Absaufens! Stur igelte sich die Brücke im Fanal des organischen System-Totalversagens ein. Im Ruderhaus zeigten die Instrumente längst nur noch wirre Signale an oder waren schon total ausgefallen. Nur das Echolot fiepte noch. Immer hektischer. Der Dampfer läuft auf Grund. Ukas vom Kapitän: Alle Mahnungen ignorieren! Volle Kraft voraus! Die etzten Koordinaten im Logbuch sollen den Ort der vereinten Seebestattung markieren! Allerdings: Ist erst einmal die Brücke unter Wasser, gibt das den Passagieren Auftrieb… Der legendäre Pirat Claas Störtebeker läßt schön grüßen: Wie er wird ja womöglich auch das Kommando selbst mit abgeschlagenem Haupt noch einige Schritte weitertaumeln… Wie ersoffenes Federvieh… Doch irgendwann ist dann Schluss!
Mayday, mayday, – wär‘ da doch irgendwo noch ein rettender Schilfhalm! Doch nunmehr, nur mehr an faulig-schlierige Schiffsplanken in stürmischer See gekrallt, fantasieren sich die schiffbrüchigen Pleitiers einen Rettungsanker, pardon einen Rettungsschirm, herbei! Und zwar mit haargenau denselben Winkeladvokaten-Finanztricks, die schon 2008 in den Bankrott geführt haben! Unbeholfen jongliert nunmehr die Polit-‚Elite‘ höchstselbst mit salopp aus dem Ärmel geschüttelten Milliarden. Freilich nichts als Hokuspokus für die Galerie. Mit Taschenspieler-Larifari streut man den ‚Angsthasen da draußen‘ täglich ein weiteres Schäuferl Sand in die Augen! Abrakadabra. Mutti Merkels ‚Bank-Berater‘ (allein der Berufsstand gilt ja heute schon als gefährliche Drohung) haben sogar einen mysteriösen Zauber-„Hebel“ konstruiert, der aus 250 Milliarden - schwuppdiwupp – über Nacht eine Billion generieren soll! Renaissance des Alchemismus! Echt wahr, de is ka Schmarrn, diese Angela! Schon geistern Nachdichtungen von Raimunds ‚Hobellied‘ durch Europa. In dunkle Nächten, in verruchten Vierteln, raunt sich das aufmüpfige Volk so was wie die Geburt von Merkels ‚Hebellied‘ zu! Die noch streng geheime Fassung soll bei Nacht und Nebel in Druck gehen:
„Da streit‘ sich die EU herum
um den Wert des rechten Blicks
Die Angie heißt den Sarko dumm
am End weiß keiner nix.
Heut‘ ist der allerärmste Mann
dem Nächsten viel zu gleich
die Merkel setzt den Hebel an
und hebelt alle reich.“
Kürzlich hab‘ ich den ‚Hebel‘-Schmäh bei Frau Lotte im Café Absurd probiert: „Lottchen, schwere Zeiten – neue Sitten, ich zahl‘ jetzt nur noch ein Viertel von mein Vierterl! Der Rest geht ab sofort auf den Deckel vom Merkel-‚Hebel‘!” Simsalabim! Tja, wie macht des die Angie nur? Bei der lieben Lotte is der Merkel-Schmafu jedenfalls net einig‘angen…
Tja, Hebel hin oder her, Hebel links oder rechts, Hebel unten oder oben, - schließlich liegt sie denn doch auf Grund, unsere Titanic des 21. Jahrhunderts… Und wieder einmal will keiner jemals an Bord gewesen sein!
Pirates, fortune-hunters, ghostshippers – lend us your ears; we come to bury ‘Captain Capitalism’, not to praise him; and forget the Titanic…
It’s time for another tear-jerker, by Sarah-Brightham this time:
“It’s time to say goodbye” – all you crooks…
Da hatte etwa der verlotterte Verschwörer-Vorstand der teilstaatlichen Telekom – vermutlich gepeitscht von kostspieligen Dominas, sowie von kollektiv-krimineller Energie – die eigenen Aktienkurse dermaßen obszön frisiert, sodass sich – trotz evidenter Loser-Performance - doch noch die weit verfehlten Boni in Millionenhöhe unter die - in finsteren Verliesen blutig gekratzten - Nägel reissen ließen. Und der Eigentümervertreter im stoischen Lotussitz pflegte seine Trappisten-Pose und dämmerte am Ballhausplatz einfach nur so vor sich hin… Nix hören, nix sehen und schon gar nix sagen…Wolfi allein zu Haus‘, – im transzendenten Schneckenhaus! Dermaßen kompromittierend-komprimiertes Nixwissen befähigte wohl eher nur zum windigen Maronibrater (der die fauligen Exemplare feixend im Stanitzelspitz unterjubelt, wie so manchen Minister in seinen diversen Kabinetten) oder zum noch fieseren Jagatee-Panscher im Advent, - freilich ohne diese doch recht anrüchigen Berufsstände gleich unter Generalverdacht stellen zu wollen. An die Perfidie der Polit-Standler kommen selbst jene Alpha-Strawanzer niemals heran…
Indes erwies sich die Telekom als sagenhaft barrierefreies Zuckerl-G’schäft für die schwererziehbaren Gier-Krüppel aus den Niederungen des schwarzbraunen Souterrains: Hereinspaziert, ihr morbide Mesalliance aus Kerzlschlucker-Freunderln und Kellernazi-Kameraden, - und prall die Taschen vollgepfropft bis sich die Kruzifix- bzw. Hakenkreuz-Aufnäher unterm Revers bauschen wie böhmische Buchteln! Jawolll, vereinte Falotten, forsch zugelangt – und zwar prompt und beidhändig, bitteschön und bitttesehrrrr! Weul es wird no a Regierung sein, und mir werd’n nimma sein, – und dånn is sie perdu, die schene Marie! Ein für allemal verbaut, der zackige Zugriff aufs geile Gerschtl!
Sämtliche Raubzüge liefen – was Wunder auch - über die üblichen Verdächtigen unter ihrem ach so ahnungslosen Wegelagerer kK: Einerseits den öffentlichkeitsscheuen Resopal-Hansdampf in allen windschiefen Winkeln, Hochegger, sowie andererseits den elastischen Adels- und Jägersmann, Lobby-Ali, Mensdorff-Pouilly: 1,2 Milliönchen von der Telekom, 2,2 Mille von Motorola, meiner Seel‘, net g’rad die Welt, aber immerhin tröpfelte es wenigstens stetig an den verarmten Landadel aus Luising, - aus allen möglichen trüben Quellen… Summa summarum strömten denn freilich doch in aller Diskretion Aber- und Abermillionen über karibische, zypriotische oder Jersey-Konten (denn je finsterer die Kanäle, desto heller leuchten die gleichnamigen Inseln! Und wer auf sich hält, hat immer noch wenigstens ein As im Ärmel…-Kanal)! – Allein wohin nur mit all der Marie? - Selbst kriminell unbedarfte Defraudanten-Azubis („Wo war då mei Leistung“), denen noch der penetrante Diesel-Hautgout abgelegener Tiroler Tankstellen anhaftete, camouflierten sich über Nacht unter einer würzigen ‚Diesel-After-Shave‘-Wolke und cashten in geiler Gier ab, - und das gleich mit den gut zehn Armen der hinduistischen Göttin Shiva! Der talkerte Tankwart als Millionär! Und kein Finanz-Büttel, der sonst so lüstern arme Schlucker schröpft, fand sich, ausnahmsweise einmal diesem verwahrlosten Lumpenpack in den diebisch geblähten Beutel zu stechen! Im infantilen Fangerl-Spiel an den Schnittstellen von Legislative, Exekutive und Justiz verstanden es die Wiederholungstäter allemal, sich achselzuckend ins Leo der Unschuldsvermutung zu flüchten! Querdurch, durch die rüde Rempler-Republik: Nix als sinistre Drahtzieher und ihre willigen Wasserträger! Falotten halt, soweit das Auge reicht… Und weit und breit kein Staatsanwalt, der je dem Geld gefolgt wäre! Dabei steckt des Rätsels Lösung immer im Geld-Fluß! Denn dort, wo das Geld ist, - lauert schon der Beutel!
Schnitt. „Follow the money!“, beschwor schon das Phantom ‚Deep Throat‘ das Aufdecker-Tandem ‚Woodstein‘ in beharrlicher Redundanz! In Alan J. Pakulas minutiöser Enttarnung von Nixon’s Beutelratten („All the President’s Men“, 1976) ließen die gewitzten ‚Washington Post‘-Journalisten Bob Woodward und Carl Bernstein – bei allen kniffligen Detailrecherchen – niemals die Geldströme aus den – wohl von endlosen Nachtschichten in miefigen Tiefgaragen geröteten - Augen!
Rückblende. Bei uns dahoam gilt der schnöde Mammon – und sei es nun der geraubte, der gestohlene, oder der schlicht defraudierte – offenbar grundsätzlich als heilig und unberührbar, wenn auch a bissl ordinär. In Austria pecunia olet! Gen Himmel nämlich! Schon die ehrgeizige Doppelnamen-Talar-Tante - zum Dank für ambitioniertes Sozi-Bashing vom kurzen Kanzler zur Justizministerin befördert – hatte sich einen Tinnef darum geschert, wohin der austroamerikanische Bankster Flöttl das angeblich verzockte BAWAG-Gerschtl verschoben hatte. Tja, leider wären die erhellenden Unterlagen einem heimtückischen Computer-Virus zu Opfer gefallen, hatte der süffisante Sack unter Eid gelogen, dass sich nur so die Balken bogen! Und die stockblinde Brillen-Fetischistin, zusätzlich noch vom ungewohnten ‚Seitenblicke‘-TamTam aus der Façon gebracht, hatte diese abstruse Sandkastenkinder-Krot auch noch submissest gefressen. Naja, Wolfis Lieblings-Feinderl-Schweinderl Helmut (der ja ‚urfaire sportsmen‘ sogar am Green beschissen haben soll; so wie der kK ja auch außerhalb des Fußballfelds nur zu gern gefoult hat), war do scho am Altar der ‚Wirtschaftspartei‘ ÖVP g’schlachtet worden, oder?! Da wird ma do net a no den läppischen paar Milliarderln vom transatlantischen Komplizen in der glühend heißen Karibiksonne hinterherhecheln müssen… Is do echt a scho wurscht, an welchem seidenweißen Puderstrand sich das erbeutete Flöttl-Knödl - Notgroschen eines selbsterklärten ‚Mittellosen‘ - konspirativ vermehrt! – Naja, Schwamm d’rüber. Jedenfalls: Ohne kKs kuriose Protektion, wär‘ seine Claudia, diese Inkarnation der Naivität, bei Gericht wohl nicht einmal als Stenotypistin untergekommen…
Schnitt zurück ins Heute. Die eher rural gestrickten, braunen Socken, wie der körndlpickende und vorm Haider-Hype buckelnde Mathias Reichhold, des Führers Kärntner Schnäuztüchl gewissermaßen, sowie der schnöselige Geck-Reiter aus dem Ländle, Gorbach, griffen gleichfalls beherzt in den üppig gefüllten Telekom-Topf (Is do Blunz‘n – peckt do eh ålles nur da deppate Kunde): Dem grundschlichten Hendlfanger (und sogar Ex-Minister aus dem schwarzbraunen Kabarett-Kabinett Schüssel I) steckte das selig-strömende Fernmelde-Füllhorn diskret eine schlanke Schilling-Mille für angebliche Beratertätigkeit zu! Höchstwahrscheinlich als angemessenes Salär für die Top-Secret-Expertise, welche damals der gesamten Branche nur so unter den Nägeln brannte: „Wie - genau jetzt - kräht der gemeine Hahn am Mist, - wird er mit den fraglos noch gemeineren Klingeltönen konfrontiert?“ In den Nuller-Jahren bekanntlich die Kardinalfrage der drahtlosen Telefonie! Tja, immerhin: Kleinvieh macht auch Mist, - auch wenn’s a nur a Millerl is!
Herrenreiter Hubsi wiederum ('the world in Vorarlberg is too small for me') ließ sich nach seinem Exodus aus der pauschalierten Pülcher-Politik als angegrauter ‚Jungunternehmer‘ über gleich acht Quartale hinweg seine Sekretärin von der Telekom sponsern: mit schlappen 264.000 Euro. Für die 132.000 Euro Jahresgage dürfte die – nota bene – wohl ziemliche Nobel-Tippse auch in aller Diskretion Hubsis körperverletzendes Kitchen-English geglättet, - und dem schneidig-geschmeidigen Groucho-Marx-Imitator womöglich sogar auch noch gelegentlich in den Damensattel (?) geholfen haben… Was weiß man denn heute schon noch, - angesichts der omnipräsenten Abgründe…
Abseits des niedrigen Hoamatl-Gezänks und der alltäglichen Petite-Routine, in der wirklichen, der großen Welt des ruinösen Betrugs, zischelt indes bange Flüsterpropaganda rund um den Globus: ‚Is the end at hand‘? Das endzeitliche Transparent „The End is at Hand!“, war dem „Rauchzeichner“ erstmals in Händen eines selig-bekifften Hippies in Swinging London, 1965, untergekommen! Dabei handelte es sich wohl um die altbritische Variante des Nestroy’schen Kometenlieds:
„Da wird einem halt angst und bang,
Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang.“
Das gute, alte Hellas ist schon pleite, Portugal, Spanien und Italien schwanken noch, ob sie gleich fallen sollen, oder ein bisserl später?! Und mit den Bankrott-Staaten wanken natürlich auch die Bankster-Banken! Sitzen die doch auf monströsen Bündeln von wertlosen Staatsanleihen! Aus sicherer Distanz intrigieren die schmierigen Rating-Agenturen und schon kreisen auch die Spekulanten-Aasgeier überm absehbaren Festschmaus… Die Spekulanten, diese nimmersatten Kannibalen des Kapitalismus, - allzeit bereit zum Sturzflug auf die verwesende Beute. Das ‚Land der unbegrenzten Möglichkeiten‘ hat freilich auch schon die Möglichkeit zur unbegrenzten Pleite genutzt, weshalb es den global verhätschelten Berufsirrtum, die stets herumratenden Rating-Agenturen auf der Wall-Street- und Canary-Wharf-Payroll wie John Wayne lieber gen’s alte Europa reiten läßt… Die apokalyptischen Reiter des Kapitalismus folgen ja stets der Stampede…
Und nun auch das noch! Ausgerechnet die ewigen Tagträumer des rabiaten „Vom Tellerwäscher zum Millionär“-Mythos lösen eine gewaltige Lamentier-Lawine aus und rotten sich neuerdings Kapitalismus-gekränkt und -krank zu stetig anschwellenden Demos zusammen: Ausgerechnet im Mutterland der stockreaktionären Tea-Party-Plauscher lautet ihre merkwürdig klassenkämpferische Parole „Occupy Wall Street“! Zunächst schwappte der geradezu blasphemische Reflex auf die Gralshüter des Kapitals bloß über den US-Kontinent, doch schließlich rund um die ganze Welt! „We are the 99%“ plärrten sie alsbald dem einen Räuberprozent aus Konzernbossen, Bankstern und Polit-Popanzen trotzig entgegen. Womöglich dürften die ja bislang sakrosankten ‚Eliten‘ demnächst doch noch etwas unter Druck geraten… Trauen doch die jahrzehntelang vorsätzlich belogenen und betrogenen Völker nun endgültig keinem mehr… Sie beginnen, sich auf sich selbst zu besinnen… Aufs Einzige, worauf noch Verlaß ist… Und fällt erst einmal die bleierne Last ihres ewigen Ohnmachts-Komplexes ab, wächst automatisch ihre Macht… Wuchert ihre Wut… Explodiert ihr Bewußtsein… Schlußendlich begreift sich die notorisch düpierte Majorität als Subjekt der eigenen Geschichte… Von Tunis über Kairo, von Damaskus über Sanaa bis zum ‚Big Apple‘ und sogar bis ins körperzentrierte Malibu Beach… Alttestamentarischer Zorn gibt den Crossover-Aufständen Kontur und Struktur… Tja, von wegen ‚alttestamentarisch‘, - im Maghreb fällt die Rebellion wohl etwas mohammedanischer aus… Immerhin: Dieser Tage hüpfen die einst belächelten ‚Bloßfüßigen‘ einmal den Lackschuh-Schnöseln vor, wie man eine revolutionär-heiße Sohle auf’s Parkett legt…
Noch poliert die westliche Kommandobrücke des Geisterschiffs verlegen die erblindenden Goldknöpfe ihrer täglich aus Neue gewendeten Uniformen: Doch die gesamte ‚Führungs‘-Crew, all diese Angelas, die Nicolas‘, die Silvios, die José Manuels und Konsorten, ist mit ihrem Seemannsgarn am Ende! 360°: Bloß Wasser am Horizont. Nirgendwo Land in Sicht, – und auch kein Fixstern! Und selbst wenn, wüßte keiner, wie man einen Sextanten bedient! Und so verstricken sich die (See)räuber immer tiefer in ihren eigenen Lügen-Netzen und driften koordinatenlos durchs haushoch tobende Niemandsmeer, - als verzagte Avantgarde der Ahnungs- und Uferlosigkeit. Schon haben sie kein Jungfrauenhärchen Wasser mehr unterm Kiel! „Mayday, mayday“ morst der Funker in den Äther. Ungehört freilich, - und erst recht unerhört! Trotzig läßt der Captain seinen 1. Offizier in den Maschinenraum brüllen: Volle Kraft voraus! Die Titanic ist unsinkbar! – Und, pardon, der Atlantik ist wohl bloß ein Lavoir? Realitäts- und Geschichtsverweigerung als letzte Exit-Strategie! Doch knirschend, humorlos und böse schlitzt der Eisberg am schlingernden Tresor der geraubten Schatzkisten. Der Steuermann ist schon von Bord gegangen. „Mayday, mayday!“, plärrt der eine Teile der Brücke, „Volle Kraft voraus!“ der andere. In ihrem hochmütigen Omnipotenz-Dünkel saugt ein letal wirbelnder Strudel nun alle zusammen in den erbarmungslosen Moloch des Meeres. Der Kapitalismus frisst seine Kapitäne! Keiner kann mehr Kurs halten. Die Welt-Flotte steuert geordnet in ihren Untergang. Tsunamigewaltige Wellen schlagen über die Reling… Mayday, mayday! Doch die Rettungsboote sind verbrannt… Der optimierten Aerodynamik zum allerletzten Geschwindigkeits-Rekord der Postpostpostmoderne geopfert…
Schwimmblende. Was denn auch sonst?! Jules Verne’s Phileas Fogg läßt am Bug seines Raddampfers den Wind durch den zerfledderten Zylinder fegen, während sein ergebener Butler Passepartout die allerletzten Mahagoni-Karyatiden dem Feuer der Maschine übergibt… Nur ja kein Blick zurück! Full speed ahead… Die Zeit läuft… Und bald auch ab…
Schwimmblende ins Jetzt: Schwere Schlagseite. Nur noch einen Wimpernschlag vom Kieloben entfernt, fordert am 15.10. 2011 eine globale Demo-Welle ‚wahre Demokratie‘. SOS – steht doch aller Welt das Wasser schon bis zum Hals! Meuterei! ZerBrecht die Macht der Brücke! Alle Aufrechten an Deck, - zum Kielholen der Kapitäne. Sperrt die Offiziere in ihre Kammern. In der Demokratie gibt die Mehrheit den Kurs vor… Sonst geht sie mit all den Menschenschindern, wie Captain Bligh, unter…
Vielleicht wird das bewußte Demo-Datum ja noch so geschichtsmächtig, wie der 15.09.2008, der Anfang vom casinokapitalistischen Ende. Volle drei Jahre ‚Gnadenfrist‘ hatten die Geisterschiffer seit dem ersten Eisbergkontakt ungenutzt verstreichen lassen! Realitätsverweigernd! Ebenso rechthaberisch, wie tatenlos. In blödem Bestemm gegen die Vorhersehbarkeit des drohenden Absaufens! Stur igelte sich die Brücke im Fanal des organischen System-Totalversagens ein. Im Ruderhaus zeigten die Instrumente längst nur noch wirre Signale an oder waren schon total ausgefallen. Nur das Echolot fiepte noch. Immer hektischer. Der Dampfer läuft auf Grund. Ukas vom Kapitän: Alle Mahnungen ignorieren! Volle Kraft voraus! Die etzten Koordinaten im Logbuch sollen den Ort der vereinten Seebestattung markieren! Allerdings: Ist erst einmal die Brücke unter Wasser, gibt das den Passagieren Auftrieb… Der legendäre Pirat Claas Störtebeker läßt schön grüßen: Wie er wird ja womöglich auch das Kommando selbst mit abgeschlagenem Haupt noch einige Schritte weitertaumeln… Wie ersoffenes Federvieh… Doch irgendwann ist dann Schluss!
Mayday, mayday, – wär‘ da doch irgendwo noch ein rettender Schilfhalm! Doch nunmehr, nur mehr an faulig-schlierige Schiffsplanken in stürmischer See gekrallt, fantasieren sich die schiffbrüchigen Pleitiers einen Rettungsanker, pardon einen Rettungsschirm, herbei! Und zwar mit haargenau denselben Winkeladvokaten-Finanztricks, die schon 2008 in den Bankrott geführt haben! Unbeholfen jongliert nunmehr die Polit-‚Elite‘ höchstselbst mit salopp aus dem Ärmel geschüttelten Milliarden. Freilich nichts als Hokuspokus für die Galerie. Mit Taschenspieler-Larifari streut man den ‚Angsthasen da draußen‘ täglich ein weiteres Schäuferl Sand in die Augen! Abrakadabra. Mutti Merkels ‚Bank-Berater‘ (allein der Berufsstand gilt ja heute schon als gefährliche Drohung) haben sogar einen mysteriösen Zauber-„Hebel“ konstruiert, der aus 250 Milliarden - schwuppdiwupp – über Nacht eine Billion generieren soll! Renaissance des Alchemismus! Echt wahr, de is ka Schmarrn, diese Angela! Schon geistern Nachdichtungen von Raimunds ‚Hobellied‘ durch Europa. In dunkle Nächten, in verruchten Vierteln, raunt sich das aufmüpfige Volk so was wie die Geburt von Merkels ‚Hebellied‘ zu! Die noch streng geheime Fassung soll bei Nacht und Nebel in Druck gehen:
„Da streit‘ sich die EU herum
um den Wert des rechten Blicks
Die Angie heißt den Sarko dumm
am End weiß keiner nix.
Heut‘ ist der allerärmste Mann
dem Nächsten viel zu gleich
die Merkel setzt den Hebel an
und hebelt alle reich.“
Kürzlich hab‘ ich den ‚Hebel‘-Schmäh bei Frau Lotte im Café Absurd probiert: „Lottchen, schwere Zeiten – neue Sitten, ich zahl‘ jetzt nur noch ein Viertel von mein Vierterl! Der Rest geht ab sofort auf den Deckel vom Merkel-‚Hebel‘!” Simsalabim! Tja, wie macht des die Angie nur? Bei der lieben Lotte is der Merkel-Schmafu jedenfalls net einig‘angen…
Tja, Hebel hin oder her, Hebel links oder rechts, Hebel unten oder oben, - schließlich liegt sie denn doch auf Grund, unsere Titanic des 21. Jahrhunderts… Und wieder einmal will keiner jemals an Bord gewesen sein!
Pirates, fortune-hunters, ghostshippers – lend us your ears; we come to bury ‘Captain Capitalism’, not to praise him; and forget the Titanic…
It’s time for another tear-jerker, by Sarah-Brightham this time:
“It’s time to say goodbye” – all you crooks…
